Medizin Grasmilben lassen Haustiere unter Juckreiz leiden

Haben Hunde oder Katzen orangefarbene Punkte an der Pfote oder am Bauch, dann sind sie vermutlich von der Grasmilbe befallen.
Haben Hunde oder Katzen orangefarbene Punkte an der Pfote oder am Bauch, dann sind sie vermutlich von der Grasmilbe befallen. © Foto: Stephanie Grath/Tib124
LISA GRÄSSLE 16.08.2013
Nicht nur Zecken lauern im Garten, auch die Grasmilbe ist in dieser Jahreszeit wieder aktiv. Gerade jetzt, an trockenen Tagen, zwischen Juli und September, knabbert sie sich vor allem in die Haut von Tieren.
Es ist zwar noch nicht Herbst, aber die Grasmilbe, auch Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis) genannt, ist schon aktiv und tummelt sich in Gärten, Wiesen und an Waldrändern. Überall dort, wo viel Gras ist. Hunde, Katzen, aber auch Hasen und andere Kleintiere werden von den Milben befallen. „Die Milbenlarven setzen sich an den Pfoten im Zehenzwischenraum sowie am Bauch oder in der Augengegend fest“, erklärt Dr. Stephanie Grath, Tierärztin in Heidenheim.

Spinnentiere müssen behandelt werden

Die Tiere würden leuchtende orangefarbene Flecken an den Stellen bekommen, an denen sich die Milbe festsetzt. Meistens setzt sich aber nicht nur eine, sondern gleich eine Gruppe Milben auf das Tier. „Die betroffenen Tiere reagieren darauf sehr unterschiedlich“, sagt Grath. Viele Hunde oder auch Katzen reagierten allergisch, der Juckreiz sei so stark, dass sie teils leicht schizophren würden. Der Juckreiz verteile sich auf den ganzen Körper, weil sich die Hunde kratzen und die Milben so verteilen. „Anders als Zecken saugen diese Parasiten kein Blut, sondern trinken aus den Lymphen und beißen sich dabei etwas in die Haut“, erklärt Grath. Hat sich eine Milbenlarve festgesetzt, bleibt sie in den meisten Fällen zwei bis fünf Tage auf der Haut, fällt dann wieder ab und setzt im Gras ihren Entwicklungszyklus fort.

Es reiche allerdings nicht, die Milben einfach nur von den Tieren zu entfernen, sagt Dr. Stephanie Grath. Die Spinnentiere müssten meistens mit einem speziellen Mittel behandelt werden. Empfindliche Tiere müssten sofort behandelt werden. „Bei einem Fall, der zu mir in die Praxis kam, ging es dem Tier so schlecht, es war so geschwächt, dass es sogar Antibiotika bekommen musste“, so Grath.

Sollte sich die Stelle, an der die Milbe sitzt, entzünden und Keime hineinkommen, könne es auch zu Fieber bei den Tieren kommen. Deshalb sei es wichtig, dass in der Hochsaison der Grasmilben, also zwischen Juli und September, die Besitzer die Pfoten ihrer Tiere vorsorglich ab und zu kontrollieren. „Die Bissstelle der Milbe erkennt man an orangefarbenen Punkten. Sie sind im Normalfall mit dem bloßen Auge zu erkennen“, erklärt Grath. Zur Bekämpfung der Milben gebe es dann bestimmte Sprays und alternative Mittel. Für Menschen seien die Grasmilben keine so große Gefahr wie für die Tiere. „Wenn man aber den ganzen Tag im Gras liegt oder Kinder lange im Garten unterwegs sind, kann es sein, dass sich die Milbe auch mal bei einem Menschen verirrt.“ Ihr Biss kann dann Quaddeln an Kniekehlen und Füßen hervorrufen sowie wochenlang anhaltenden Juckreiz auslösen. Zur Vorsicht rät Grath bei Wunden oder OP-Narben. Die Milben würden sich vor allem dort am liebsten festsetzten. Und dies gelte für Menschen ebenso wie für Tiere.