Hermaringen Hermaringen plant Kindergarten im Eilverfahren

In Nachbarschaft zur Rudolf-Magenau-Schule soll der Neubau für einen Kindergarten entstehen. Der genaue Standort ist noch nicht festgelegt, den Blick bis nach Giengen möchte man ungern verbauen.
In Nachbarschaft zur Rudolf-Magenau-Schule soll der Neubau für einen Kindergarten entstehen. Der genaue Standort ist noch nicht festgelegt, den Blick bis nach Giengen möchte man ungern verbauen. © Foto: ct
Hermaringen / Brigitte Malisi 04.08.2018
Hinter der Hermaringer Güssenhalle soll ein neuer Kindergarten gebaut werden. Jetzt wurde ein Architekturbüro beauftragt. Denn es muss schnell gehen – wenn Fördermittel fließen sollen.

Im Kindergarten Konfetti geht es schon seit Jahren eng zu. Erst im April hatten die Gemeinderäte zugestimmt, dass die zusätzliche Kleingruppe, die man 2016 als Notlösung eingerichtet hatte, weiterhin erhalten bleibt. Bürgermeister Jürgen Mailänder hatte dabei schon in einem Nebensatz erwähnt, dass man auf der Suche nach längerfristigen Lösungen sei, nachdem sich abzeichne, dass die Kinderzahl in Hermaringen eher noch zunehmen werde.

Zu diesem Zeitpunkt hatte man aber wohl noch geprüft, ob am Standort an der Fröbelstraße eine Erweiterung für eine weitere Gruppe geschaffen werden könnte. Grundstücksverhandlungen waren aber wohl nicht erfolgreich, wie Mailänder durchblicken ließ. Auch eine Aufstockung erschien wenig sinnvoll, zumal es im Außenbereich bereits heute eng für die über hundert Kinder zugeht.

Der Bedarf an Plätzen wird wachsen.

Klar ist aber, dass bereits heute Plätze im Kindergarten fehlen und mit dem Baugebiet im Mühlfeld und den geplanten Wohnungen im Dorf der Bedarf wachsen wird. Die Befürchtung, dass sich die Erweiterung des Kindergartens in wenigen Jahren als Fehlinvestition erweisen könnte, sei deshalb unbegründet, so Mailänder. Typisch schwäbisch habe man die Entscheidung für die Erweiterung hinausgezögert und gehofft, mit der Kleingruppe als Notlösung über die Runden zu kommen. Weiterer Druck ist jetzt wohl auch dadurch entstanden, dass es im Kindergarten in seiner jetzigen Form in Zukunft Probleme mit der Betriebserlaubnis geben könnte, wie Kindergartenleiterin Claudia Hangleiter anklingen ließ.

Bester Standort für den Neubau ist hinter der Güssenhalle

Es mussten also neue Ideen her, und in nicht öffentlicher Sitzung hatte man mögliche Standorte für einen Neubau auch schon ausgiebig diskutiert. Als beste Option hat sich dabei das Gelände hinter der Güssenhalle in direkter Nachbarschaft zur Rudolf-Magenau-Schule herauskristallisiert, das der Gemeinde gehört. Mit Roland Hüll, vom Architekturbüro GIP, erläuterte Mailänder in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend die Optionen. Vor allem aber wurde deutlich: Egal wo das Gebäude stehen wird, die Räte müssen schnelle Entscheidungen treffen. Noch bis zum 30.September können Zuschüsse aus dem Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuung beantragt werden. Die 150000 Euro könnte die Gemeinde gut brauchen, denn der Neubau wird teuer.

Eine Diskussion über diese Investition und die Notwendigkeit der Erweiterung des Kindergartens gab es in der öffentlichen Sitzung nicht. Auch das hatte offenbar bereits hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Stattdessen gingen die Räte direkt in Detailfragen und schoben das etwa 200 Quadratmeter große Gebäude gedanklich auf stehenden Fläche hin und her: Ist es besser eine Anbindung von der Straße am „Schwalbenrain“ aus zu machen, oder sollte das Gebäude näher an die Schule gerückt werden? Wie könnten sich Kindergarten und Schule räumlich ergänzen?

Noch kein abschließendes Ergebniss

Darf der freie Blick von der Güssenhalle in Richtung Giengen verstellt werden oder muss das Gebäude entsprechend verrückt werden? All diese Fragen beschäftigten die Räte, führten aber noch keinem abschließenden Ergebnis. Das Architekturbüro GIP wurde mit der Planung und Bauleitung beauftragt.

Mit einer langen Sommerpause wird es in jedem Fall nichts für die Gemeinderäte. Am 16. August kommen sie ein weiteres Mal zusammen, um das Vorhaben soweit voranzubringen, dass die Zuschussanträge noch rechtzeitig Ende September gestellt werden können.

Hohe Kosten erwartet

In der Sitzung wurden keine Zahlen genannt, aber auf Nachfrage bestätigte Mailänder, dass man sich sicher in einem Kostenbereich von einer halben bis zu einer dreiviertel Million Euro bewegen werde. Weitere finanzielle Unterstützung erhofft man aus dem Ausgleichstock des Landes. Dennoch wird die Gemeinde einen großen Brocken der Finanzierung selbst übernehmen müssen.

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