Hermaringen Hermaringer sagen Nein zum neuen Industriepark

In zwei Bauabschnitten (blau und rot) könnte der neue Industriepark gebaut werden.
In zwei Bauabschnitten (blau und rot) könnte der neue Industriepark gebaut werden. © Foto: Archiv, Geyer
Hermaringen / Brigitte Malisi 07.08.2018
Die Hermaringer Gemeinderäte haben den Giengenern ihre Zustimmung zu deren Plänen verweigert. Bürgermeister Mailänder und OB Henle wollen das Problem in Gesprächen lösen.

Irgendwie schienen alle überrascht über dieses Abstimmungsergebnis und schauten sich verblüfft in den Reihen der Gemeinderatskollegen um: Die Hermaringer Räte hatten in ihrer jüngsten Sitzung gerade mal eben ihre Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Verwaltungsgemeinschaft mit Giengen verweigert, und blockierten damit den 40 Hektar großen Industriepark östlich der Autobahn, den Giengen plant. Lediglich zwei Ja-Stimmen hatte es gegeben und es wurden auch nicht mehr, als Bürgermeister Jürgen Mailänder ein zweites Mal nachhakte.

Den Reigen der kritischen Stimmen hatte Stefan Czichon (WDA) eröffnet. Er befürchtete durch den geplanten Industriepark noch mehr Verkehr und noch mehr Lärm für Hermaringen.

Auch Robert Schmid (CDU-FWG) war skeptisch und fragte, ob die Stadt Giengen diesen hohen Bedarf an Gewerbefläche überhaupt nachweisen könne, oder ob da nicht auf Vorrat geplant werde. Für seinen Fraktionskollegen Hans Ott stand vor allem der Verbrauch von landwirtschaftlichen Nutzflächen im Vordergrund, den er nicht gutheißen konnte.

Gerhard Burkhardtsmaier (UBV) verwies darauf, dass der Kreisel an der Autobahn jetzt schon völlig überlastet sei. Und selbst der Bürgermeister erklärte, dass es ihm leichter fallen würde, wenn sich hier produzierendes Gewerbe ansiedeln würde, das viele Arbeitsplätze mit sich bringe – anstatt der vielen Logistikbetriebe mit riesigen Hallen.

Mailänder erklärte aber auch, dass es jetzt erst einmal darum gehe, dass Giengen in die Planungen einsteige. Im weiteren Verfahren könne Hermaringen ja dann auch seine Bedenken einbringen.

Zustimmung im Tausch gegen Lärmschutz?

Tatsächlich gingen wohl alle davon aus, dass die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplanes trotz der kritischen Anmerkungen erteilt werden wird, denn man feilte noch gemeinsam an der Erweiterung des Beschlusses: Die Räte wollten ihre Zustimmung damit verbinden, dass die Stadt Giengen Hermaringen dabei unterstützt, einen Lärmschutz entlang der B492 zu erhalten.

Geht es auch ohne Verwaltungspartner?

Entsprechend überraschend folglich das eindeutige Abstimmungsergebnis – dessen Folgen derzeit niemand so richtig beurteilen kann. Fraglich, ob die die Hermaringer Räte tatsächlich eine Entscheidung ihrer Giengener Kollegen blockieren wollten, oder ob es ihnen einfach um ein persönliches Statement ging.

Braucht Giengen eigentlich überhaupt die Zustimmung seines Verwaltungspartners, oder ginge es auch ohne? Diese Frage konnte auch Bürgermeister Mailänder aus dem Stand nicht beantworten, den Fall gab es nämlich bisher noch nie.

Er hatte aber bereits am Morgen nach der Sitzung mit Giengens Oberbürgermeister Henle telefoniert.

Man sei zuversichtlich, dass das Problem mit Gesprächen lösen zu können.

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