Nattheim / Joelle Reimer Seit Jahren wachsen die Neubaugebiete an Nattheims Ortsrändern. Mit Zuschüssen soll nun auch innerörtliches Potenzial genutzt werden.

Riederberg I, Riederberg II, Riederberg III, Riederberg Ost: Allein an der systematischen Durchnummerierung der größten Nattheimer Neubaugebiete zeigt sich, dass die Nachfrage nach Bauplätzen weiterhin ungebrochen hoch ist. Das wurde auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung bestätigt: Die Erschließungsarbeiten im östlichsten Gebiet haben noch nicht einmal begonnen, und schon wollte ein Zuhörer wissen, welches Gebiet denn danach an der Reihe sei.

Weniger Wiese als Bauplatz

„Die Bauplätze gehen weg wie warme Semmeln“, sagt Juliane Ulbert, stellvertretende Hauptamtsleiterin – und die Gemeinde freut's, steigen doch dadurch nicht nur die Einwohnerzahlen, sondern auch die Steuereinnahmen. Doch weil nicht zuletzt von Seiten der Landesregierung das Credo ausgerufen wurde, weniger in die grüne Wiese zu bauen und mehr auf den Naturschutz zu achten, entstand innerhalb der Verwaltung die Idee, mal direkt in die Ortsmitte zu blicken.

„Wir haben ein Zuschussprogramm zur Förderung baulicher Innenentwicklung aufgestellt“, so Ulbert. Das Ziel: Vorhandene Baulücken besser zu nutzen, die Innenverdichtung in Nattheim und den Teilorten zu fördern und die Attraktivität solcher innerörtlichen Flächen für Bauwillige zu steigern.

Der Gemeinderat hat das entsprechende Programm nun einstimmig verabschiedet und 50 000 Euro dafür in den Haushalt eingestellt. „Ein sinnvolles Vorhaben, schließlich gibt es rund 60 leerstehende Wohnungen ohne Nutzung oder Vermietung. Und damit können wir vielleicht Anreize schaffen“, sagte Bürgermeister Norbert Bereska.

Gültig ist das Förderprogramm ab sofort. Jeder, der Interesse hat, kann bei der Gemeinde anfragen – bislang, so Ulbert, sei jedoch erst ein Vorhaben an die Verwaltung herangetragen worden. „Das braucht Zeit. Wir haben es ja eben erst bekannt gegeben.“

Besonders sinnvoll sei dieses Vorgehen, da die Infrastruktur im Gegensatz zu einem Neubaugebiet sowieso schon vorhanden ist; das Geld, das die Gemeinde dadurch spare, könne als Zuschuss an die Bauherren fließen.

Die Förderungen finden so lange statt, bis der Topf leer ist – „wer zuerst kommt, hat in dem Fall Glück“, so Ulbert. In den kommenden Haushaltsplanberatungen werde dann wieder neu entschieden, wie es mit der Förderung im nächsten Jahr weiter geht.