Debatte Hohe Schulden oder Stillstand

Die Kronenstraße in Hermaringen zählt zu den alten Ortsstraßen und müsste eigentlich saniert werden: Allerdings ist die Fahrbahn noch nicht so kaputt, dass sofort Handlungsbedarf besteht. Im Moment fehlt der Gemeinde aber das Geld für die Erneuerung der Kronenstraße, wie die Haushaltsberatungen im Gemeinderat zeigten.
Die Kronenstraße in Hermaringen zählt zu den alten Ortsstraßen und müsste eigentlich saniert werden: Allerdings ist die Fahrbahn noch nicht so kaputt, dass sofort Handlungsbedarf besteht. Im Moment fehlt der Gemeinde aber das Geld für die Erneuerung der Kronenstraße, wie die Haushaltsberatungen im Gemeinderat zeigten. © Foto: Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Hermaringen / Brigitte Malisi 04.02.2014
Eigentlich sollte in der letzten Sitzung des Hermaringer Gemeinderates nur noch die Verabschiedung des Haushaltplanes für 2014 erfolgen. Die Beratungen hatten bereits im Vorfeld stattgefunden. Doch dann kam doch noch einmal eine grundsätzlichen Diskussion auf.

Alle drei Fraktionen ergriffen am Ratstisch noch einmal das Wort, um die Zahlen des Haushaltsplanes zu bewerten. Und alle waren sich einig in ihrer Kritik: Die Gemeinde muss einsparen, wo es nur möglich ist, um die hohen Schulden in den Griff zu bekommen.

Mit voraussichtlich fast 2,5 Millionen Euro und einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1105 Euro erreichen die Schulden der Gemeinde zum Jahresende einen neuen Höchststand.

Und es kommt noch schlimmer: Bis zum Jahr 2015 werden die Schulden der Gemeinde wohl auf über drei Millionen Euro steigen und auf diesem hohen Niveau die nächsten Jahre auch erst einmal bleiben.

Bei den Plänen für das Mühlen-Areal könnte man viel Geld einsparen

Bürgermeister Jürgen Mailänder gab den Kritikern rundheraus recht. Einzige Alternative aber, um die Verschuldung zu senken, wäre es auf Projekte zu verzichten. Die Frage aber sei, welches der Vorhaben man bereit sei zu streichen. Die Kronenstraße sei ohne Sanierung sicher auch in 20 Jahren noch irgendwie befahrbar. Auch bei den Plänen für das Mühlen-Areal könnte man viel Geld einsparen. Für die Gemeindeentwicklung würde das aber Stillstand bedeuten.

Außerdem gab Mailänder auch zu bedenken, dass nach Abschluss der Sanierung der Güssenhalle alle wichtigen Gebäude saniert seien. Das könne nicht jede Gemeinde von sich behaupten. Und er bat auch darum, sich die Rechnung anderer Gemeinden genau anzuschauen. Nicht überall seien die Schulden aller Nebenhaushalte mitgerechnet.

Das Gemeindeoberhaupt verwies auf die hohen Ausgaben, die die Gemeinde durch Vorgaben der Politik zu schultern habe ,wie beispielsweise die Kinderbetreuung.

Haushalt mit zwei Gegenstimmen verabschiedet

Schließlich wurde der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von 8,79 Millionen Euro bei zwei Gegenstimmen durch den Gemeinderat verabschiedet, nachdem noch kleinere Änderungen vorgenommen worden waren. So wird bei der Homepage der Gemeinde gespart und die Schließanlage für die Kläranlage fällt weg. Insgesamt werden somit 8000 Euro eigespart, die die geplante Kreditaufnahme auf 634 000 Euro senken.

Wie Kämmerin Karin Wilhelmstätter zudem berichtete, werde man sich bemühen die Anschaffung für den Kindergarten preislich zu reduzieren und ebenso die Kosten eines Kunstdüngerstreuers. Nach einem Gespräch mit der Schulleitung sei man dort bereit zunächst auf die Anschaffung von Möbeln zu verzichten, wenn die Finanzlage dies erfordere. Diese Positionen verbleiben jedoch zunächst unverändert im Haushalt.

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