Steinweiler Idee eines Solarparks stößt auf Ablehnung

Am Ortsrand von Steinweiler hat ein Investor Interesse daran, einen Solarpark zu errichten (rot markierte Fläche). Der Abstand zum Dorf würde laut Planungen 350 Meter betragen.
Am Ortsrand von Steinweiler hat ein Investor Interesse daran, einen Solarpark zu errichten (rot markierte Fläche). Der Abstand zum Dorf würde laut Planungen 350 Meter betragen. © Foto: Luftbild Geyer
Steinweiler / Joelle Reimer 28.06.2018
Viele Steinweiler Bürger sprechen sich gegen das Vorhaben eines Investors aus, eine Solaranlage direkt neben dem Ort aufzubauen.

Ein Solarpark in Steinweiler? Seit diese Anfrage eines Investors in der Ortschaftsratssitzung bekannt wurde, ist es das Dorfgespräch schlechthin. Kein Wunder also, dass in der jüngsten Gemeinderatssitzung zahlreiche Vertreter des kleinen Teilorts ins Nattheimer Rathaus kamen, als das Ganze dort erneut besprochen wurde. Immerhin handelt es sich um eine Fläche, die in etwa so groß ist wie Steinweiler selbst – und das fast direkt angrenzend an die Ortschaft, in Richtung Waldzierter Hof.

„Ein Investor hat Interesse an zwei Flächen gezeigt, doch eine davon entfällt eigentlich von vornherein, da dort die Bodengüte besonders hoch ist“, sagte Juliane Ulbert, stellvertretende Leiterin des Hauptamtes. Diese kleinere Fläche wäre zunächst auf dem Flurstück direkt östlich neben dem Lindenhof angedacht gewesen.

Bleibt also theoretisch die große Fläche weiter südlich – doch viele Steinweiler Einwohner wollen gerade dort keinen Solarpark sehen. Der Abstand zum Dorf würde laut den vorgestellten Planungen etwa 350 Meter betragen: das sei „definitiv zu nahe an unserem Dorf“, wie eine Einwohnerin in der Fragestunden zum Schluss der Gemeinderatssitzung deutlich machte.

Zunächst jedoch gab Wolfgang Bernhard, Ortsvorsteher von Steinweiler und Auernheim, einen Überblick über das, was in der Woche zuvor im Ortschaftsrat diskutiert worden war. Im Hintergrund des Vorhabens stehe die Umweltbank – eine Direktbank, die mit ihren Kundeneinlagen ökologische Kreditprojekte finanziert. Die Rasenpflege könnten Schafe übernehmen, die Reinigung soll ausschließlich durch den Regen erfolgen – keine Pestizide, keine chemischen Reinigungsmittel.

Bürger melden sich zu Wort

„Im Ortschaftsrat ging es zunächst darum, ob man dem Gemeinderat empfiehlt, das Projekt weiter zu verfolgen. Mit drei Nein-Stimmen, zwei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde das abgelehnt“, sagte Bernhard. Vor allem die Größe des Parks, der geringe Abstand zur Siedlung und mögliche Spiegelungen hätten zu Bedenken gegeben. Er selbst sei ein Befürworter von erneuerbaren Energien, könne aber mit der Entscheidung leben, egal, wie sie letztendlich ausfallen werde. „Ich würde aber einen Kompromiss vorschlagen: Lassen wir doch den Investor erst einmal eine Simulation erstellen, bevor wir einen Beschluss fassen.“

Gleich neun Steinweiler Bürger meldeten sich am Ende der Sitzung zu Wort und trugen ihre Einwände vor. Eine solche Freifläche sei der falsche Weg, lieber solle man die Anlagen auf geeigneten Dächern anbringen, hieß es beispielsweise. „Außerdem wollen wir nach Möglichkeit erst mal eine Begehung. Und bei einer Visualisierung sollten faire Blickpunkte gewählt werden, denn in einer Simulation lässt sich vieles verstecken“, so einer der Anwesenden. Geäußert wurde auch die Sorge, dass hinterher eine Erweiterung bis vor an die Kreisstraße kommen könnte – schließlich sei es ein und der selbe Grundstücksbesitzer.

„Wir müssen immer den Einzelfall anschauen und genehmigen. Beschlossen ist ja noch gar nichts“, erklärte Bürgermeister Norbert Bereska, der sich als Vorsitzender der Touristikgemeinschaft „Gastliches Härtsfeld“ allein aus optischen Gründen gegen den Solarpark an dieser Stelle aussprach. Wolfgang Bernhard führte weiter aus: Selbst wenn die Gemeinde eine Simulation anfordern würde, hieße das noch lange nicht, dass der Solarpark auch kommen würde. „Bei einem Bebauungsplan, der hierfür bei konkretem Vorhaben notwendig wäre, hat jeder Bürger Mitspracherecht“, so Bernhard.

So wurde beschlossen, dass der Investor eine Simulation aus drei verschiedenen Blickwinkeln liefern soll und man sich dann im Gemeinderat erneut darüber beraten will.

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