Kreis Heidenheim Jakl und Kraut: Niemals Schulkinder abgeworben

Kreis Heidenheim / Klaus-Dieter Kirschner 17.05.2018
Dischingens und Sontheims Bürgermeister äußern sich zum Vorwurf, um bayerische Schüler geworben zu haben.

Mächtig ärgerte sich Dischingens Bürgermeister Alfons Jakl beim Bayerisch-Württembergischen Kommunalstammtisch, der diesmal in Lauingen tagte, über „absolut nicht gerechtfertigte Schlagzeilen“ aufgrund der Tatsache, dass Kinder aus Bayern zum Beispiel in Dischingen die Schulbank drücken.

Auch Sontheims Bürgermeister Matthias Kraut war dieser Vorwurf sauer aufgestoßen, weil auch das Sontheimer Schulzentrum wegen der Nähe zu Bayern bayerische Kinder unterrichtet. Wenn in Sontheim die Oma wohnt, die Eltern dort auch arbeiten, dann sei das ja naheliegend, dass dort auch die Kinder eingeschult sind.

300 Schüler aus Bayern

Zu keiner Zeit, so Jakl und Kraut, hätten Dischingen oder Sontheim Schulkinder aus Gemeinden unmittelbar an der weiß-blauen Grenze abgeworben. Beispielsweise, so Kraut, hätten bayerische Eltern bei der Gemeinde eine Schulbuslinie beantragt. Die Entscheidung hätten die Gemeinde und der Gemeinderat zurückgestellt. Nein zu dem Antrag habe auch der Landkreis Dillingen gesagt, meinte Landrat Leo Schrell.

Man müsse aber wissen, dass 300 Schüler aus dem Kreis Dillingen in Baden-Württemberg (also in Dischingen oder Sontheim) zur Schule gingen. Schrell: „Keinem hilft es, wenn wir gegeneinander agieren.“ Es klang aber auch Verständnis für die betroffenen Gemeinden durch: Die Schülerzahlen gingen zurück und es wurde viel in die Dorfschulen investiert.

Heidenheims Landrat Thomas Reinhardt erinnerte an das Recht der Eltern, ihre Kinder dort einzuschulen, wo sie es für zweckmäßig halten. Einig waren sich alle, dass die Kommunalpolitiker gar nichts am staatlichen Schulsystem ändern könnten.

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