Nahverkehr Gemeinderat fordert Rufbusse und -taxen

Die Gemeinde Gerstetten fordert in Bezug auf den Nahverkehrsplan des Landkreises mehr Flexibilität auf der Alb.
Die Gemeinde Gerstetten fordert in Bezug auf den Nahverkehrsplan des Landkreises mehr Flexibilität auf der Alb. © Foto: Foto: Jens Eber
Gerstetten / Jens Eber 28.02.2014
Der öffentliche Nahverkehr auf der Alb muss flexibler werden. Dieses Fazit lässt sich aus der Stellungnahme der Gemeinde zum Nahverkehrsplan des Landkreises ziehen.

Im Heidenheimer Landratsamt wird derzeit der aus dem Jahr 1997 stammende Nahverkehrsplan überarbeitet. Zur neuen Fassung hat die Gemeinde Gerstetten mittlerweile eine Stellungnahme abgegeben, die Ordnungsamtsleiter Rudolf Stang in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte.

Demnach wurden nicht alle Ziele des alten Plans umgesetzt. Zwar entstanden in Gerstetten vier neue Bushaltestellen, in Gussenstadt dagegen seien speziell an den Wochenenden noch immer Angebotslücken vorhanden. Auch Anruf-Sammeltaxi-Systeme seien nicht umgesetzt worden, so Stang, der zudem betonte, Verbindungen wie ein Schnellbus zwischen Gussenstadt und Gerstetten oder die Anbindung nach Ulm würden zum Teil durch die Gemeinde finanziert.

Burgholzhöfe, Falkenstein und Ziegelei sollen ins Grundnetz aufgenommen werden

Ein bis heute häufig geäußerter Wunsch ist offenbar auch eine Verbindung von Gerstetten über Gussenstadt nach Geislingen. Diese sollte nach Ansicht der Gemeinde „ins Grundnetz aufgenommen werden“, etwa als Rufbus oder Ruftaxi. Zudem regt die Gemeindeverwaltung an, in Dettingen die Burgholzhöfe, Falkenstein und die Ziegelei ins Grundnetz aufzunehmen. Das Grundnetz beinhaltet Siedlungsbereiche, die zwar geringe Potenziale für den Nahverkehr bieten, aber dennoch ein Grundangebot erhalten sollen, etwa über flexible Transportsysteme wie Rufbusse.

Die Buslinie 70 (Heidenheim-Bolheim-Dettingen-Gerstetten) und die Linie 75 (Heidenheim-Gerstetten-Gussenstadt) werden derzeit von unterschiedlichen Unternehmen bedient, im Zuge einer sogenannten Linienbündelung sollen aber die An- und Abfahrtszeiten optimiert werden. Bis zum Jahr 2022 will die Gemeinde zudem Haltestellen barrierefrei ausstatten. Dies werde, so Stang, auch vom Ortsseniorenrat gewünscht. Die Kosten dafür gingen jedoch vollständig zu Lasten der Gemeinde.

Ticketfreie Bezahlsysteme könnten das Einsteigen beschleunigen

Gemeinderat Gerd Eckhardt (ÖDP) stellte den langfristigen Sinn einer Verbindung nach Geislingen in Frage. Im Zuge von Stuttgart 21 seien seiner Meinung nach bessere Verbindungen nach Ulm sinnvoller. Künftig könnten zudem ticketfreie Bezahlsysteme das Einsteigen beschleunigen. Das spare Zeit, so Eckhardt, und erlaube, zusätzliche Punkte in den Ortschaften anzufahren.

Werner Häcker (FWV) betonte, der Nahverkehr auf der Alb sei „dringend zu reformieren“. Es fehle an Flexibilität, und gerade in Gussenstadt gebe es „unerschlossene Ecken“, aber auch Bereiche mit schlechter Auslastung. Ein Ruftaxi sei das Mittel der Wahl im ländlichen Raum.

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