Herbrechtingen will keine Hinweise auf Klostergastronomie

Ein Schriftzug, der auf den Klosterbiergarten hinweist, wird künftig über dem Durchlass durch die Klostermauer an der Eselsburger Straße prangen.
Ein Schriftzug, der auf den Klosterbiergarten hinweist, wird künftig über dem Durchlass durch die Klostermauer an der Eselsburger Straße prangen. © Foto: Foto: olv
MICHAEL BRENDEL 19.03.2012
Dass der Hirschbachkeller neue Pächter gefunden hat, weckt allgemein die Hoffnung auf eine gedeihliche Zukunft der Gastronomie im Herbrechtinger Kloster. In einer Hinsicht bleibt aber alles beim Alten: Der Gemeinderat hat drei Standorte für Werbetafeln als nicht geeignet abgelehnt.

Als Florian Wörle und Jessica Klohs Anfang Februar als künftige Pächter des Hirschbachkellers vorgestellt wurden, hatten sie neben jeder Menge Elan auch die Vorstellung im Gepäck, auf drei Hinweistafeln für das Restaurant zu werben. Aufstellen wollten sie diese an der Einmündung der Eselsburger- in die Lange Straße, am Wanderparkplatz oberhalb Eselsburgs und unweit des Herbrechtinger Heimatmuseums am Brenzkanal.

Nach längerer Diskussion lehnte der Gemeinderatsausschuss für Umwelt, Bauwesen und Verkehrsangelegenheiten das Ansinnen mit sieben gegen vier Stimmen ab. Nicht durchsetzen konnten sich somit die Befürworter seitens derer Rolf Häußler (Freie Wähler) befand: „Wir müssen froh sein, dass wir wieder einen Betreiber haben, da sollten wir nicht von vornherein alles verbieten.“ Ähnlich argumentierte seine Fraktionskollegin Annette Rabausch, die an großformatige „Zirkusschilder der Casinos“ erinnerte und anregte, ordentliche Werbeflächen zur Verfügung zu stellen.

Wilhelm Wiedenmann (Freie Wähler) verwies auf bereits vorhandene Pylonen im Lonetal, die er auch am Eingang zum Eselsburger Tal als vorstellbar bezeichnete. An den Standorten hatte Walter Fuchslocher (SPD) nichts auszusetzen, allerdings fand er an der vorgeschlagenen Gestaltung keinen Gefallen.

Entschiedene Ablehnung signalisierte hingegen Dieter Mathes (CDU). Er pflichtete Peter Aufleger (Sonstige) bei, der vor einem Schilderwald in der Kernstadt und in den Vororten warnte: „Mit den Gaststätten beginnt es, und dann kommen nach und nach die anderen Branchen.“

Ähnlich hatte eingangs Bürgermeister Dr. Bernd Sipple die Haltung der Stadtverwaltung umrissen. Zwar schlügen zwei Seelen in seiner Brust, sagte der Rathauschef, allerdings sei angesichts des Gleichbehandlungsgebots im Falle einer Zustimmung damit zu rechnen, dass nicht nur sämtliche 33 Herbrechtinger Gaststätten ihre Ansprüche anmeldeten. „Wenn wir in diesem Fall ja sagen, werden viele andere auch Anträge stellen, und dann haben wir in der Innenstadt tatsächlich einen Schilderwald“, so Sipple.

Eine klare Mehrheit fand hingegen der von Sipple als „charmant“ bezeichnete Kompromissvorschlag, über dem an der Eselsburger Straße gelegenen Mauerdurchbruch einen Schriftzug anzubringen, der auf den Zugang zum Klosterbiergarten hinweist – allerdings ohne Nennung der Brauerei.

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