Dettingen Genervt von der langen Fahrt zur Tankstelle

Fährt selbstverständlich ebenfalls ein E-Auto: Gerhard Spiegler, der am Rande seines Firmengeländes bei Dettingen eine öffentlich zugängliche Ladesäule hat installieren lassen.
Fährt selbstverständlich ebenfalls ein E-Auto: Gerhard Spiegler, der am Rande seines Firmengeländes bei Dettingen eine öffentlich zugängliche Ladesäule hat installieren lassen. © Foto: Mathias Ostertag
Dettingen / hz 06.06.2018
Bei Solarstrom Spiegler in Dettingen wurde eine E-Ladestation installiert.

Die Elektromobilität ist im Kommen – und nachdem vor kurzem auf dem Kundenparkplatz der Heidenheimer Zeitung gleich zwei öffentliche Ladesäulen für E-Fahrzeuge in Betrieb genommen wurden, zieht nun die Firma Solarstrom Spiegler mit Sitz in Dettingen nach.

Seit einigen Wochen findet sich am Rande des neben dem Netto-Zentrallager gelegenen Firmengeländes eine öffentlich zugängliche Schnellladestation des Anbieters ABB.

Das Besondere an der Ladesäule: Der benötigte Strom, um ein Fahrzeug aufzuladen, kommt direkt vom benachbarten Solarpark, der einen großen Teil des Betriebsgeländes einnimmt. Der Vorteil: Die Ladestation muss tagsüber nicht vom öffentlichen Netz mit Strom versorgt werden, sondern kann direkt über eine Trafostation bedient werden. „Dadurch bleibt auch noch viel Reserveenergie übrig, sodass weitere Schnellladestationen installiert werden könnten“, so Spiegler. Somit werde das öffentliche Stromnetz wenig bis gar nicht belastet, so der Unternehmer, der sich im November vergangenen Jahres selbst einen BMW i3 anschaffte, „weil es mich zunehmend genervt hat, ständig zum Tanken nach Gerstetten oder Herbrechtingen zu fahren“, so Spiegler.

Da sich die Ladestation außerhalb des Firmengeländes befindet, steht sie rund um die Uhr zur Verfügung. Bezahlt werden kann mit gängigen EC- und Kreditkarten, anders als bei vielen anderen Ladesäulen ist man somit nicht an die Kundenkarte eines bestimmten Anbieters gebunden. „Außerdem gibt es Sonnenscheintarife. Wenn die Sonne scheint, wird die Tankfüllung günstiger“, so Spiegler.

Spieglers BMW i3 zum Beispiel ist in rund 20 Minuten zu 80 Prozent voll geladen. Weil alle derzeit gängigen Steckertypen zur Verfüging stehen, ist eine gleichzeitige maximale Leistungsabgabe von 100 kW möglich. „Mit den Kosten für die Anschaffung und dem Betrieb sind wir weit von einer Wirtschaftlichkeit der Ladestation entfernt“, bekennt Gerhard Spiegler. „In Wohngebiete kann man solche Anlagen jedoch nicht bauen, denn dann würde das Stromnetz zusammenbrechen.“ Da aber zunehmend mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs seien, brauche man dafür auch die nötige Infrastruktur. „Und ich selbst habe ja auch was davon und tanke mein Fahrzeug quasi direkt vor der Türe“, sagt er schmunzelnd.

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