Herbrechtingen Rathausplatz in Herbrechtingen wird wieder leuchten

So strahlte der Rathausplatz in der Dunkelheit nach seiner Einweihung. Die LED-Bänder entlang der Platzkante sind inzwischen fast alle erloschen.
So strahlte der Rathausplatz in der Dunkelheit nach seiner Einweihung. Die LED-Bänder entlang der Platzkante sind inzwischen fast alle erloschen. © Foto: Rudolf Stehle
Herbrechtingen / Günter Trittner 22.06.2018
Die Firma Osram hat eine Lösung für die Lichtbänder entlang der Sitzkante auf dem Herbrechtiger Rathausplatz gefunden. Zusätzlich werden hier reflektierende Punkte angebracht, die das Sturzrisiko in der Dunkelheit mindern.

Zwei Millionen Euro haben am Ende der neue Rathausplatz und die Deckensanierung der Rathaus-Tiefgarage gekostet. Viele politische Diskussionen hatte es deswegen im Gemeinderat gegeben. Gestritten worden war um die Gestaltung des Platzes und über die Gründe für die ausufernden Kosten gegeben. Am 1. Mai 2106 schließlich wurde der von Architekt Klaus Wiederkehr terrassenartig entworfene Platz eingeweiht. Da herrschte tatsächlich einmal eitel Sonnenschein.

Serie von Pannen

Aber irgendwie hat es in das Bild einer Serie von Pannen gepasst, dass bald danach auf dem Areal die Lichter ausgingen. Damit der neue Rathausplatz auch in der Dunkelheit eine städtische Sphäre ausstrahlt, waren entlang der Sitzkante, welche die beiden verschieden hohen Platzebenen trennt, LED-Leuchtbänder eingelassen worden. „95 Prozent sind inzwischen ausgefallen“ sagt Dieter Frank, der Leiter des Fachbereichs Bau.

Die Ursache dafür war schnell gefunden. In den Rahmen der im Boden versenkten Leuchtdioden drang Wasser ein, das einen Lichtpunkt nach und dem anderen löschte. Die Herstellerfirma Osram hat aber inzwischen eine Lösung zur Abdichtung entwickelt, so dass bereits in Kürze die 131 laufenden Meter LED neu eingezogen werden können.

Bänder werden anders montiert

Die Verwaltung hat aus der Panne noch ein zweites gelernt: die neuen LED-Bänder werden nicht mehr im Boden versenkt. Denn in den dafür eingefrästen Rinnen entlang der Absatzkanten hatte sich der Schmutz des ganzen Platzes gesammelt. Schon dieser hätte das Leuchten nahezu erstickt. Die neuen Rahmen werden nun nur wenige Zentimeter in den Boden eingelassen und stehen um fünf Zentimeter über.

Mehr Sicherheit für Passanten

Ein- und ausgeschaltet werden die LED-Bänder zusammen mit der Straßenbeleuchtung. „Diese Leuchten sollen nur einen optischen Effekt für den Platz bringen“, sagt Frank. Für die Verkehrssicherheit in der Nacht haben bisher die installierten Lichtsäulen gesorgt, die auch tadellos funktionieren. Deren Wirksamkeit wird nun in Kürze nochmals verstärkt.

Wieder entlang der den Rathausplatz teilenden Sitzkante werden auf der Oberseite Rillen mit einer Breite von einem Zentimeter eingefräst. Darin werden kleine „Perlen“ aus einer reflektierenden Masse eingesetzt. Diese sollen bei Dunkelheit das Licht der Lampen auf dem Platz zurückwerfen und so den Passanten den Verlauf der Platzkante deutlich machen. „Der Auftrag ist bereits vergeben“, sagt Frank, der schon auf die Handwerker wartet. Der finanzielle Aufwand für die zusätzliche Sicherheit liegt für die Stadt bei 5000 Euro.

Das City-Gefühl von 1981

Man schreibt das Jahr 1981 und in Herbrechtingen führt man plötzlich die Worte City und Mall im Mund. Die Einweihung des Buigen-Center West mit der Einkaufspassage steht an und auch der Rathausplatz ist fertiggestellt. Damit gilt die Sanierung Ortsmitte als abgeschlossen. Im Juni wird auf dem Rathausplatz gefeiert. Zum Parken geht's nun in der Rathaus-Tiefgarage, wo 200 Plätze zur Verfügung stehen. Ein Schäfer enthüllt den von Albrecht Kneer gestalteten Schäferbrunnen. Karl Arnold hatte dafür die Vorlage gezeichnet, Modern findet man die neuen Gebäude. Bürgermeister Peter Kiefner wählt bei der Einweihung Worte, die angesichts des heutigen Sanierungsaufwands für das Buigen-Center und der veränderten Auffassung von guter Architektur, sehr hellsichtig scheinen: „Mit dem, was in der Stadtmitte in den letzten Jahren geschaffen wurde, dürfen oder müssen nun viele Generationen leben.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel