Elser-Denkmal Gemeinderäte rechtfertigen sich

Bekommt Hermaringen - ähnlich wie Königsbronn (Foto) - ein Georg-Elser-Denkmal? Zuerst muss geklärt werden, wie es finanziert wird.
Bekommt Hermaringen - ähnlich wie Königsbronn (Foto) - ein Georg-Elser-Denkmal? Zuerst muss geklärt werden, wie es finanziert wird. © Foto: Gerhard Stock
Hermaringen / BRIGITTE MALISI 25.02.2014
Für oder gegen ein Denkmal Georg Elsers? Diese Frage wurde im Hermaringer Gemeinderat Ende Januar kontrovers diskutiert. Drei Mitglieder der CDU-FWG-Fraktion fühlten sich missverstanden. Jetzt gaben sie eine Stellungnahme ab.
Ursprünglich sollte die Beratung über Finanzierung, Ausführung und Standort des Denkmals in einer späteren Sitzung beraten werden. Drei der Mitglieder der CDU-FWG-Fraktion knüpften jedoch bereits die grundsätzliche Zustimmung daran, dass eine Finanzierung ausschließlich durch Spenden zu erfolgen habe.

Im Namen von Robert Schmid und Dieter Keck hat nun Thomas Schmissrauter eine Stellungnahme verfasst.
Man fühle sich in dem Zeitungsbericht nicht richtig wiedergegeben, schreibt er, räumt aber ein: „Das lag zum einen daran, dass wir uns nicht deutlich genug ausgedrückt haben.“ Aus den Beiträgen, so findet Schmissrauter, hätte man ja aber auf den Standpunkt der Räte schließen können.

Wenn Denkmal, dann durch Spenden

Man sei der Überzeugung, dass ein Elser-Denkmal, das durch bürgerschaftliches Engagement finanziert werde, eine nachdrücklichere Wirkung habe als eines, das durch Steuergelder bezahlt werde. Man habe keinen Zweifel, dass dem Elser-Arbeitskreis dies auch gelingen werde.

Weiterhin betont Thomas Schmissrauter: „Wir sehen ein Mahnmal für den Widerstandskämpfer Georg Elser nicht nur als Aufforderung, wach zu bleiben gegen Rechtspopulismus. Wir sind für kritisches Denken und Handeln in allen Bereichen, die unsere Gegenwart und Zukunft bedrohen, sei es aus politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen.“ Unabsichtlich habe die Fraktion die Diskussion über Georg Elser angeregt, befürworte es aber, wenn sich die Bürger mit diesem Thema auseinandersetzen.

Wie soll das Denkmal aussehen?

Widerstand lasse sich nicht nachholen, zitiert Schmissrauter Erwin Teufel, bei einer Rede in Königsbronn. Dafür könne man aber alles tun, dass es „totale Herrschaft nicht mehr gibt“.  Dazu gehörten auch Meinungsfreiheit und -vielfalt.  „Lasst uns dies auch im Sinne Georg Elsers praktizieren“, fordert Schmissrauter.

Die Gemeinde wird nun zunächst sondierende Gespräche mit dem Elser-Arbeitskreis und den Verantwortlichen der Gedenkstätte in Königsbronn führen. Außerdem soll geklärt werden, wie ein Denkmal für Hermaringen aussehen könnte. Während sich der Elser-Arbeitskreis wohl auch eine abstrakte Darstellung vorstellen könnte, scheint der Gemeinderat eher eine gegenständliche Ausführung zu bevorzugen.
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