NS-Zeit Georg Elser: Wichtiges Mahnmal oder alter Zopf?

Außer dem Schild „Georg-Elser-Straße“ und dem 2009 vom auswärtigen Künstler Gunter Demnig verlegten Stolperstein in der Karlstraße 29 vor dem ehemaligen Elser-Wohnhaus erinnert in Elsers Geburtsort Hermaringen bisher nichts an ihn und seinen Versuch, Hitler zu stoppen. Gemeinde und Gemeinderat tun sich nach wie vor schwer damit, dem Widerstandskämpfer ein Denkmal zu setzen.
Außer dem Schild „Georg-Elser-Straße“ und dem 2009 vom auswärtigen Künstler Gunter Demnig verlegten Stolperstein in der Karlstraße 29 vor dem ehemaligen Elser-Wohnhaus erinnert in Elsers Geburtsort Hermaringen bisher nichts an ihn und seinen Versuch, Hitler zu stoppen. Gemeinde und Gemeinderat tun sich nach wie vor schwer damit, dem Widerstandskämpfer ein Denkmal zu setzen. © Foto: Jens Eber
Hermaringen / Brigitte Malisi 02.02.2014
Es wird wohl noch dauern, bis es in Hermaringen ein Denkmal für den dort geborenen Widerstandskämpfer Georg Elser geben wird. In seiner Sitzung tat sich der Gemeinderat schwer mit einer Würdigung des Attentäters, der Hitler stoppen wollte.

Manfred Maier, Sprecher des Georg-Elser-Arbeitskreises, hatte bereits vor Wochen in nichtöffentlicher Sitzung versucht, die Gemeinderäte für das Vorhaben zu gewinnen. Nun wurde das Thema noch einmal öffentlich im Rathaus diskutiert.

Hans-Dieter Diebold (WdA) machte sich für die Umsetzung eines Elser-Denkmals stark. Er sehe dies als Bekenntnis zum Denken und Handeln des Hitler-Attentäters. Zugleich sei es eine Aufforderung an die nachfolgenden Generationen, wach zu bleiben und Rechtspopulismus, wie er derzeit in Ungarn und Rumänien, aber auch in Teilen Deutschlands zu beobachten sei, rechtzeitig Einhalt zu gebieten.

„Denkprozess in Gang setzen“

Unterstützung kam von Dagmar Holzschuh (UBV), für die die Auseinandersetzung mit dem Denkmal auch wieder einen Denkprozess über die Person Georg Elser in Gang gesetzt habe. Ihr sei es wichtig, dass das Denkmal nicht zu abstrakt sei, sondern tatsächlich den Menschen Elser abbilde. Laut Antrag der Gemeindeverwaltung sollte zunächst nur ein Grundsatzbeschluss darüber gefällt werden, dass die Gemeinde ein Elser-Denkmal „begrüßt und unterstützt“. Ausführung, Standort und Finanzierung sollten zu einem späteren Zeitpunkt beraten und beschlossen werden.

Darauf wollte sich Thomas Schmissrauter (CDU-FWG) nicht einlassen. Er stellte den Antrag, dass die Unterstützung nur zugesagt wird, wenn eine Finanzierung ausschließlich über Spenden möglich sei.

Man könne als Gemeinderat nicht immer nur sagen, dass man sparen müsse und „dann werden wir wieder wachsweich“, so Schmissrauter.

Diese Argumentation brachte Hans-Dieter Diebold in Rage. „Das wäre ein Signal der Kleinkariertheit“, warf er seinem Ratskollegen vor und gab zu bedenken, dass dieser Beschluss das ganze Vorhaben zu Fall bringen könne. Er wünsche sich ebenfalls eine Finanzierung durch Spenden: Sollte aber eine Lücke entstehe, könne man doch nicht ausschließen, dass sich die Kommune an den Kosten beteiligen werde.

Manfred Maier verwies darauf, dass einst in Königsbronn ähnliche Bedenken hinsichtlich der Finanzierung geäußert wurden. Der Arbeitskreis habe es aber geschafft, Spenden über Stiftungen und Spenden von Privatpersonen zu beschaffen. Für Hermaringen stünden bereits 3000 Euro zur Verfügung, die ein Gönner anlässlich der Einweihung des Elser-Denkmals in Königsbronn zur Verfügung gestellt habe.

Mit Vergangenheit abschließen?

Für seinen Antrag fand Thomas Schmissrauter nur Unterstützung von seinen Fraktionskollegen Schmid und Keck. Wolfgang Nothelfer schloss sich seiner Fraktion nicht an, da er, so erklärte er auf Nachfrage der Kreisredaktion, gar kein Elser-Denkmal haben möchte. Für ihn sei es an der Zeit, „die alten Zöpfe abzuschneiden“ und mit der Vergangenheit abzuschließen.

Die CDU-FWG-Fraktion lehnte schließlich den Antrag der Verwaltung ab und versagte damit die grundsätzliche Unterstützung eines Elser-Denkmals für Hermaringen. Gerhard Burkhardtsmaier (UBV) enthielt sich. Für eine Mehrheit reichte es dennoch und so wird das Thema Ausführung, Standort und Finanzierung zu einem späteren Zeitpunkt wieder im Gemeinderat diskutiert.