Sontheim/Brenz Großer Andrang bei Eröffnung der IGS-Halle

Rund 2500 Gäste kamen am Wochenende zur Einweihung der neuen IGS-Halle.
Rund 2500 Gäste kamen am Wochenende zur Einweihung der neuen IGS-Halle. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner 16.09.2018
Der Sontheimer Brauchtumsverein feierte am Wochenende mit etwa 2500 Gästen die Fertigstellung des neuen Vereinsheims hinter der Gemeindehalle.

Es war ein Riesenfest mit geschätzt rund 2500 Besuchern. Die Sontheimer Interessensgemeinschaft für Brauchtum und Technik (IGS) bekam am Wochenende für ihren großen Einsatz viel Lob und Bestätigung.

Ursprünglich wollte der Brauchtumsverein ja das Bahnhofsareal in Sontheim übernehmen und dort eine von der Niederstotzinger Firma Gardena ausgemusterte Lagerhalle errichten. Die Bundesbahn hatte den Bahnhof sowie das Stellwerk aufgegeben und in Heidenheim mit einem elektronischen Stellwerk die Abwicklung des Schienenverkehrs auf der Brenzbahn zentralisiert. Das Vorhaben zerschlug sich. Heute, so findet der IGS-Vorsitzende Erich Wykydal, sei man über die Entwicklung wirklich nicht traurig. Was nämlich an anderer Stelle stattdessen mit enormer Manpower verwirklicht werden konnte, wäre am Bahnhof nicht möglich gewesen. Es hätte dort nicht bloß an Fläche gefehlt.

Das ganze Wochenende wurde auf dem Vereinsgelände zwischen der Hermann-Eberhardt-Halle und der Brenzbahn kräftig gefeiert. Der Andrang sei so groß gewesen, dass den Vereinsköchen zeitweise das Material ausging und flugs Nachschub geliefert werden musste.

Knackiger Festakt

Nach dem am Sonntag vom Posaunenchor umrahmten Festgottesdienst in Anwesenheit von über 400 Menschen folgte ein kurzer, knackiger Festakt, bei dem das hohe Lied des Ehrenamtes gesungen wurde und die Redner in unterschiedlichen Worten IGS bescheinigten, Sympathieträger Sontheims und überhaupt der ganzen Schwäbischen Alb zu sein.

Bürgermeister Matthias Kraut erinnerte sich an die Anfänge dieses Brauchtumsvereins und mit welcher Begeisterung die Arbeit aufgenommen wurde. Für das Gemeindeoberhaupt gab es keinen Moment des Zweifels, er trat gleich bei der Vereinsgründung bei. Die Anfangsjahre waren steinig, wollte man doch im Bahnhof ein Museum zur Geschichte der Brenzbahn installieren. Doch die Deutsche Bahn als Eigentümer des malerischen Bahnhofs hatte diesen kurzerhand hinter dem Rücken der Sontheimer Interessenten verkauft. Der Groll hielt geraume Zeit an.

„Heimat zum Greifen“

Der Verein verfügte über zahlreiche Landwirte in den Reihen der Mitglieder, über einen beachtlichen Fuhrpark aus alter Zeit, dazu kamen Haushaltsgeräte und natürlich Arbeitsgeräte – ausgestellt in einer großen Scheune. Dieses und noch viel mehr erforderte ein Vereinszentrum.

Bei dem Festakt würdigte der SPD-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Andreas Stoch, den Verein, gratulierte zum neuen Heim und zu einer doch sehr einsatz- wie arbeitsfreudigen Mitgliederschaft. Heimat sei hier wirklich zum Greifen und Ansehen nahe. Stoch begrüßte diese Art der Heimatpflege, bei der sich die Menschen Zuhause fühlen. Heimat schließe keine Menschen aus, sondern lade sie vielmehr ein, Teil der Heimat zu werden. Für die Aussage bekam Stoch starken Beifall und mahnte: „Wir alle müssen sehr sehr dankbar für unsere Heimat sein.“

Dass der Weg zum Geld, so Erich Wykydal, ein äußerst steiniger gewesen ist, bestätigte Hester Rapp van der Kooij, die im Landratsamt die für den Alb-Donau-Kreis und den Landkreis Heidenheim zuständige Leadergeschäftsstelle leitet. Rund 40 000 Euro Zuschuss gewährten die Europäische Union und das Land Baden-Württemberg. Hartnäckigkeit, Geduld und sehr viel Fleiß führten IGS zum Ziel. Dabei wurde betont, dass dieses nun eingeweihte Zentrum für Brauchtum und Technik im Kreis Heidenheim ein Alleinstellungsmerkmal sei. Freudestrahlend nahm unter anhaltendem Beifall Erich Wykydal die Leader-Plakette entgegen und zeigte sich tief beeindruckt, dass es innerhalb von drei Jahren gelang, diese einstige Lagerhalle neu aufzustellen und zu einem schmucken Treffpunkt auszubauen.

Rund um die Halle wurde am Sonntag gefeiert, wobei sich auch andere Sontheimer Vereine aktiv einbrachten. Alte Fuhrwerke und bäuerliche Geräte, teils mit vielen Blumen geschmückt, waren ausgestellt. Altes Handwerk wurde an diesem Tag lebendig.

Das ist die IGS Sontheim:

Die Sontheimer Interessengemeinschaft für Brauchtum und Technik (IGS) gibt es seit fünf Jahren als Verein. Gegründet wurde die IGS aber bereits vor acht Jahren. Alles begann mit 32 Mitgliedern. Mittlerweile zählt der Verein bereits 140. Ihre Anliegen sind die Orts- und Heimatgeschichte, das Brauchtum, bäuerliche Geräte und Fuhrwerke sowie das Eisenbahnwesen. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Frauen- und Jugendgruppe.

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