Herbrechtingen Neuartige Stadt-Tour: Herbrechtingen mal per Bus erfahren

Herbrechtingen / Elena Kretschmer 15.06.2018
Einem ganzen Omnibus voll interessierter Bürger gab Stadtbaumeister Dieter Frank bei einer Tour durch die Industrie- und Neubaugebiete der Gemeinde einen Einblick in aktuelle Projekte.

Hasch du des scho gwusst?“ „Noi, des isch mir au neu.“ So oder so ähnlich raunte es des Öfteren durch den Bus, wenn Stadtbaumeister Dieter Frank per Mikrofon Fakten zu einem Industrie- oder Neubaugebiet durchgab. Auf Initiative der Begegnungsstätte hatten sich 54 interessierte Herbrechtinger auf den Weg gemacht, um bei einer Rundfahrt durch die Gemeinde auf den neuesten Stand in Sachen Bauprojekte zu kommen.

Vom Jurawell-Parkplatz aus steuerte der Bus auch gleich das erste Baugebiet an: das Sturm-Areal in der Eselsburger Straße. „Das Verwaltungsgebäude wird in den kommenden Wochen abgerissen. Bis in zwei Jahren sollen hier 43 Wohnungen entstehen“, erklärte Frank. Vorbei am „Rössle“ und der angrenzenden Wäscherei, auf deren Areal laut Frank ein betreutes Wohnen angedacht ist, aber manche Eigentümer noch nicht verkaufen wollen, ging es ins Gewerbegebiet Vohenstein.

Noch ein Lebensmittelmarkt

In der Daimlerstraße, zwischen Autohandel und Saftherstellung soll ein weiterer Lebensmittelmarkt eröffnen. „Momentan ist aber noch nicht klar, welcher“, so Frank. Hinterhalb der Sturm GmbH baut außerdem Lidl die größte Kühl-Logistikhalle Süddeutschlands. Und auf der Fläche vor der Firma Schlatterer Esband wird angebaut - noch in diesem Jahr.

Zu den Gleisen in der Robert-Bosch-Straße erklärte der Stadtbaumeister: „Die gehören der Stadt. Wir sind Betreiber und müssen da auch einiges an Auflagen erfüllen.“ So eine Industriefläche mit Gleisanschluss sei für Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen, allerdings durchaus attraktiv.

Die knapp 80 000 Quadratmeter große Fläche zwischen der Spedition Schwarz und der Gärtnerei Spengler, auf der heuer schon das Ackercross stattfand, hat die Stadt nach der Wirtschaftskrise von einem finnischen Investor zurückgekauft. Ob das nicht Grundwasserschutzgebiet sei, Frage ein Teilnehmer. Frank erwiderte: „Das ist meines Wissens nach Zone drei, da darf also bedenkenlos gebaut werden.“ Die Hälfte des Areals werde jedenfalls aktuell verkauft: „An ein weiteres Logistik-Unternehmen. Baubeginn soll noch dieses Jahr sein.“ An dieser Stelle ging ein Raunen durch den Bus. „Noch mehr LKWs“ oder „Des find i ned gut“, hörte man die Leute sagen. Zur allgemeinen Beschwichtigung verriet Frank: „Hier an der Pellets-Kreuzung wollen wir den Hang nach rechts verbreitern, sodass es in Zukunft zwei Spuren gibt. Der Plan ist allerdings noch nicht genehmigt.“

Pfeiffer und May: Logistikzentrum wächst

Im Industriepark A7 angekommen, konnten die 54 Mitreisenden das Motel mit Selbstbedienung begutachten, das derzeit hinter der Tankstelle gebaut wird. Hier bucht man sich künftig übers Internet ein, bekommt einen Code und kann dann ohne Check-In sein Zimmer beziehen. Besonders imposant im Industriepark: Das Areal nebenan, auf dem der Sanitärgroßhändler Peiffer und May sein Logistikzentrum errichtet. „Die Löcher, die Sie da sehen, sind für die Stützen aus Beton, die bald eingepasst werden. So ein Hallenrohbau steht innerhalb von vier Wochen“, erklärte Frank. Die beiden freien Flächen etwas weiter hinten sind noch nicht verkauft, allerdings hat laut Stadtbaumeister ein italienischer Kalkputz-Unternehmer eine Option darauf.

Als nächstes stand das Neubaugebiet in Bissingen auf dem Plan, wo laut Frank zunächst wenig Interesse an Bauplätzen bestand, dann aber Schlag auf Schlag 13 verkauft wurden. Außerdem wachse die Landtecknik Schmidt GmbH stetig. Und im September wolle die Stadt in Zusammenarbeit mit dem SV Bissingen ein Dorfhaus eröffnen.

In Hausen wiederum gibt es zwar viele Haussanierungen, aber momentan ist laut Frank kein Neubaugebiet angedacht. Auch in Anhausen wird saniert, und zwar die Gastwirtschaft am Tor. Für die privaten Eigentümer ist das laut Frank gar nicht so einfach, da es aufgrund der entdeckten historischen Mauern Auflagen in Sachen Denkmalschutz gibt.

Stolz präsentierte er wenig später die erneuerte Verbindungsstraße zwischen Anhausen und Bolheim, bei der wegen des Wasserschutzgebietes enormer Aufwand betrieben werden musste. In Bolheim selbst „entwickeln wir gerade das Baugebiet ,Viehweide Nord'. Da hakt es aber noch an den Grundstücken und wir müssen das Hochwasser, das die Brenz manchmal mit sich bringt in den Griff kriegen“.

Begeisterte Teilnehmer

„Jetzt sind wir wieder auf dem neuesten Stand“, sagte Willi Kerler nach der Tour erfreut. Seine Frau Elise ergänzte: „Es war wirklich sehr interessant.“ Auch Heinrich Schmidt war angetan: „Wenn sie die Pellets-Kreuzung wirklich ausbauen, wäre das ein echter Vorteil.“ Seine Frau Erna würde jederzeit wieder mitfahren: „So kommt man wenigstens auch mal in die Teilorte.“ Und Gerd Hezel bemerkte: „Da sieht man, was die Stadt tut und dass nicht geschlafen wird.“

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