Kreis Heidenheim Heidenheimer Firmen geht’s so gut wie lange nicht

Der Fachkräftemangel könnte auch in der Region in Zukunft zur Expansionsbremse werden.
Der Fachkräftemangel könnte auch in der Region in Zukunft zur Expansionsbremse werden. © Foto: Adobe Stock
Kreis Heidenheim / HZ 04.06.2018
Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen in der Region ist so gut wie lange nicht mehr. Sorge bereitet ihnen jedoch weiterhin der zunehmende Mangel an Fachkräften.

Um die regionale Wirtschaft steht es weiterhin gut. Das ergab die Konjunktur-Umfrage der Industrie- und Handelskammer im Frühjahr. Angesichts der guten Umsatz- und Ertragsentwicklungen bewerten die Unternehmen in Ostwürttemberg ihre aktuelle Geschäftslage überwiegend positiv. Einziger Wermutstropfen bleibt die wachsende Sorge um den zunehmenden Fachkräftemangel. Personalengpässe könnten in Zukunft zur größten Expansionsbremse werden.

Nach einem bereits überaus positiven Jahresstart hat sich die konjunkturelle Entwicklung in Ostwürttemberg im Frühjahr 2018 unverändert gut weiterentwickelt. Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen befindet sich laut der IHK-Umfrage aufgrund hoher Produktions- und Absatzzahlen in hervorragender Verfassung. „Immer mehr Betriebe sind ausgelastet und geraten personell an ihre Grenzen“, sagte IHK-Geschäftsführerin Michaela Eberle. Dadurch steige die Bereitschaft, neue Mitarbeiter einzustellen sowie verstärkt in die hiesigen Standorte zu investieren.

Positive Stimmung

In allen Wirtschaftszweigen herrsche eine deutlich positive Stimmung, insbesondere in der regionalen Industrie, so Eberle. Auch die Anbieter von Dienstleistungen seien in einer sehr guten Verfassung. „Die gewachsene Dynamik dürfte die regionale Wirtschaft bis weit ins neue Jahr tragen. Denn die Geschäftserwartungen fallen ebenfalls sehr positiv aus“, sagte die Geschäftsführerin der IHK-Ostwürttemberg.

Vor dem Hintergrund eines gleichbleibenden bis weiter steigenden Auftragseingangs erwarten insgesamt über 90 Prozent der befragten Unternehmen in Ostwürttemberg, dass sich ihre Geschäfte in den nächsten zwölf Monaten weiter positiv entwickeln. Dabei geht knapp jeder dritte Betrieb sogar von weiteren Verbesserungen aus. Mit zunehmender Nachfrage wird dabei sowohl aus dem Ausland als auch aus dem Inland gerechnet.

„Dieses Umfeld ist der ideale Nährboden für künftige Investitionsentscheidungen“, erklärte die IHK-Chefin. Denn jeweils knapp 40 Prozent der investierenden Unternehmen gehen von gleichbleibenden bis weiter steigenden Ausgaben aus. Dass derzeit bereits jeder zweite Betrieb weitere Investitionen plane, belege außerdem die robuste und zukunftssichere Verfassung der heimischen Wirtschaft, beurteilte Eberle. Nicht zuletzt trage hierzu der wirtschaftliche Erfolg auf den zahlreichen Exportmärkten bei. Gerade in der Industrie mit ihrer globalen Präsenz sei die Zuversicht besonders ausgeprägt.

Arbeitsmarkt als Bremse

Vor diesem Hintergrund laufe der Arbeitsmarkt Gefahr, in Zukunft immer mehr zur Investitionsbremse für die Wirtschaft zu werden, so Michaela Eberle. Denn nach wie vor mangele es in der Region an Fachkräften, was auch für die meisten der hiesigen Unternehmen eines der größten wirtschaftlichen Risiken darstelle. Das zeigte auch die Umfrage der Industrie- und Handelskammer: 58 Prozent und damit mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen in Ostwürttemberg gaben an, den zunehmenden Fachkräftemangel als großes Risiko wahrzunehmen. Nichtsdestotrotz nehme der Personalbedarf in der Wirtschaft weiter zu: 20 Prozent der Unternehmen wollen die Anzahl ihrer Beschäftigen in diesem Jahr erhöhen.

Auch die Energie- und Rohstoffpreise stellen ein Risiko für die regionale Wirtschaft dar. Das gaben weitere 50 Prozent der Unternehmen an, dicht gefolgt von den Arbeitskosten, die 48 Prozent als Gefahr bewerteten.

Unternehmen geht es so gut wie lange nicht mehr

Die regionale Wirtschaft bewertet ihre aktuelle Lage wie auch zu Jahresbeginn so positiv wie noch nie in den letzten zehn Jahren.

56 Prozent der befragten Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage mit „gut“. Im Vorjahr waren es 52 Prozent.

41 Prozent der Unternehmen bewerteten ihre wirtschaftliche Lage als „befriedigend“. Im Frühjahr 2017 waren es 43 Prozent gewesen.

Drei Prozent der Unternehmen gaben an, sich aktuell in einer schlechten Lage zu befinden. Die Zahl blieb im Vergleich konstant.

Der Geschäftslageindikator, mit dem die IHK die Differenz zwischen positiven und negativen Lageurteilen der Unternehmen bewertet, lag bei in der aktuellen Umfrage bei 53 Punkten - und blieb somit nur knapp hinter dem Rekordniveau von 56 Punkten zu Jahresbeginn zurück.

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