Herbrechtingen Draufgeblickt (4) 2003 schüttelte Herbrechtingen den Verkehr ab

Herbrechtingen / Günter Trittner 03.08.2018
Vor 15 Jahren wurde die Grundwegtrasse für den Verkehr freigegeben: eine Umfahrung, die eigentlich mitten durch den Ort geht.

Der Tag ist ein historischer für Herbrechtingen. Am 18. Juni 2003 wurde mit der Grundwegtrasse das größte Straßenbauvorhaben in der Geschichte der Stadt für den Verkehr freigegeben. Ab 18 Uhr rollten die ersten Fahrzeuge auf der Ortsumfahrung, die genau betrachtet mitten durch den Ort geht.

In einer knapp fünfjährigen Bauzeit waren eine 2355 Meter lange Bundesstraße, vier Brücken, 1300 Meter Anschlussstrecken sowie 2000 Meter Geh-, Rad und Feldwege gebaut worden. Und es gab den ersten Tunnel auf einer Bundesstraße: 205 Meter lang.

Seit den 1960er-Jahren bereits hatte der wachsende Verkehr die Lange Straße zum Nadelöhr und zur Gefahrenstelle gemacht. An der Schwelle zum neuen Jahrtausend hat sich die Situation nochmals verschärft. Ein Jahr nach der am 16. Oktober 1986 erfolgten Freigabe der Autobahnanschlussstelle Giengen/Herbrechtingen beklagten Anwohner, dass ihnen jener „schwarze Freitag“ weiteren Lärm, Gestank und Schmutz gebracht habe. Von sonntäglicher Ruhe könne angesichts der Fahrzeugschlangen vor allem entlang der zur B 19 aufgewerteten Giengener Straße keine Rede mehr sein. Mancher spiele bereits mit dem Gedanken, sein Häuschen zu verkaufen - Interessenten vorausgesetzt.

Zu diesem Zeitpunkt allerdings war der Bau der Grundwegtrasse bereits beschlossene Sache. Im Vorfeld waren mehrere alternative Routen diskutiert und schlussendlich allesamt verworfen.

Mehrere Varianten für Umgehung

Ein Vorschlag lautet, unweit des Zementwerks Schwenk die B 19 in einem Tunnel unter dem Wartberg hindurch zum Autobahnanschluss bei Giengen zu führen. Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf 62 Millionen Mark, die Idee war somit schnell vom Tisch.

Als ebenso unrealistisch zeigt sich die Stangenhau-Trasse. Sie hätte zwar nur 35 Millionen Mark gekostet, wäre allerdings mit gewaltigen Eingriffen in Stadtbild und Landschaft verbunden gewesen: Von der Autobahn zunächst hinab ins Tal, anschließend über eine 900 Meter lange Brücke zum Stangenhau. Ein 43 Meter hohes Bauwerk mit gewaltiger Dammschüttung wollte jedoch niemand haben.

Blieb noch die Brenztaltrasse Richtung Dettingen inklusive 500 Meter langer und 50 Meter hoher Brücke - oder aber alternativ einem Einschnitt in den Westhang des Buigen. Stärker als erwartete Kosten von 28 Millionen Mark fiel aus Sicht des Ingenieurbüros Schaechterle und Holdschuer ins Gewicht, dass dadurch die Verhältnisse im Eselsburger Tal in einem nicht vertretbaren Umfang verändert würden.

Im Dezember 1979 votierte der Gemeinderat einstimmig dafür, nur noch die Planungen für die Grundwegtrasse voranzutreiben. Am Ende kostete Herbrechtingens innerörtliche Umgehung 15,3 Millionen Euro. Zusätzlich bringt die Stadt zwei Millionen für den Lärmschutz und die Gestaltung der Freiflächen auf. Zu den Lärmschutzanlagen gehören der Wall in einer Länge von 1350 Meter sowie die Lärmschutzwand mit 1820 Meter.

Zahlen zur Grundwegtrasse

Vier neue Brücken wurden in Herbrechtingen für die Grund-

wegtrasse gebaut. 2355 Meter misst die Baustrecke der neuen B 19, davon sind 205 Meter übertunnelt. Die Durchfahrtshöhe des Tunnels ist auf 4,5 Meter begrenzt. Hinzu kommen die Anschlussbaustrecken mit 1300 Metern. Außerdem wurden neue Geh-, Rad- und Feldwege mit insgesamt 2000 Metern angelegt.

Die Kosten der neuen Ortsumgehung belaufen sich auf insgesamt 15,3 Millionen Euro. Zusätzlich wurden von der Stadt Herbrechtingen zwei Millionen Euro aus eigenen Mitteln für Lärmschutzmaßnahmen und für die Gestaltung der Freiflächen aufgewandt.

Zu den Lärmschutzanlagen gehören der Wall in einer Länge von 1350 Metern sowie die Lärmschutzwand mit 1820 Metern.

Zahlen zur Grundwegtrasse

Vier neue Brücken wurden in Herbrechtingen für die Grundwegtrasse gebaut. 2355 Meter misst die Baustrecke der neuen B 19, davon sind 205 Meter übertunnelt. Die Durchfahrtshöhe des Tunnels ist auf 4,5 Meter begrenzt. Hinzu kommen die Anschlussbaustrecken mit 1300 Meter. Außerdem wurden neue Geh-, Rad- und Feldwege mit insgesamt 2000 Meter angelegt.

Die Kosten der neuen Ortsumgehung belaufen sich auf insgesamt 15,3 Millionen Euro. Zusätzlich wurden von der Stadt Herbrechtingen zwei Millionen Euro aus eigenen Mitteln für Lärmschutzmaßnahmen und für die Gestaltung der Freiflächen aufgewandt.

Zu den Lärmschutzanlagen gehören der Wall in einer Länge von 1350 Meter sowie die Lärmschutzwand mit 1820 Meter.

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