Gefahr Hochwasser: Regenüberlaufbecken muss saniert werden

Einstieg und Schaltschränke des Regenüberlaufbeckens „Am Bahndamm“ in Niederstotzingen. Hier ist eine Sanierung mit Austausch der unterirdischen Pumpen notwendig.
Einstieg und Schaltschränke des Regenüberlaufbeckens „Am Bahndamm“ in Niederstotzingen. Hier ist eine Sanierung mit Austausch der unterirdischen Pumpen notwendig. © Foto: Oliver Vogel
Niederstotzingen / KLAUS DAMMANN 26.09.2016
Bei kräftigen Niederschlägen haben Regenüberlaufbecken große Bedeutung. Eines ist dringend sanierungsbedürftig.

Bürgermeister Marcus Bremer erinnerte in der Sitzung des Gemeinderats daran, dass eine Besichtigung des Regenüberlaufbeckens (RÜB) „Am Bahndamm“ durch den Technischen Ausschuss bereits stattgefunden habe. Aufgrund der zeitweise defekten, etwa 40 Jahre alten Pumpen müsse nun der Auftrag für eine Sanierung mit Ersetzen der Pumpen erteilt werden. Das Ingenieurbüro Bäuerle und Partner aus Ellwangen habe zwei Planvarianten ausgearbeitet.

Diplomingenieur Ronald Förstner erläuterte zunächst den Aufbau des bestehenden RÜB, dessen Entwurf ins Jahr 1977 datiere. Es bestehe aus drei Pumpen und drei Staukanalrohren. Das Becken habe ein Volumen von 450 Kubikmeter. Von dem unterirdischen Bauwerk sind über der Erde lediglich Schaltschränke und der Einstieg in den Untergrund zu sehen.

Die Leiter zum Abstieg entspreche nicht mehr den Unfallverhütungsvorschriften und die Pumpen müssten nach den vielen Jahren ersetzt werden, so Förstner. Die notwendigen Arbeiten umfassen darüber hinaus unter anderem Anpassung des Stromanschlusses, Kabelwege, Außenanlagen, Armaturen, Leitungen, elektrotechnische Ausstattung mit neuen Schaltanlagen, Steuerung und einer Anbindung an das aktuell auf der Kläranlage einzurichtende Leitsystem.

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten liegt im Wesentlichen über der Erde. Während sich im einen Fall bei Kosten von 170 000 Euro optisch wenig ändern würde, wäre im anderen Fall bei Kosten von 210 000 Euro ein kleines Gebäude als Einhausung mit Schaltschränken, Schreibtisch und Waschbecken für die Mitarbeiter enthalten. Dies sei heute üblich, so der Ingenieur.

Der Bürgermeister sagte, dass es sich nicht um eine „Nice-to-have“-Ausstattung, sondern um eine Investition in die Zukunft handele. 40 000 Euro Unterschied sei schon eine Summe, befand Stadträtin Manuela Kammerer. Eine Fertiggarage könne günstiger ausfallen. Die Summe sei eine Kostenschätzung, so Förstner. Für das Aufsetzen wäre aber auch ein Fundament nötig.

Wenn man sehe, wie es jetzt im Schacht aussieht, mache eine Einhausung langfristig sicher Sinn, meinte Helmut Kircher. Sylvia Bader befürwortete, lieber etwas sparsamer zu beginnen. Es könne überprüft werden, was eine Fertiggarage kostet.

Über die Art des Gebäudes müsse jetzt nicht entschieden werden, sagte Manfred Roth. In jedem Fall sei es sinnvoll für die Mitarbeiter. Ortsbaumeister Dieter Keller ergänzte noch, dass der Staukanal bei den Kosten nicht enthalten sei.

Von der technischen Seite her müsse man auf den neuesten Stand kommen, so Theodor Feil. Bei der Einhausung solle eine Lösung mit möglichst geringem Unterhaltungsaufwand gesucht werden. Er erkundigte sich weiter, ob eventuelle Betonschäden am Becken selbst bei der Sanierung erkennbar würden. Dazu müsse das RÜB leer sein für eine Begehung, antwortete der Ingenieur.

Einstimmig beschloss das Gremium dann, die Planung zu genehmigen und Variante zwei mit Einhausung auszuschreiben.