Herbrechtingen Pistoriusschule: So viele Schüler wie noch nie

Im September 2004 hat die Pistoriusschule ihren Betrieb aufgenommen. In den nächsten Jahren stehen bedeutende Änderungen dem SBBZ ins Haus. Mit Schuljahresbeginn gehören zu ihr auch die Arthur-Hartmann-Schule in Heidenheim und die Förderschule in der Buchfeldschule.
Im September 2004 hat die Pistoriusschule ihren Betrieb aufgenommen. In den nächsten Jahren stehen bedeutende Änderungen dem SBBZ ins Haus. Mit Schuljahresbeginn gehören zu ihr auch die Arthur-Hartmann-Schule in Heidenheim und die Förderschule in der Buchfeldschule. © Foto: Joachim Bozler
Herbrechtingen / Günter Trittner 06.09.2018
205 Kinder werden zu Schuljahresbeginn in der Sonderschule erwartet. Bis der Neubau in Heidenheim steht sorgt die Lindenbergschule in Bolheim für die nötige Entlastung.

Wenn am kommenden Montag an der Pistoriusschule der Unterricht beginnt, dann begeben sich 205 Schüler in die Klassenzimmer. Aufs Neue ein Rekord. Für 22 Kinder ist es der erste Schultag in dem Sonderpädagogischen Bildungs-und Beratungszentrum (SBBZ).

Vier Eingangsklassen möglich

Rechnerisch hätte Schulleiter Dr. Daniel Budka vier Eingangsklassen bilden können. Die Lehrerversorgung im Blick werden es wie in den vergangenen Jahren drei Klassen. „Wir können nicht mehr machen.“ Räumlich und personell ist die Schule in der körperlich und geistig behinderte Kinder unterrichtet werden, ausgereizt.

Für vier Jahre nach Bolheim

Doch es gibt eine willkommene Entlastung. Für einen Zeitraum von vier Jahren kann das SBBZ die erste Etage der Lindenbergschule nutzen. Die letzten Möbellieferungen sind am Dienstag eingetroffen. 30 Schüler aus den Klassen 4 bis 9 werden nach Bolheim umziehen. Da das Gebäude der Lindenbergschule nicht barrierefrei ist, ist eine gewisse körperliche Beweglichkeit Voraussetzung. „90 Prozent der Schüler werden hier nach dem Lehrplan der Förderschule unterrichtet“, sagt Budka.

Neubau kommt in Heidenheim

Der Mietvertrag für die Lindenbergschule deckt nur eine Interimszeit ab. Denn der Schulentwicklungsplan für die SBBZ, den der Kreistag vor der Sommerpause einstimmig beschlossen hat, sieht vor, dass ein Teil der Zukunft der Pistoriusschule in Heidenheim liegen wird. Unter das Dach der Pistoriusschule schlüpfen ab diesem Schuljahr das SBBZ Lernen in der Bolheimer Buchfeldschule und die auf Sprachstörungen fokussierte Arthur-Hartmann-Schule in Heidenheim. Auf deren Grundstück soll in den nächsten Jahren ein Neubau erfolgen, in den dann die gesamte Grundstufe der Pistoriusschule einziehen wird. Mit den Nachbarn Rauhbuchschule und Freie Evangelische Schule soll sich hier in Heidenheim Quartier ein Grundschul-Campus entwickeln. Kreiskämmerer Roland Fuchs, der mit der Stadt Heidenheim die Gespräche führt, geht grob geschätzt von Brutto-Kosten von sechs Millionen Euro für den Neubau aus.

Sobald auf dem Rauhbuch Einweihung gefeiert wird – und das sollte nach der Planung von Fuchs in vier Jahren der Fall sein – , hat die Pistoriusschule in Herbrechtingen Platz für die 21 Schüler, welche derzeit das SBBZ Lernen in der Buchfeldschule besuchen. Diese werden dann ins Bibris umziehen.

Langsame Annäherung

Doch auch vorher wird es Kontakte geben. Budka will den Umstand nutzen, dass ab kommender Woche Pistoriusschüler in Bolheim an der Lindenbergschule sind, um erste Kooperationen mit den Förderschüler zu beginnen. Es wird gemeinsame Konferenzen der Lehrer geben, einen gemeinsamen Auftritt beim Weihnachtsmarkt und auch zu den Bundesjugendspielen könnte man zusammen antreten. „Wir nähern uns langsam an,“ sagt Budka. Es sei wichtig, sagt Kämmerer Fuchs, dass innerhalb des SBBZ dieselben Qualitätsstandards gegeben seien. „Das macht solche Konzepte auch erforderlich.“ Wie die Buchfeldschule hat auch die Pistoriusschule einen Förderschwerpunkt Lernen.

Fünf Förderschwerpunkte

Als neues großes SBBZ hat die Pistoriusschule ingesamt fünf Förderschwerpunkte. Damit erhöht sich laut Budka die Flexibilität im Einsatz von Personal. Dies wird auch notwendig sein, denn an der Pistoriusschule reicht derzeit die Zahl der Lehrkräfte nur für den Direktbereich. „In jeder Stunde ist ein Lehrer in jeder Klasse.“ Differenzierungen im Unterricht müssten freilich über „organisatorische Maßnahmen“ gelöst werden.

Budka weiß, dass das kommende Schuljahr auch von ihm einen „sportlichen Einsatz“ abverlangen wird. Denn der Leiter des SBBZ ist bis Juni 2019 noch im Kultusministerium tätig. Es werde aber feste Präsenzzeiten von ihm an der Buchfeldschule und an der Arthur-Hartmann-Schule geben, sichert Budka zu.

Es gibt aber nicht nur Veränderungen. Die Kooperation von Pistoriusschule und Bibris-Gemeinschaftsschule geht weiter. Im Sinne der Inklusion haben beide Schulen zwei Gastklassen im Gebäude der anderen Schule.

Mittel für Sanierung werden beantragt

Der Neubau in Heidenheim ist das eine. Die Pistorius in Herbrechtingen selbst braucht eine bauliche Erneuerung. Um der allgemeinen Abnutzung des Schulgebäudes entgegenzutreten möchte Kreiskämmerer Roland Fuchs aus dem Kommunalen Sanierungsprogramm für Schulen einen Zuschuss. Das Land verteilt hier eigene und Mittel des Bundes. Fuchs hofft, dass der Antrag des Landkreises als Schulträger im Jahr 2019 berücksichtigt wird.

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