Herbrechtingen Grabungungstechniker sind auf der Straße der Römer

Der weiße Kalkstein, das ist eine Römerstraße. Entlang der Alten Ulmer Straße ist dieses Teilstück verlaufen, das derzeit Mitarbeiter der Denkmalpflege freilegen und kartographieren.
Der weiße Kalkstein, das ist eine Römerstraße. Entlang der Alten Ulmer Straße ist dieses Teilstück verlaufen, das derzeit Mitarbeiter der Denkmalpflege freilegen und kartographieren. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Günter Trittner 29.06.2018
Grabungungstechniker sind derzeit in der Lehmgrube zugange. Über diesen Hang entlang der Alt-Ulmer Straße führte die alte Römerstraße auf Herbrechtingen zu.

Neben der Alt-Ulmer Straße befindet sich noch eine Straße. Trotz ihrer Breite von gut fünf Metern ist sie aber nicht mehr befahrbar. Seit Dienstag dieser Woche legt der Grabungstechniker Jan König im Auftrag der Landesdenkmalpflege Teilstücke dieser alten Römerstraße frei. In zwei Schnitten hat ein Bagger unterhalb der Landhaus-Siedlung quer zum Hang den Boden geöffnet, damit der Verlauf der Straße deutlich wird, die hier von Günzburg nach Heidenheim und Aalen geführt hat. Ein dritter Schnitt, etwas höher im Hang, wird noch folgen. In 25 Zentimeter Tiefe stießen das Grabungsteam bei der Sondage auf die Kalksteine mit denen der Weg gebaut war. Anhand des Bodenprofils an einer freigelegten Stelle kann König zeigen, wie die Römer ihre Verkehrswege aufgebaut haben. Auf einen Unterbau aus Schotter wurden schwere Kalksteine aufgeschichtet und deren Unebenheiten mit Kies ausgeglichen. Diese Deckschicht war leicht zu beiden Seiten gebogen, damit Wasser ablaufen konnte. König weiß, dass Römerstraße gewöhnlich von Straßengräben flankiert waren. Auf diese ist das dreiköpfige Team aber bisher nicht gestoßen. Dafür hatte man eine gute Nase gehabt, auf der westlichen Seite mit der Prospektion zu beginnen.

Hauptaufgabe ist das Einmessen

Hierbei auch neueste Technik geholfen. Über Google-Dienste, so König, könne man den Verlauf von Römerstraßen teilweise erkennen. Sie würden heute mitunter noch als Feldwege genutzt oder seien die Kante von neuzeitlichen Straßen. Hauptaufgabe des Grabungsteams ist es denn den Straßenverlauf einzumessen. König hofft zudem auf kleine Funde im Kies, um klare Aussagen machen zu können, in welcher Zeit die Straße benutzt worden ist. Ein paar Keramikteile wurden schon gesichert. „Eine Münze wäre nicht schlecht.“ Bis kommenden Montag soll die Sondage bereits abgeschlossen sein.

Der Denkmalschutz war auf den Plan getreten, weil die Stadtverwaltung über die Markung Lehmgrube eine zweite Zufahrt zum neuen Wohngebiet an der Eselsburger Straße anlegen will. Diese ist auch im dafür erstellten Bebauungsplan eingezeichnet. Im Rahmen der Anhörung der Träger öffentlicher Belange hatte sich die in Stuttgart ansässige Behörde gemeldet. Dieter Frank, der Leiter des Fachbereichs Bau, kann nicht ausschließen, dass in Kürze bereits die Archäologen ein zweites Mal nach Herbrechtingen kommen. Dann nämlich, wenn die Lehmgrube als Baugebiet erschlossen wird. Sollte sich zeigen, dass die Römerstraße so schräg zum Hang verläuft, dass sie die Alt-Ulmer-Straße unterirdisch kreuzt, dann würde auch auf dieser Seite nach ihr gegraben. Frank geht davon aus, dass die Straße innerorts zum Stockbrunnen geführt hat, wo an der Brenz eine Pferdefurt bekannt ist. Dort ist auch eine römische Besiedlung nachgewiesen.

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