Retter Helfer vor Ort: Ernstfall ist an jedem dritten Tag

Gut aufgestellt ist die Rotkreuz-Bereitschaft Dischingen (von links): Sascha Deroni, Marianne Ott, Helmut Grund, Michaela Rauh und Marliese Krüger.
Gut aufgestellt ist die Rotkreuz-Bereitschaft Dischingen (von links): Sascha Deroni, Marianne Ott, Helmut Grund, Michaela Rauh und Marliese Krüger. © Foto: Foto: Pampuch
01.04.2014
Die Helfer vor Ort in der Rotkreuzbereitschaft Dischingen wurden im vergangenen Jahr zu 119 Ernstfällen gerufen. Bei 46 Einsätzen waren die Rotkreuzler auf sich alleine gestellt. Das heißt, es wurde kein Notarzt geschickt. Die Bereitschaft hielt Versammlung und auch Neuwahlen im Gasthaus „Adler“ ab.

Marianne Ott eröffnete den Abend, an dessen Anfang Helmut Grund auf die Arbeit der Helfer vor Ort einging. 119 Einsätze waren zu bestehen. Dafür stehen elf Helferinnen und acht Helfer, darunter sind zwei Ärzte und zwei Rettungshelfer zur Verfügung. Bei 71 Einsätzen musste ein Notarzt hinzugezogen werden, bei weiteren drei war sogar der Rettungshubschrauber erforderlich.

Es wurden zahlreiche Lehrgänge und Schulungen besucht, umfangreiche und anspruchsvolle Übungen absolviert, u. a. zusammen mit Feuerwehr und dem Katastrophenschutz. Bei zwei Blutspende-Aktionen wurden Dank zahlreicher Spender 252 Blutkonserven gefüllt.

Sascha Deroni trug den letztmals von Schriftführerin Simone Ott verfassten Jahresbericht der Bereitschaft vor. Mit dem neuen Sicherheitskonzept für das Festival „Rock am Härtsfeldsee“ wurden die Helfer vor Ort schon frühzeitig für einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung geschult. Auch am Kinderferienprogramm der Gemeinde hat sich die Bereitschaft beteiligt.

Die ausführlichen Berichte über die DRK-Seniorengymnastik, die von den beiden Übungsleiterinnen Sonja Schöpfer und Marliese Krüger vorgetragen wurden, zeugten von rührigen Aktivitäten der beiden Gruppen in Dischingen und Frickingen. Marliese Krüger gab den Finanzbericht.

Nach dem Rücktritt des bisherigen Bereitschaftsleiters Wolfgang Grund im August 2013 wird die Bereitschaft nun von einem fünfköpfigen Gremium geleitet. Marianne Ott und Helmut Grund wurden durch den Kreisbereitschaftsleiter Frieder Fucker als kommissarische und federführende Bereitschaftsleiter eingesetzt. Ihnen stehen Marliese Krüger (Kasse), Michaela Rauh (Ausschuss) und der einstimmig neu gewählte Schriftführer Sascha Deroni zur Seite.

In Abwesenheit wurden Susanne Ott für zehn Jahre sowie Anton Schellenberger für 35 Jahre Dienst am Nächsten ausgezeichnet. Für 25 Jahre wurde der ehemalige Bereitschaftsleiter Wolfgang Grund mit einer Urkunde und einem Geschenkkorb belohnt. Der Geehrte ist nach umfangreichen Weiterbildungen Mitglied im DRK-Kriseninterventionsteam des Landkreises Heidenheim. Wolfgang Grund und fünf weitere Personen stehen in einem rollierenden System landkreisweit ständig zur Verfügung, um in Krisenfällen – hauptsächlich bei Unfällen mit Toten oder nach Selbsttötungen - den Angehörigen und beteiligten Einsatzkräften durch seelsorgerische Arbeit zu helfen. Wolfgang Grund hatte hier 2013 elf oft lange dauernde Einsätze.

Grußworte sprachen Anton Scherer im Namen von Bürgermeister Alfons Jakl, Achim König, der scheidende Feuerwehrkommandant, dessen bisheriger Stellvertreter Michael Vetter. Hartmut Müller stellte sich als neuer Gesamtwehrkommandant vor.

Dr. med. Hermann Eckstein sprach die Themen internationale Krisen an, die durch Wetterextreme und Klimakatastrophen deutlich zunehmen würden und forderte frühzeitige Vorsorge und Vorbeugung.

Der DRK-Kreisbereitschaftsleiter Frieder Fucker berichtete über die Aktivitäten auf Kreisebene und freute sich über „die hervorragenden Hilfsfristen hin, in denen die Einsatzkräfte an ihren Einsatzorten eintreffen. Hier steht der Landkreis Heidenheim in Baden-Württemberg an dritter Stelle hinter den Großstädten Stuttgart und Mannheim.“ Er bedankte sich für die hervorragende Arbeit in Dischingen: „Die HvO sind durchschnittlich jeden dritten Tag im Einsatz und dabei geht es oft um Leben und Tod.