Solar Green Factory schließt

Zum 1. März werden die Türen geschlossen: Das Nattheimer Unternehmen Green Factory schließt, an einer Übernahme war niemand ernsthaft interessiert.
Zum 1. März werden die Türen geschlossen: Das Nattheimer Unternehmen Green Factory schließt, an einer Übernahme war niemand ernsthaft interessiert. © Foto: Foto: Annika Sinnl
Nattheim / Annika Sinnl 25.02.2014
Im September musste die Green Factory GmbH Insolvenz anmelden. Jetzt steht fest: Zum 1. März wird die Firma geschlossen.

Es ist das Ende eines Vorzeigebetriebs: Das Nattheimer Unternehmen Green Factory wird zum 1. März geschlossen. An einer Übernahme des Unternehmens war niemand ernsthaft interessiert.

Rückblick: Das Unternehmen hatte im September vergangenen Jahres beim Aalener Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit.

Kürzungen der Förderungen zwängen Branche in die Knie

Hintergrund war die politische Entscheidung, die Förderungen für Solaranlagen zu kürzen. Dies hat die Photovoltaik-Branche in Schwierigkeiten gebracht, für drastische Umsatzrückgänge gesorgt. Und damit hatte auch die Nattheimer Firma Green Factory zu kämpfen, die als Großhändler und Experte für Unterbauten für Solaranlagen tätig war und später sogar versuchte, sich anderweitig auf dem Markt zu behaupten.

Während der Insolvenzverwalter, der Ulmer Rechtsanwalt Michael Winterhoff, anfangs noch Hoffnung hatte, von einer Fortführungsprognose sprach, macht sich nun Ernüchterung breit. „Es wurde weitergearbeitet, die Mitarbeiter haben sich für den Betrieb eingesetzt. Wir haben nach Interessenten gesucht, es gab auch mehrere, doch letztlich hat keiner ein Angebot abgegeben. Das Vorhaben ist gescheitert, die Situation in der Branche ist derzeit einfach sehr schwierig. Hinzukommt die Jahreszeit“, sagt Andreas Glib, Rechtsanwalt bei der Ulmer Kanzlei Jaeger, Breig, Winterhoff und Sachbearbeiter des Green-Factory-Verfahrens.

Betriebsgebäude soll verkauft werden

Derzeit werden in Nattheim noch die restlichen Aufträge abgearbeitet. Zum 1. März werden die Türen geschlossen. „Zumindest gibt es dann keine normale Geschäftstätigkeit mehr“, so Glib.

Die neun Mitarbeiter seien fristgerecht gekündigt worden. Glib: „Es gibt kaum jemanden, der in die Arbeitslosigkeit geht. Das ist beruhigend, denn die Mitarbeiter haben sich wirklich engagiert, sie haben versucht, das Unternehmen zu retten.“

Das Betriebsgebäude in Nattheim soll verkauft werden. „Dafür gibt es wohl auch bereits Interessenten“, wie Glib wissen lässt.

Nattheims Wirtschaftsförderer bedauert Verlust

Ralf Baamann ist Wirtschafsförderer der Gemeinde Nattheim und sagt: „Mit Green Factory hatten wir ein Musterprojekt in Nattheim, eine Vorzeigefirma, die wir gerne hier gehabt haben. Es ist sehr schade, dass die Firma untergegangen ist.“

Dennoch müsse man nach vorne schauen, eine entsprechende Nachfolgefirma finden, die das Areal am Rotbühl mit neuem Leben füllt, so Baamann.

Marc Gergeni, der bislang Geschäftsführer des 2004 gegründeten Unternehmens war, ist mittlerweile aus dem Betrieb ausgeschieden. Er war persönlich nicht mehr zu erreichen.

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