Ausstellung Kaffee, Kannen und noch mehr - ab heute im Heimatmuseum

Karin Krämer vom Heimatverein vor einigen der Exponate.
Karin Krämer vom Heimatverein vor einigen der Exponate. © Foto: Foto: be
Herbrechtingen / 03.05.2013
Am Sonntag wird im Heimatmuseum eine neue Ausstellung eröffnet, bei der sich alles um der Deutschen liebstes Getränk dreht: den Kaffee.

„Rund um den Kaffeetisch“ – so lautet der Titel der Ausstellung, die ab dem 5. Mai, 14 Uhr, im Herbrechtinger Heimatmuseum zu sehen ist. Bereits im Eingangsbereich kann der neugierige Besucher einen Blick auf eine Sammlung mit dem einen oder anderen Kaffeeservice werfen, allesamt sind sie in einem beeindruckenden Schrank untergebracht.

Ihre Ausstellungsstücke bekomme sie überwiegend von alten Leuten geschenkt, weil die sie zu schade zum Wegwerfen fänden, sagt Karin Krämer vom Heimatverein. Sieht der Besucher die zahlreichen mit Gold verzierten Porzellanservice, kann er ihr nur recht geben. Viele der Stücke sind so fein gearbeitet und kostbar, dass man sie sehr vorsichtig behandeln musste. Daher wurden sie nur zu außergewöhnlichen Anlässen benutzt.

Der aufmerksame Besucher wird sich vielleicht wundern, warum das älteste ausgestellte Geschirr 50 Jahre auf dem Buckel hat. Die Begründung: Das meiste geht schlichtweg vorher kaputt oder ist nach einer gewissen Zeit eben abgenutzt. Zum Beweis zeigt Karin Krämer einen sehr alten Teller mit Löffel. Sofort fällt auf, dass die weiße Farbe abgeblättert ist, das gute Stück wirklich keine Augenweide mehr ist.

Aber es gibt nicht nur Kaffeegeschirr zu bewundern, der Blick fällt vielmehr auch auf silbern glänzende Kannen mit einer abnehmbaren Filz-Ummantelung. Krämer nimmt eine der Kannen in die Hand und erklärt, sie seien die Vorläufer der Thermoskannen gewesen. Diese habe es in den 50er-Jahren noch nicht gegeben.

Beim Schlendern durch die Museumsräume stößt man auch auf Raritäten, wie beispielsweise einen alten Kaffeewärmer von Steiff, der eher einer Stoffpuppe ähnelt und über die Kaffeekanne gestreift wurde.

Beim Thema Kaffee dürfen natürlich auch Kaffeemühlen nicht fehlen. Von einer mehr als 100 Jahre alten Sitzkaffeemühle, neben die man sich setzte, um mit Muskelkraft den Hebel in Bewegung zu setzen, bis zu den ersten elektrischen Kaffeemühlen der 60er-Jahre. Auch klassische Handkaffeemühlen aus Opas und Omas Zeiten kann man bestaunen. Interessant auch die metallenen Tassenfilter. Bevor das Melitta-Filterpapier in den 1920er-Jahren erfunden wurde, steckte man diese Filter auf die Tasse und kochte so den Kaffee.

Krämer erklärt Neugierigen die geschichtlichen Hintergründe: „Früher konnten sich die armen Bauern den teuren Kaffee nicht leisten, und so kochten sie sich Malzkaffee. Seine dunkle Farbe erhielt er, indem man die Malzkörner zuerst über dem Feuer röstete.“

Krämer räumt auch mit dem weit verbreiteten Irrtum auf, Frauen hätten das Kaffeekränzchen erfunden. Das stimme nicht, vielmehr sei es eine Erfindung der Männer gewesen sei: „Einst trafen sich Männer zum gemeinsamen Kaffeetrinken, und der Gastgeber trug einen Kranz auf dem Kopf, den er an denjenigen weitergab, der das nächste Treffen organisieren sollte. Daher auch die Bezeichnung Kaffeekränzchen“.

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