Herbrechtingen Innensanierung der Tiefgarage unterm Buigen-Center beginnt 2019

Herbrechtingen / Günter Trittner 07.07.2018
TWH-Chef Marc Grässle geht von einem Betrag in Millionenhöhe und einer Bauzeit von drei Jahren für den Westflügel aus. Der Ostflügel bleibt weiter gesperrt.

Als im Frühjahr 2016 die Oberflächenabdichtung der Rathaus-Tiefgarage abgeschlossen war, wusste man im Haus der Technischen Werke, dass dies nur der Einstieg in eine weitaus größere Aufgabe gewesen war. Zehn Monate später mussten die TWH als Eigentümer des mehrteiligen Tiefgaragenkomplexes unter dem Buigen-Center den Flügel Ost komplett sperren: aus Sicherheitsgründen. Der jahrzehntelange Salzeintrag durch den Fahrzeugverkehr hatte dem Bewehrungsstahl im Beton so zugesetzt, dass zwar noch keine Einsturzgefahr gegeben war, aber eine mechanische Einwirkung auf die Säulen vermieden werden musste. An der Vollsperrung hat sich bis heute nichts geändert, sie wird sogar noch mehrere Jahre anhalten.

Ausgaben in Millionenhöhe

Denn bei seiner jüngsten Sitzung hat sich der Aufsichtsrat der Technischen Werke darauf verständigt, zunächst die Innensanierung der Rathaus-Tiefgarage in Angriff zu nehmen. Bis Oktober sollen die TWH einen Finanzierungsplan erstellen. Geschäftsführer Marc Gräßle erwartet Ausgaben in Höhe von „mehreren Millionen Euro.“

Der Ostteil der Tiefgarage unter dem Buigen-Center ist der älteste. Er wurde 1974 fertiggestellt. Die Verbindung unter der Langen Straße folgte 1976 und der westliche Flügel beim Rathaus wurde 1979 gebaut. Auch wenn er einige Jahre jünger ist, so zeigt er doch ein ähnliches Schadensbild wie der gesperrte Ostflügel. Auch hier war das von den Autoreifen mitgeschleppte Streusalz im Beton aktiv. Zu weiterer Blüte der Korrosion im Armierungsstahl verhalf das Wasser, das durch die undichte Decke tropfte. Die Sanierung von Pfeilern und Mauerwerk wird denn aus Sicht von Gräßle die weitaus die größte Position auf der Rechnung ergeben. Zudem, so Gräßle, werden in der Tiefgarage auch Sprenkler-Anlage und Luftabzug auf den Stand der Zeit gebracht. Die Betonsanierung wird aus heutiger Sicht so wie bei der Oberflächenabdichtung verlaufen. Mit einem Druck von 1000 Bar lösen Wasserstrahler den porösen Beton ab und dieser wird danach neu aufgebaut.

Kein Handlungsdruck

„Die Rathaus-Tiefgarage soll trotz der Bauarbeiten nicht geschlossen werden. Das ist unser Ziel“, sagt Gräßle. Geplant ist die Sanierung in mehreren Abschnitten und in einem Zeitrahmen von drei Jahren. Baubeginn soll 2019 sein. Für den Ostflügel der Tiefgarage liegen mittlerweile Gutachten vor, die laut Gräßle zeigen, dass ein Weiterbetrieb als Parkhaus nicht sehr viel teurer komme als diesen leerstehen zu lassen. Denn auch, wenn die Garage aufgegeben werde, müsse die Standsicherheit gewährleistet werden.

Dies bedeute, dass die Säulen in jedem Fall verstärkt werden müssten. Sollte der Ostflügel wieder ein Parkhaus werden, hätten allerdings wegen der verbreiterten Säulen etwas weniger Fahrzeuge Platz. Für Gräßle wäre dies aber zu verschmerzen, da sich ja gezeigt habe, dass selbst die Umquartierung der im Ostflügel abgestellten Fahrzeuge in die Rathaus-Tiefgarage hier nicht zu einer Parkplatzknappheit geführt haben. „Man findet hier immer einen.“ Seit man zudem einen unterirdischen Durchgang für Fußgänger geöffnet haben, könnten die Stellplatzinhaber im Ostteil trockenen Fußes zu ihren Fahrzeugen im Westteil und wieder zurück.

Und noch etwas hat das Gutachten ergeben. Die Statik im Ostflügel, so Gräßle, sei immer noch so stabil, dass für mindestens drei Jahre kein akuter Handlungsdruck bestehe.

Der Bürger zahlt die Tiefgarage mit

an kann darüber kalauern: Klar doch, dass eine Tiefgarage tiefrote Zahlen schreibt. Aber in Herbrechtingen würde auch ein Hochdeck nicht dazu führen, dass man die Bilanz hoch über Null abschließt. Dazu ist die Konkurrenz der kostenfreien Parkplätze in der Stadt einfach zu groß. Das Minus für die Tiefgarage unterm Buigen-Center findet sich zuerst in der Bilanz der Technischen Werke Herbrechtingen (TWH) wieder. 199 000 Euro war der Verlust im vergangenen Jahr, nach 151 000 Euro im Jahr 2016. Die Anzahl der Kurzparker ist 2017 um 1453 auf 8751 zurückgegangen.

Vertraglich ist geregelt, dass die Stadt den TWH diesen Verlust ausgleichen muss. So ist es im Grunde der Bürger selbst, der über seine Steuern dafür einsteht. Macht gute 15 Euro pro Kopf.

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