Dettingen Honold will in Dettingen weiter wachsen

Im März sollten die Arbeiten am ersten Bauabschnitt eigentlich abgeschlossen werden. Witterungsbedingt verzögert sich die Fertigstellung der Halle um etwa einen Monat.
Im März sollten die Arbeiten am ersten Bauabschnitt eigentlich abgeschlossen werden. Witterungsbedingt verzögert sich die Fertigstellung der Halle um etwa einen Monat. © Foto: Christian Thumm
Dettingen / Christine Weinschenk 13.02.2019
Das Logistik-Unternehmen plant eine Erweiterung im Industriegebiet Dettingen-Süd. Die Arbeiten am ersten Bauabschnitt verzögern sich leicht.

Noch ist der erste Bauabschnitt nicht fertig, doch Honold hat bereits Pläne für eine Erweiterung. Dass auf die erste Halle im Industriegebiet Dettingen-Süd weitere folgen sollen, ist keine Überraschung. Honold erwarb im vergangenen Jahr von der Gemeinde ein rund 25 000 Quadratmeter großes Grundstück – jedoch mit Erweiterungsoption auf bis zu sieben Hektar Gesamtfläche. Das neue Logistikzentrum kann, laut Angaben des Unternehmens, in der Endausbaustufe auf rund 45 000 Quadratmeter kommen – eine ähnliche Größe wie das benachbarte Netto-Zentrallager. Honold will in Dettingen langfristig über 20 Millionen Euro investieren.

Im September fand der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt statt. Im März sollte der Neubau mit einer Hallenfläche von rund 10000 Quadratmetern bereits fertig sein – das wird allerdings nicht ganz erreicht. Der geschäftsführende Gesellschafter Heiner Matthias Honold: „Aufgrund des Frostes wird die Halle einen Monat später fertig. Wir hatten aber keine größeren Probleme.“ Die Halle sei bereits zu 90 Prozent ausgelastet mit Kunden aus der Region. Die Inbetriebnahme sei für Mai geplant. 20 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden.

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bauwesen und Verkehr (UBV) wurden in der vergangenen Sitzung über die Pläne für den zweiten Bauabschnitt – eine Erweiterung Richtung Westen in etwa derselben Größe wie der erste Abschnitt – informiert. „Uns wurde signalisiert, dass man das zeitnah angehen will“, so Bauverwaltungsamtsleiter Fabian Oßwald. Deshalb seien Beratungen zum Bauleitplan der nächste Schritt.

Mehr Verkehr?

Andreas Müller (CDU) erinnerte an die Aussagen des Unternehmens, dass nur etwa 15 Lkw pro Tag ein- und ausfahren werden. „Was ist denn genau geplant? Werden das nur Lagerhallen?“ Honold sei mehr als ein Logistiker, erwiderte Bürgermeister Roland Polaschek. Offenbar habe das Unternehmen Zeiss als Kunden gewinnen können und werde in Dettingen im Auftrag des Oberkochener Konzerns kommissionieren.

Auf HZ-Nachfrage wollte sich Heiner Matthias Honold dazu derzeit nicht äußern, bekräftigte aber seine Aussagen zum Verkehrsaufkommen: „Wir gehen aktuell sogar davon aus, dass wir deutlich weniger als 15 Lkw pro Tag in Dettingen haben werden.“ Und wenn weitere Hallen in Betrieb genommen werden? „Im Vollausbau werden es voraussichtlich nicht mehr als 20 bis 30 Lkw pro Tag sein“, so Honold.

„Die Themen Lärm und Verkehr werden in Zukunft aber an Brisanz verlieren“, glaubt der Geschäftsführer. „Bereits in wenigen Jahren werden alle Lkw elektrisch laufen, man wird sie also gar nicht mehr hören.“ Wichtig sei jedoch, dass die Infrastruktur nachgezogen werde. „In Bezug auf Stromleitungen wird das Gewerbegebiet in wenigen Jahren an die Grenze stoßen, da alle Unternehmen Bedarf haben werden. „Neben Datenleitungen wird das die Herausforderung der nächsten Jahre: ausreichend Strom an den Standorten zu haben.“ Natürlich habe man eine Solaranlage auf dem Dach der Halle, dies werde jedoch nicht ausreichen. Auch aus diesem Grund seien Batteriespreicher so wichtig.

Geplanter Batteriespeicher

Das Unternehmen hatte angekündigt, in Dettingen mehr als ein reines Logistikzentrum entstehen zu lassen. Geplant war ein Batteriepark zum Speichern von Solar- oder Windenergie. Der regenerativ erzeugte Strom sollte dann auch an Endverbraucher abgegeben werden können. Wie steht es um diese Pläne? „Der Batteriespeicher ist baulich vorgesehen, aber es ist rechtlich schwer, diesen Strom zu verkaufen“, so Honold. Das Geschäftsfeld unterliege enormen bürokratischen Hürden. Daher seien erste Gespräche mit Interessenten nicht einfach gewesen. „Wir lassen uns deshalb damit Zeit bis die Halle fertig ist und gehen das in Ruhe an.“ Es sei wichtig, dass Deutschland mehr für diese Zukunftstechnologie unternehme. Honold sieht hier die Landespolitik in der Pflicht.

Christian Ziegler (FWV) merkte in der UBV-Sitzung noch an, dass man in Dettingen mit großem Unmut vernommen habe, dass Honold nicht alle Flächen selbst nutzen, sondern Teile davon vermieten möchte. „Das finde ich befremdlich und ich bin auch dagegen.“ Laut Bürgermeister Polaschek sind diese Pläne bereits hinfällig. Das bestätigt der Geschäftsführer. „Auch der zweite Bauabschnitt ist für uns. Wir vermieten nicht.“

Die Honold-Logistikgruppe

Die Honold-Logistikgruppe beschäftigt an 22 Standorten rund 1400 Mitarbeiter in Deutschland, Rumänien und Ungarn. Der Logistikdienstleister hat seinen Sitz in Neu-Ulm. Standorte gibt es auch in Herbrechtingen, Oberkochen, Karlsruhe und Frankfurt. Heiner Matthias Honold ist geschäftsführender Gesellschafter und führt das Familienunternehmen bereits in fünfter Generation.

Im Dezember hat das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Husqvarna-Konzern begonnen. Am Standort Neu-Ulm stehen für Husqvarna nun auf einer Fläche von 12 000 Quadratmetern mehr als 20 000 Palettenstellplätze zur Verfügung. Fünf Jahre soll die Kooperation dauern. Die Honold-Gruppe hat 1,8 Millionen Euro in das Projekt investiert. 25 Arbeitsplätze wurden geschaffen.

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