Herbrechtingen Weihnachtsmarkt: Kommt der Nikolaus oder der Weihnachtsmann?

Das Büro des Weihnachtsmannes im Herbrechtinger Kloster wird es heuer in dieser Form nicht mehr geben. Stattdessen hat der Gemeinderat beschlossen, dass der Nikolaus auf der Bühne im Klosterhof auftreten soll.
Das Büro des Weihnachtsmannes im Herbrechtinger Kloster wird es heuer in dieser Form nicht mehr geben. Stattdessen hat der Gemeinderat beschlossen, dass der Nikolaus auf der Bühne im Klosterhof auftreten soll. © Foto: privat
Herbrechtingen / Elena Kretschmer 19.11.2018
In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es einige Fragen in Sachen Weihnachtsmarkt zu klären.

„Die wichtigste Frage ist doch, ob der Weihnachtsmann kommt oder der Nikolaus“, warf Stadträtin Susanne Niesel (CDU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung in die Diskussion zum Weihnachtsmarkt ein. „Ich finde, wir sollten da schon an unseren Traditionen festhalten. Der Weihnachtsmann kommt aus Amerika, deshalb sollte der Bischof mit seinem Stab kommen.“ Mit einem beipflichtenden „der passt ja auch viel besser ins Kloster“, sorgte Andreas Hof (Freie Wähler) für Erheiterung im Sitzungssaal.

Zuvor war auf Dienstanweisung des erkrankten Bürgermeisters Dr. Bernd Sipple darüber beraten worden, ob man den Beginn des Weihnachtsmarktes an allen drei Tagen nach hinten verlegt – auf 16 statt 13 Uhr. Darüber ist laut Beigeordnetem Thomas Diem auch mit dem Ältestenrat gesprochen worden. Stadtrat Peter Koptisch (Freie Wähler) argumentierte, dass sich die Veranstaltung im Kloster mehr als etabliert habe und sich ihm ein späterer Beginn schlichtweg nicht erschließe: „Damit schaden wir uns doch nur selber.“ Auch seine Fraktionskollegin Petra Reiss hieß die Änderung nicht für gut: „Mittags kommen schon die älteren Leute, die vielleicht abends nicht mehr raus wollen.“ Martin Müller als Fraktionsvorsitzender brachte allerdings vor, dass sich einige Standbetreiber wohl beschwert hatten, dass sie mittags nur herumstehen. Die Abstimmung zeigte schließlich bis auf drei Enthaltungen, dass alles beim Alten bleiben soll.

Etwas kontroverser diskutiert war hingegen die Frage, ob auch im Jahr 2018 der Weihnachtsmann sein Büro in den Räumlichkeiten des Klosters bezieht, oder ob er doch lieber für alle Kinder sichtbar auf einer Bühne im Klosterhof auftritt. Koptisch sagte, dass das Büro die trockene und wärmere Variante sei: „Wir hatten letztes Jahr über 200 Kinder, die den Weihnachtsmann sehen wollten.“

Kein langes Anstehen

Dagegen brachte Manfred Strauß, Fraktionsvorsitzender der CDU, vor, dass ein Auftritt auf der Bühne viel besser sei: „Da kann ihn jeder sehen und keiner muss sich anstellen und ist dann angefressen, weil er 45 Minuten in der Schlange stehen muss.“ Außerdem seien die Kinder für draußen ausgerüstet: „Wenn sie dann drinnen stehen, fangen sie an zu schwitzen.“ Bei der anschließenden Abstimmung gab es mehr Enthaltungen als Stimmen: Fünf Räte stimmten für die Bühne, vier dagegen und ganze zehn wollten sich dazu nicht äußern. Trotzdem wird der Nikolaus – denn wie schon eingangs erwähnt entspricht der Weihnachtsmann eigentlich nicht der hiesigen Tradition – heuer also auf der Bühne auftreten. Für die wird man sich laut Diem zudem um entsprechende Vertonung kümmern, sodass auch jeder etwas hört.

Müller versuchte, die Enthaltungen folgendermaßen zu erklären: „Sie rühren daher, dass uns beide Alternativen nicht wirklich passen.“ Diem betonte, dass es eine Dienstanweisung Sipples gewesen sei und der Gemeinderat deshalb darüber diskutieren und abstimmen müsse.

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