Kreis Heidenheim Herbrechtinger Finanzen: Gute Zahlen machen gute Laune

Mit dem jüngsten Vergabepaket wurde auch der Auftrag für die Verkleidung der Unterseite des Vordachs der Bibrishalle zugeschlagen. Diese kostet rund 195 000 Euro.
Mit dem jüngsten Vergabepaket wurde auch der Auftrag für die Verkleidung der Unterseite des Vordachs der Bibrishalle zugeschlagen. Diese kostet rund 195 000 Euro. © Foto: Chr. Thum
Kreis Heidenheim / Günter Trittner 13.07.2018

Die Besorgnis unter den Stadträten schwindet, dass man den Neubau der Bibrishalle nicht stemmen kann. Nach dem am Donnerstagabend erfolgen Zuschlag des vierten von insgesamt fünf Vergabepaketen ist absehbar, dass der gesetzte Kostenrahmen von 18 Millionen Euro gehalten werden kann. 17,8 Millionen Euro davon sind bereits finanziert.

Als große Position steht im Grunde neben Schreinerarbeiten nur noch der Abriss der alten Bibrishalle und das Anlegen des neuen Parkplatzes aus.

Konjunktur stabil gut

Zuversichtlich stimmen kann den Gemeinderat auch die anhaltend gute Konjunktur. Als deren Folge hat das Haushaltsjahr 2017 alle Erwartungen deutlich übertroffen. Bei der Vorlage des Rechenschaftsberichts für 2017 sprach Kämmerer und Beigeordneter Thomas Diem von einem sehr gutem Jahresergebnis. Statt wie im Haushaltsplan 2017 vorgesehen 816 000 Euro aus der Rücklage zu entnehmen, können in diese 2,6 Millionen Euro zusätzlich eingezahlt werden. Herbrechtingens Sparstrumpf ist damit mit 7,6 Millionen Euro gefüllt. Der Schuldenstand liegt bei 10,4 Millionen Euro. Angesicht eines Gesamthaushaltes von über 55 Millionen Euro scheint diese kleine Kluft zwischen Soll und Haben beherrschbar.

Kämmerer Thomas Diem ging jedenfalls davon aus, dass die vom Gemeinderat gesetzte Schuldenobergrenze von 1000 Euro pro Kopf im Zuge der Finanzierung des Neubaus der Bibrishalle nur kurz touchiert wird. Zum Jahresende 2017 waren es 799 Euro. Doch auch mit 1000 Euro, so Diem, falle man im Städtevergleich nicht aus dem Rahmen. Der Plan für 2018 sieht einen deutlichen Griff in die Rücklage vor, die bis auf 5,02 Millionen Euro schrumpfen soll.

Indikatoren für die gute Konjunktur sind die Gewerbesteuer und die Anteile an der Einkommenssteuer, welche in die Kasse der Kommune fließen. 2017 lagen die Einnahmen bei der Gewerbesteuer bei 7,3 Millionen Euro um 800 000 Euro über dem Planansatz. Bei der Einkommensteuer gab es Mehreinnahmen von 600 000 Euro und damit eine Summe von 7,8 Millionen Euro. Kämmerer Diem ging bei der vergangenen Sitzung des Gemeinderats davon aus, dass der Aufwind noch weiter trägt. Die aktuell vorliegenden Daten ließen für das laufende Jahr Gewerbesteuereinnahmen von 7,9 Millionen Euro erwarten. Auch bei der Einkommenssteuer konnte Diem eine Tendenz sehen, den Ansatz für 2018 zu übersteigen. Zu einer „nicht unerheblichen Einnahmequelle“ hat sich laut Diem die Vergnügungssteuer entwickelt. 780 000 Euro erhielt die Stadt 2017 von den Betreibern von Spielcasinos. 129 000 Euro mehr als erwartet.

Vorrat an Grundstücken

Anhand der Quadratmeterzahl konnte Diem dem Gemeinderat nachweisen, dass 2017 die Kommune wie gewünscht, bei den eigenen Grundstücken einen Vorrat aufgebaut hat. „Wir haben 120 000 Quadratmeter erworben und 30 000 Quadratmeter verkauft.“

Allerdings, und dies konnte Diem als positive Aussicht in den Raum stellen, werde es in Kürze zu einem Teilverkauf im Längenfeld kommen. Hier hatte die Stadt eine Fläche Industriegebiet zurückgekauft, um es selbst Interessenten anbieten zu können.

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