Kreis Heidenheim Gerd Illenberger erklärt, wie es mit dem Pfingstcamp weitergeht

Gerd Illenberger veranstaltet in Zukunft kein Pfingstcamp mehr in Herbrechtingen. Für den 50-Jährigen prallen damit Wehmut und Freude aufeinander.
Gerd Illenberger veranstaltet in Zukunft kein Pfingstcamp mehr in Herbrechtingen. Für den 50-Jährigen prallen damit Wehmut und Freude aufeinander. © Foto: Christian Thumm
Kreis Heidenheim / Elena Kretschmer 01.06.2018
Gerd Illenberger ist kreisweit bekannt für sein Pfingstcamp. Das hat heuer zum letzten Mal auf Herbrechtinger Boden stattgefunden. Der Initiator erklärt, warum.

Etwas wehmütig ist Gerd Illenberger schon. Aber er hat sich entschieden: „Ich werde den SV Bolheim im Sommer verlassen. Und wenn ich nicht mehr im Verein tätig bin, dann kann ich auch den Platz hier nicht mehr nutzen.“ Etwas betreten lässt er seinen Blick über den Sportplatz des TSV Herbrechtingen schweifen, auf dem gerade 44 Kinder Fußball spielen. Die Anlage hatte der Bolheimer jahrelang genutzt, um dort seine Fußball-Pfingstcamps zu veranstalten. Jetzt ist das vorbei.

„Mir war der Jugendfußball immer wichtig. Wenn ich dann sehe, dass Spieler ohne Absprachen einfach aus der Mannschaft rausgerissen werden und ihre Saison nicht zu Ende spielen können, dann brodelt's in mir“, erklärt er seine Entscheidung. Obwohl sein Opa Mitbegründer des SV Bolheim war und Illenberger selbst dort 33 Jahre lang Trainer, ist für ihn jetzt die Schmerzgrenze erreicht: „Seit sechs Jahren geht einfach nichts voran. Man kann sagen, was man will, aber es tut sich nichts.“ Das sei frustrierend, aber er habe eingesehen, dass der Verein „nicht mehr auf meiner Wellenlänge“ ist.

Doch der 50-Jährige hat schon einen Plan, wie es weitergehen soll: „Ich werde in Zukunft die A-Jugend vom Juniorteam Brenztal mit betreuen.“ Das sind Jugendliche vom RSV Hohenmemmingen, die auf dem Schießberg in Giengen trainieren. „Meine Motivation ist jetzt, dass ich da auf ganz neue Leute treffe. Ob das am Ende gut oder schlecht ist, wird sich zeigen.“

Und es wird auch weiterhin Fußballcamps von Gerd Illenberger geben: „Also geplant ist dieses Jahr noch eins in Heldenfingen vom 13. bis 17.August und eins in Hohenmemmingen vom 3. bis zum 7.September.“ Auch aus Asselfingen gebe es bereits eine Anfrage, sowie aus anderen Sportvereinen. Und ein Pfingstcamp ist für das kommende Jahr ebenfalls wieder angedacht, wie und wo es am Ende umgesetzt wird, bleibe abzuwarten.

Die Eltern jedenfalls schicken ihre Kinder offenbar gern zu Illenberger. „Es haben schon einige gefragt, ob sie ihre Kinder trotzdem bringen können, auch wenn das Camp nicht mehr hier stattfindet. Klar können sie das“, sagt der Initiator lächelnd. Das Schöne für die Eltern: „Die können ihre Kinder morgens um 9 bei mir abgeben und sie nachmittags um 4 wieder abholen. Alle bekommen von mir eine Vollversorgung.“ Außerdem sei er mit einem Team von zehn Betreuern und einem abwechslungsreichen Trainingsprogramm immer gut aufgestellt. „Viele meiner Betreuer, die heute hier rumlaufen, waren früher selber Teilnehmer“, erklärt der 50-Jährige erfreut.

Bratwurst für den guten Zweck

Zum Abschluss seines letzten Pfingstcamps auf Herbrechtinger Boden ließ er sich nicht lumpen: Mit einem Grillabend und einem Sonderverkauf von Sportschuhen sammelte er gestern Spenden für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. „Ein Kumpel von mir ist an Leukämie gestorben und mit so einem Fest kann ich die Sache auch als Diabetiker unterstützen“, erklärt der Veranstalter.

Und er hat noch mehr vor: „Ich würde an einer Schule im Lankreis gern so eine Fußballsache aufziehen wie Werner Mack früher in der HG-Halle und dort am Freitagabend zwischen 20 und 24 Uhr Sport anbieten.“ Weil man oft von Problemkindern höre, sei das eine gute Lösung: „In der Zeit verticken oder nehmen sie schon keine Drogen oder kommen auf andere dumme Ideen.“

Egal, was Illenberger in Zukunft macht, es wird irgendwie mit Fußball zu tun haben: „Fußball ist mein Leben – schon immer gewesen.“ Und zumindest ein wenig vermissen wird er Herbrechtingen auch: „Die tolle Sportanlage hier wird mir am meisten fehlen und auch der Umgang mit den Leuten. Mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger.“

Einen Tag zu spät gekommen

Ohne den Initiator startete am Montag, 28. Mai, Gerd Illenbergers letztes Herbrechtinger Pfingstcamp. Denn er und seine Bolheimer Jugend kamen nicht wie geplant am Sonntagmittag aus dem Mallorca-Urlaub zurück.

Die Abholung vom Hotel und der Transfer zum Flughafen hatten reibungslos funktioniert, aber der Flug hatte Verspätung. Erst waren es ein paar Stunden, irgendwann fast 40. „Keiner wusste, was eigentlich Sache ist. Die Leute am Flughafen haben's auf irgendwelche Streiks in Frankreich geschoben“, erzählt Illenberger. In Wahrheit waren wohl einige Maschinen der Fluggesellschaft aus dem Verkehr gezogen worden und es dauerte, bis Ersatz kam.

Auf dem Flughafen in Palma fiel zwischenzeitlich noch der Strom aus, dafür durften aber alle in einem 5-Sterne-Hotel übernachten. Dann ging es endlich heimwärts, doch kurz vor dem Ziel hieß es nochmal 20 Minuten im Stau stehen.

Am Montagabend waren schließlich alle wohlbehalten zurück. Und auch Illenberger konnte aufatmen: „Es hat auch ohne mich alles super geklappt. Die Hilfe, die kurzfristig von allen Seiten kam, hat mich beeindruckt.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel