Sontheim/Brenz Große Nachfrage nach Krippenplätzen erfordert Lösungen

Wenn die Kindergartenplätze besetzt sind, ergibt sich für die Kommunen ein Problem. In Sontheim mangelt es an Betreuungsplätzen im Krippenbereich. Der Gemeinderat suchte nach kurzfristigen Lösungsmöglichkeiten.
Wenn die Kindergartenplätze besetzt sind, ergibt sich für die Kommunen ein Problem. In Sontheim mangelt es an Betreuungsplätzen im Krippenbereich. Der Gemeinderat suchte nach kurzfristigen Lösungsmöglichkeiten. © Foto: Sabrina Balzer
Sontheim/Brenz / Brigitte Malisi 18.07.2018
Die Sontheimer Gemeinderäte wollen den steigenden Bedarf kurzfristig mit einer altersgemischten Gruppe für Kinder ab zwei Jahren im Franziskuskindergarten abdecken.

Das Thema Kinderbetreuung ist ein Dauerbrenner im Sontheimer Gemeinderat. Einerseits möchte man Familien ein gutes Angebot machen, gleichzeitig aber auch nicht zu viel Geld dafür ausgeben. Bleibt doch immer die große Frage: Wie zuverlässig sind die Prognosen und damit der tatsächliche Bedarf?

Hauptamtsleiter Martin Hofmann kommt mit den Berechnungen kaum noch nach. Wie er in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend berichtete, habe sich die Situation bei den Kindergartenkindern, also den über Dreijährigen (Ü3), soweit entspannt, dass man davon ausgehen könne, dass die Plätze im kommenden Kindergartenjahr ausreichen.

Anders sehe es dagegen bei den Krippenplätzen aus. Für Kinder unter drei Jahren (U3) gebe es derzeit noch einen einzigen freien Krippenplatz im Kindergarten in Brenz. Die Nachfrage sei aber sehr hoch und mit weiteren Anmeldungen im Laufe des Kindergartenjahrs sei zu rechnen. Aus Sicht der Verwaltung müssten deshalb die Plätze zum Januar des kommenden Jahres hin aufgestockt werden.

Zwei Lösungsvarianten

Die Verwaltung legte den Räten deshalb zwei Varianten vor, wie man kurzfristig Krippenplätze schaffen könnte. So wäre es möglich, die Kleinkindgruppe im alten Rathaus von bisher sieben auf zehn Plätze zu vergrößern. Oder man würde eine Gruppe des Kindergartens St. Franziskus in eine altersgemischte Gruppe umwandeln.

Beide Lösungen ließen sich mit relativ kleinem finanziellem Aufwand umsetzen. Im alten Rathaus müssten dafür im ehemaligen Vereinsraum der Landjugend einige Sanierungsmaßnahmen erfolgen, die abzüglich der Zuschüsse die Gemeinde rund 11 000 Euro kosten würden. Zusätzliche Personalkosten fielen nicht an.

Die Umwandlung in eine altersgemischte Gruppe im Franziskuskindergarten wäre mit einer nur geringen Investition von rund 3000 Euro zu machen, der Personalschlüssel müsste leicht aufgestockt werden. Dennoch setzte die Verwaltung auf die teurere Lösung – aus zwei Gründen: Zum einen sollten in die altersgemischte Gruppe aus pädagogischen Gründen erst Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden. Außerdem belege jedes Krippenkind zwei Kindergartenplätze. Im St. Franziskuskindergarten könnten folglich entsprechen weniger über Dreijährige aufgenommen werden. Im ungünstigsten Fall könnte so irgendwann der Rechtsanspruch nicht mehr gewährleistet werden, so die Befürchtung der Verwaltung. Stattdessen könnte bei Bedarf mittelfristig im Franziskuskindergarten zu den beiden Kindergarten-Gruppen eine Kinderkrippe eingerichtet werden.

FWV sieht es anders

Argumente, die die Fraktion der Freien Wähler-Vereinigung nicht überzeugen konnten. Sie hatten sich bereits im vergangenen Herbst für eine altersgemischte Gruppe im Franziskuskindergarten stark gemacht. Damit würde es einen dritten Standort für Krippenkinder geben, argumentierte Jonas Pürckhauer, was er als großen Vorteil für die Eltern sah. Zudem sei die Lösung flexibel, denn bei höherem Bedarf an U3-Plätzen könnten Ü3-Plätze entsprechend umgewandelt werden.

Das sei allerdings nur begrenzt möglich, bremste Pastoralreferent Thomas Haselbauer von der katholischen Kirchengemeinde die Erwartung. Mehr als fünf Kinder unter drei Jahren, seien in einer gemischten Gruppe nicht sinnvoll zu betreuen.

Magnus Welsch (CDU) wollte jetzt auf die kurzfristige Lösung im Rathaus setzen und im Herbst eine längerfristige Lösung angehen. Durch die neuen Baugebiete werde es in Zukunft sicher mehr Bedarf an Kinderbetreuung geben. Auch Reiner Lindenmayer (SPD) argumentierte ähnlich, er regte zudem an, gemeinsam mit dem Kindergarten-Kuratorium an einen Tisch zu sitzen und mit den Fachleuten pädagogisch sinnvolle Lösungen zu besprechen.

Jürgen Mäck (SPD) hakte nach, ob die katholische Kirchengemeinde denn eine Zusage machen könne, dass eine gemischte Gruppe zum Jahresbeginn umgesetzt werden könnte. Haselbauer versprach, dies die nächsten Tage zu klären. Die anschließende Abstimmung erfolgte vorbehaltlich der Zusage der katholischen Kirchengemeinde. Sechs Räte stimmten gegen die Lösung im Franziskuskindergarten.

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