Gerstetten Gerstetter Feuerwehr sucht einen neuen Kommandanten

71 Einsätze hatte die Gerstetter Gesamtfeuerwehr im vergangenen Jahr.
71 Einsätze hatte die Gerstetter Gesamtfeuerwehr im vergangenen Jahr. © Foto: Archiv/Klaus-Dieter Kirschner
Gerstetten / HZ 11.05.2018
Weil sich kein Nachfolger findet, übernimmt Michael Zimmermann das Amt des Kommandanten für weitere zwei Jahre.

Die Feuerwehr Gerstetten hatte im vergangenen Jahr 71 Einsätze – davon zehn Brände und 41 Technische Hilfeleistungen. Im Durchschnitt rückte man in knapp unter vier Minuten nach einer Alarmierung zum Einsatzort aus. „Das ist für eine Freiwillige Feuerwehr ein Spitzenwert“, betonte Kommandant Michael Zimmermann bei der Hauptversammlung. Großbrände waren nicht zu verzeichnen. Allerdings werde die Feuerwehr immer häufiger für Not-Türöffnungen alarmiert.

Es war Zimmermanns zehnte Hauptversammlung als Kommandant. „Eigentlich sollte es auch meine letzte sein. Aber die Suche nach einem Nachfolger hatte leider keinen Erfolg. Von den Wunschkandidaten kam noch kein eindeutiges ,Ja’.“ Daher stelle er sich für eine weitere Amtszeit zur Verfügung.

Mut zu Fehlern haben

Weil er sich aber beruflich weiterentwickeln wolle, sei nach heutigem Stand in zwei Jahren für ihn Schluss. Seinen potenziellen Nachfolgern gab er ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer mit auf den Weg: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

An Zukunftsprojekten mangelt es der Wehr nicht: So soll etwa ein neues Alarmsystem mit digitalen Meldeempfängern eingeführt, für die Abteilungen Heuchlingen und Heldenfingen ein neuer Mannschaftstransportwagen (MTW) angeschafft und das Feuerwehrhaus am Seeplatz zu einem Rettungszentrum ausgebaut werden.

„Als wäre das Wort ,freiwillig’ zunehmend ein Problem

„Ich kann nicht nachvollziehen, dass diese Projekte nicht motivieren“, so Zimmermann. „Mir kommt es so vor, als wäre das Wort freiwillig zunehmend ein Problem bei der Feuerwehr.“ Er sehe einen gefährlichen Trend, wenn sich einige Feuerwehrangehörige Dienstplan, Teilnahme und Aufgaben so zurechtlegten, wie es ihnen passt.

„Wir haben Vorschriften zu erfüllen und nur wer aktiv mitmacht, ist wirklich fit for Firefighting und spürt die uns verbindende Kameradschaft.“ Jeder Feuerwehrangehörige habe eine Verpflichtung, seine Tauglichkeit regelmäßig durch Fort- und Weiterbildung aufrecht zu erhalten. „Hier muss beim Einen oder Anderen wieder mehr Disziplin an den Tag gelegt werden.“

Auch kritisierte Zimmermann steigende Vorgaben und Vorschriften. „Was in der Industrie und Wirtschaft gilt, ist im Ehrenamt nur schwer umsetzbar. Es geht nicht noch mehr.“

Er forderte politische Unterstützung. „Wenn wir nicht an den richtigen Stellschrauben drehen, wird das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr über kurz oder lang aussterben.“

211 Aktive zählt die Feuerwehr Gerstetten, davon 13 Frauen. Das Durchschnittsalter beträgt rund 34 Jahre. 77 Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr, davon 15 Mädchen.

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