Kreis Heidenheim Hermaringer Mühlfeld: Ab Mitte 2019 soll gebaut werden

Neue Bauplätze für Hermaringen: 24 Stück könnten im Mühlfeld entstehen.
Neue Bauplätze für Hermaringen: 24 Stück könnten im Mühlfeld entstehen. © Foto: Christian Thumm
Kreis Heidenheim / Brigitte Malisi 13.07.2018
Ein angrenzendes ehemaliges Firmengelände könnte die Attraktivität beeinträchtigen. Hermaringens Bürgermeister Jürgen Mailänder setzt auf Gespräche.

Die geplanten Bauplätze im Hermaringer Mühlfeld sind offensichtlich gefragt. Bereits zehn Interessenten haben sich vormerken lassen.

Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend verfolgten gleich mehrere Paare gespannt, wie das Baugebiet am Ortseingang von Allewind her kommend einmal aussehen könnte. Vorerst ist allerdings Geduld angesagt, denn vor Sommer 2019 werden die Häuslebauer vermutlich nicht loslegen können.

Noch nicht einmal die Grundstückspreise stehen fest, da diese davon abhängen, wie teuer die Erschließungskosten ausfallen werden, erfuhren die Interessenten. Nun legten die Räte erst einmal fest, wie das 2,3 Hektar große Gelände aufgeteilt werden soll.

24 statt 21 Plätze

Planer Jürgen Häußler hatte zwei Bebauungsvarianten vorgelegt, wobei sich schnell zeigte, dass die Räte zur Variante zwei tendierten. Der Vorteil: 24 statt nur 21 Bauplätze und rund 300 Quadratmeter weniger Verkehrsfläche, was der Gemeinde rund 40 000 Euro spart. Die Größe der Bauplätze variiere zwischen rund 600 bis hin zu 874Quadratmetern, genug Fläche, damit jeder sein Wunschhaus verwirklichen könne, so der Planer. Zulässig seien Einzel- und Doppelhäuser, insgesamt wolle man wenig Einschränkungen machen und alle Dachformen zulassen, ähnlich wie bereits im Baugebiet Garten-/Silcherstraße.

Als wenig zuträglich für die Attraktivität des neuen Baugebietes beanstandeten die Räte das angrenzende Grundstück der ehemaligen Firma Balint.

Die Bäume seien zu hoch und zum Teil schon abgestorben und viel unnützes Zeug liege herum. Sogar eine mögliche Bodenverschmutzung im Randbereich der angrenzenden Baugrundstücke sei nicht auszuschließen.

Man werde versuchen mit dem neuen Eigentümer ins Gespräch zu kommen, beruhigte Bürgermeister Jürgen Mailänder. Von den Bäumen könne schließlich auch eine Gefahr ausgehen. Auch eine Bodenuntersuchung bezüglich möglicher Altlasten solle gemacht werden, zumal man ohnehin den Baugrund untersuchen lassen müsse. Die Gemeinde werde da kein Risiko eingehen, bestätigte gestern Hauptamtsleiter Harald Uherek auf Nachfrage. Wer dort baue, müsse auch die Gewissheit haben, dass der Boden frei von irgendwelchen Altlasten sei.

Kein Grünstreifen erwünscht

Auf Kritik stieß der Vorschlag von Planer Häußler, einen 50 Zentimeter breiten Grünstreifen zwischen der Straße und der Einfriedung der Grundstücke zu belassen.

„Das leuchtet mir nicht ein“, beanstandete Hans-Dieter Diebold (WDA). Die Leute sollen dafür bezahlen, aber er gehöre dann doch nicht zu ihrem Grundstück. Karl Braun (UBV) bezeichnete das sogar als versteckte Baulast, mit der er die Häuslebauer nicht belasten wolle. Wolfgang Nothelfer (CDU-FWG) fragte kritisch nach, wer den Bereich denn dann pflege. Der Grünstreifen wurde schließlich aus der Planung komplett herausgenommen.

Diebold hätte gern in die Bauvorschriften aufgenommen, dass die derzeit modernen Schotterflächen auf den Grundstücken nur eingeschränkt erlaubt sind und verwies auf das Insektensterben. Bürgermeister Mailänder konnte sich eine prozentuale Beschränkung nach Größe des Grundstückes vorstellen. Nothelfer hielt das für unsinnig. „Wer soll das denn nachmessen?“, gab er zu bedenken. Die Ratsmitglieder stimmten ihm mehrheitlich zu, sodass es keine Beschränkung in Sachen Steingärten geben wird.

In seiner Sitzung am 2. August wird der Gemeinderat den Entwurfsbeschluss für das Baugebiet fassen.

Wie geht's weiter?

Läuft das Bebauungsplanverfahren wie vorgesehen, könnte bereits noch im Herbst dieses Jahres die Erschließungsplanung und die Ausschreibung für das Baugebiet Mühlfeld erfolgen, sodass im Frühjahr 2019 mit den Arbeiten begonnen werden könnte.

Die Grundstücksbesitzer könnten dann voraussichtlich Mitte nächsten Jahres mit dem Bau ihrer Häuser beginnen. Wer bei der Vergabe der Baugrundstücke zum Zug kommt und wie verfahren wird, wenn mehrere Interessenten das gleiche Grundstück im Auge haben, darüber wird der Gemeinderat vermutlich ebenfalls noch einen Beschluss fassen

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel