Lehre Helfer für schwer vermittelbare Jugendliche

Ganz offiziell ging es zu beim Dienstantritt von Horst Tampe (links) als Job-Pate im Jahr 2011 (mit Anita Knauß von der Caritas und Diakon Michael Junge). Auch wenn das Programm bisher schleppend läuft, unterstützt Tampe weiter Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
Ganz offiziell ging es zu beim Dienstantritt von Horst Tampe (links) als Job-Pate im Jahr 2011 (mit Anita Knauß von der Caritas und Diakon Michael Junge). Auch wenn das Programm bisher schleppend läuft, unterstützt Tampe weiter Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. © Foto: Foto: Archiv/rw
Herbrechtingen / Mathias Ostertag 15.05.2013
Dem Bewerbermangel zum Trotz: Nicht jeder Jugendliche findet nach der Schule automatisch einen Ausbildungsplatz. Horst Tampe hilft schwer vermittelbaren Jugendlichen auf dem Weg in die berufliche Zukunft.

Drei Jugendliche betreut, zwei Ausbildungsplätze gefunden: Wenn Horst Tampe etwas anpackt, gibt er so schnell nicht auf. Schon gar nicht, wenn es um seine Schützlinge geht. Zwei Jugendlichen, die nach ihrem Schulabschluss über einen längeren Zeitraum keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten, konnte durch das Engagement des Job-Paten ein Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden. Der Erste fand eine Ausbildungsstelle bei einer Druckerei, der Zweite hatte seine Stärken in der Informatik und ist dort nun auch dort tätig. „Die Firma hat ihn nach einem Praktikum einfach als zusätzlichen Azubi eingestellt.“

Jetzt ist der 66-jährige Tampe an seinem dritten Fall. Seit rund einem Jahr versucht er, einen türkischstämmigen 17-Jährigen in Betrieben der Region unterzubringen. Bisher ohne Erfolg. Da halfen bisher auch die zahlreichen Kontakte des ehemaligen Voith-Betriebsrats und ehrenamtlichen Richters nicht weiter. „Wir haben schon 40 Bewerbungen abgeschickt, jetzt stehen noch vier Möglichkeiten aus. Der Jugendliche will in den Metallbereich, dort kommt man nur eben nicht so einfach unter. Ich weiß aber, dass er noch vermittelt wird.“

Schon jetzt habe der junge Mann viel erreicht, sei von der Sonderschule auf die Hauptschule gewechselt, strebe einen mittleren Bildungsabschluss an. „Den packt er.“ Der Junge komme aus einer prekären familiären Situation, habe sein Elternhaus verlassen müssen. „Man muss ihm eine Chance geben, sonst ist er weg vom Fenster, bleibt in Hartz-IV kleben.“

Horst Tampe baut eine enge Beziehung zu seinen Schützlingen auf, fährt zu Vorstellungsgesprächen, hilft bei den Bewerbungsunterlagen. Fast wöchentlich kommt es zu einem Treffen, dann wird das weitere Vorgehen geplant. Tampe wirkt aber nur aus dem Hintergrund, die Eigeninitiative des Jugendlichen soll nicht abgeschnitten werden.

Um Job-Paten zu etablieren, kooperierten Caritas, katholische Betriebsseelsorge und Bibrisschule. Da sich jedoch schnell herausstellte, dass Schüler auf anderem Wege gut vermittelt werden konnten, sei das Angebot der Job-Paten nie wirklich angesprungen. „Wir wollten das Ganze groß anlegen, haben aber in der Anfangsphase Schiffbruch erlitten“, sagt Anita Knauß von der Caritas-Freiwilligenagentur. Einige Ehrenamtliche hätten sich bereiterklärt, mitzuwirken, es habe aber keine Nachfrage nach Job-Paten gegeben. Bedarf bestehe aber weiter, weshalb man Tampe auf seinem eigenständigen Weg unterstütze.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand war Horst Tampe vor der Frage gestanden, was er in seiner freien Zeit tun könnte. „Schimpfen kann jeder. Wichtig ist aber, sich irgendwie für die Gesellschaft einzubringen.“ Soziales Engagement sei Zeit seines Lebens wichtig gewesen, als Betriebsrat habe er sich immer für die Beschäftigten eingesetzt. Er wolle nicht die Welt verbessern, das schaffe niemand. Es reiche schon, „auch dem dritten Jugendlichen eine Ausbildung zu verschaffen.“

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