Grüne Lunge wird in Gerstetten bald Wirklichkeit

Klaus-Dieter Kirschner 04.05.2012
Einen Anlauf zur Verwirklichung einer grünen Lunge mitten in Gerstetten hat die Gemeinde nun mit dem ersten Spatenstich unternommen. Gerstetten bekommt einen Themenpark.

Bewohner aus dem Altenpflegeheim an der Goethestraße und aus dem benachbarten Kindergarten Regenbogen waren neben Bürgern und etlichen Gemeinderäten die Zeitzeugen des ersten Spatenstichs kurz vor dem Elf-Uhr-Läuten. Die Mädels und Jungs aus dem Kindergarten Regenbogen eröffneten das Fest mit dem Lied: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“. Das war so schön, dass die Kinder das auf Wunsch von Bürgermeister Roland Polaschek gleich ein zweites Mal vortragen durften.

Der Spatenstich, so das Gemeindeoberhaupt, sei ein weiterer Schritt um in Gerstetten etwas zu bekommen, was man schon lange in der französischen Partnerstadt Cébazat schon lange habe: Eine Art Stadtpark und grüne Lunge. Seit 1948 nutzte die Gemeinde an der Goethestraße eine Wiese als Festplatz. Inzwischen fanden in dem Quartier zwischen Georg-Fink-Halle und Goethestraße umfangreiche Vorarbeiten für Gerstettens grüne Lunge statt. Etwa 70 000 Kubikmeter Aushubmaterial wurde aufgefüllt und modelliert. Es entstand ein Bolz- und ein Beachvolleyball-Platz. Außerdem gibt es nun einen ebenen Platz, auf dem große Festzelte neben der Georg-Fink-Halle aufgeschlagen werden können.

„Der Wunsch der Bevölkerung nach einem erholsamen Freizeitgelände kann nun Wirklichkeit werden. Am 2. März 2011 beantragte die Gemeinde für den Generationenübergreifenden Themenpark Zuschüsse aus zwei Fördertöpfen: Leader (Europäische Union) und Entwicklungsprogramm „Ländlicher Raum,“ führte Polaschek aus. Leider habe man mit einem zweiten Antrag im August keinen Erfolg gehabt. Aus dem Topf „Gesundheitsprävention“ fiel für Gerstetten kein einziger Cent ab. Im gegenteiligen Falle wäre der Themenpark zu 75 Prozent bezuschusst worden. Aber wegen insgesamt 108 295 Euro bei einer Investitionssumme von 234 392 Euro wolle man auch kein Klagelied anstimmen. Erst im Oktober 2011 habe die Gemeinde die Zuschusszusagen schriftlich bekommen. Bis August 2013 muss das Vorhaben vollendet sein, schloss Polaschek.

Folgende Stationen wird der Themenpfad umfassen:

-Natur-Sinnespfad, der alle fünf Sinne (Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken und Hören) ansprechen wird

-ein Barfußpfad gehört dazu

-Wasserlauf: Einen Teich wird es nun doch nicht geben, weil Kinder oder gebrechliche alte Menschen hier zu Schaden kommen können. Dafür aber gibt es einen entsprechenden Sandkasten mit Matschbereich. Hier wird „Frischwasser“ zufließen und kein abgestandenes.

-Spielgeräte und Schachspiel. Was in dem Themenpark dazu verwirklicht wird, ist das Ergebnis einer Umfrage unter Kindern: Sechseckschaukel, Seilbahn, Kletternetz, Hangrutsche und vieles mehr . . .

-Vom Bahnhof Gerstetten aus wird es – wie an anderen markanten Punkten – eine Ausschilderung zum Themenpark geben. Jörg Lang von der Leader-Geschäftsstelle in Heidenheim erinnerte in seinem Grußwort daran, dass stolze Beträge der Europäischen Union in den letzten Jahren nach Gerstetten flossen: Ausbau des Lokschuppens und der Infrastruktur auf dem Bahngelände Gerstetten; Mehrgenerationenspielplatz in Heldenfingen; Neugestaltung der Umgebung am Heldenfinger Kliff.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Hitzler sorgte sich, wie wohl die Einweihung sein werde: „Waten wir im Büßerhemd barfuß erst durch den Matschbereich des Spielplatzes und gehen dann auf den Barfußpfad?“ Millionen würde das Land für den Städtebau ausgeben, aber Geld für Spielplätze oder kaputte Kirchtürme sei kaum welches vorhanden. Doch gerade hier müsste man investieren. Gerade da sei den Politikern der Dank der Bürgerschaft sicher. Hitzler lobte die Kommunalpolitiker in Gerstetten und allen voran Bürgermeister Polaschek: Vorbildliches werde hier an der Goethestraße in den kommenden Monaten entstehen.

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