Steinheim Steinheim will im Gemeindewald vermehrt auf Eichen setzen

Genügend Holzvorrat, ideale Standorte zum Ernten und gute Preise pro Festmeter: Der Steinheimer Gemeindewald steht sowohl ökologisch als auch ökonomisch sehr gut da.
Genügend Holzvorrat, ideale Standorte zum Ernten und gute Preise pro Festmeter: Der Steinheimer Gemeindewald steht sowohl ökologisch als auch ökonomisch sehr gut da. © Foto: Geyer Luftbild
Steinheim / Carolin Wöhrle 30.07.2018
Verwaltung und Gemeinderat haben die Forsteinrichtungsplanung für die kommenden zehn Jahre auf den Weg gebracht. Nicht in allem war man sich dabei aber einig.

Das Wichtigste vorneweg: Dem Steinheimer Wald geht es ausgesprochen gut. Das war die zentrale Botschaft, die Oberforstrat Michael Rönz, Forstrat Pascal Hecht und Revierleiter Andreas Kühnhöfer im Gepäck hatten, als sie dem Gemeinderat die Forsteinrichtung für die kommenden zehn Jahre vorstellten. „Sie haben die richtigen Bäume an den richtigen Standorten – und dazu den richtigen Revierleiter“, lobte Rönz. „Kurzum: Man kann es sich nicht besser wünschen.“

Rund 1180 Hektar Betriebsfläche hat der Steinheimer Gemeindewald. Notmal für die Ostalb ist dabei, dass lediglich auf 783 Hektar davon Bäume stehen. Die übrige Fläche besteht weitestgehend aus den für die Region typischen Heideflächen. In Steinheim ist der Anteil dieser Fläche im Vergleich zum Bestand vor zehn Jahren sogar noch gestiegen.

Klimawandel und Borkenkäfer machen den Fichten zu schaffen

Im Vergleich zu anderen Kommunen des Landkreises verfügt Steinheim über einen großen Holzvorrat, wobei das Verhältnis von Laub- zu Nadelbäumen noch recht ausgeglichen ist. Absehbar wird sich das ändern: Laut Oberforstrat Michael Rönz leidet insbesondere die Fichte unter dem Klimawandel mit länger anhaltenden Trockenperioden und unter dem Borkenkäferbefall. Wie lange sich die Fichte überhaupt noch an den momentan noch geeigneten Standorten halten können wird, sei nicht absehbar. Um die Baumvielfalt zu erhalten, will man in den kommenden Jahren vermehrt auf bislang gering vertretene Arten wie Douglasie, Tanne und Eiche setzen.

Gerade was Letztgenannte anbelangt, gab es im Gemeinderat dann doch noch Diskussionsbedarf: Dass in den kommenden zehn Jahren auf mehr als zehn Hektar Fläche Eiche nachverjüngt werden soll, erschien einigen Gemeinderäten dann doch deutlich zu viel.

Hans-Peter Mack (FWV) beklagte: „Es ist das erste Mal, dass ich von diesem Umbau Fichte zu Eiche höre.“ Gerne wäre er als Gemeinderat schon vorher in die Planung miteinbezogen worden. Seines Wissens koste es rund 25 000 Euro „bis ein Hektar Eichenwald aus dem Gröbsten heraus ist“. Er bezweifelte, dass es die Empfehlung der Fachleute ist, so stark auf Eiche zu setzen – zumal sie nicht zum natürlich vorkommenden Baumbestand gehöre.

Sind zehn Hektar zu viel für neue Eichen?

Oberforstrat Rönz versicherte, dass es „absolut ungewöhnlich“ gewesen sei, einen Gemeinderat bereits in die Vorplanungen miteinzubeziehen, „vor allem in einem so unproblematischen Betrieb“. Was die Eiche anbelangt, so erklärte Rönz, dass auch die Fichte auf der Ostalb nicht natürlich vorkommend sei. „Sie haben schon recht: Eichenkulturen sind wahnsinnig teuer, sie werden aber auch gefördert“, erklärte der Experte weiter. „Wir stehen wirtschaftlich gut da, warum also nicht jetzt investieren?“

Überzeugen ließ sich der Gemeinderat davon nur in Teilen. Und auch der Steinheimer Revierleiter Andreas Kühnhöfer gab zu: „Ich hätte den recht radikalen Wandel hin zur Eiche auch auf einen längeren Zeitraum ausgedehnt.“ Mathias Brodbeck (FWV) stellte daraufhin den Antrag, die für die neuen Eichenkulturen vorgesehene Fläche – wenn möglich und wirtschaftlich – von rund zehn auf fünf zu Hektar halbieren. Für die übrigen Flächen soll nach alternativen Baumarten gesucht werden. Der Antrag wurde bei zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen angenommen. Der Beschluss der übrigen Forsteinrichtung fiel einstimmig.

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