Kreis Heidenheim Gefahr durch den Borkenkäfer

Kreis Heidenheim / pm 01.08.2018
Das Landratsamt fordert Waldbesitzer zu Kontrollen auf.

Die hohen Temperaturen und die bereits aus dem Vorjahr vorhandene hohe Borkenkäferpopulation lassen aktuell einen vermehrten Befall durch die rindenbrütenden Borkenkäfer „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ in Fichtenbeständen befürchten. So das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Bereits im Frühjahr hätten die deutlich zu hohen Temperaturen zu einem im Vergleich zu den Vorjahren früheren Schwärmflug der Borkenkäfer geführt. Es sei deshalb zu befürchten, dass sich in diesem Jahr mindestens drei Generationen ausbilden können.

Steigende Befallzahlen

Die prognostizierten Witterungsbedingungen für die erste Augusthälfte mit weiterhin hochsommerlichen Temperaturen bieten ideale Entwicklungsbedingungen für die Borkenkäfer und können zu beträchtlichen Schäden in Fichtenbeständen führen. Auch im Landkreis Heidenheim steigen die Befallszahlen laut der unteren Forstbehörde aktuell deutlich an.

Um schwerere Schäden zu verhindern, müssten die befallenen Fichten möglichst umgehend eingeschlagen und aus dem Wald verbracht werden, bevor die sich entwickelnden Käfer wieder ausfliegen und neuerdings Fichten befallen können. Waldbesitzer werden deshalb zur regelmäßigen Kontrolle ihrer gefährdeten Fichtenbestände aufgefordert.

Waldbesitzer sind zur Abwehr von Schäden verpflichtet

Nach den Bestimmungen des Wald- und Pflanzenschutzgesetzes besteht zur Abwehr von Schäden und zur Verhinderung der Ausbreitung von Schädlingen eine Verpflichtung der Waldbesitzer, entsprechende Maßnahmen im eigenen Wald zu veranlassen. In der jetzigen Situation sollte ein wöchentliches Monitoring der gefährdeten Bestände und gegebenenfalls der Einschlag von Käferholz umgehend erfolgen, teilt die untere Forstbehörde mit.

Kennzeichen des Käferbefalls sind: braunes Bohrmehl am Stammfuß, auf der Rinde, an Spinnweben und der Bodenvegetation, Harzfluß und Harztröpfchen, insbesondere am Kronenansatz, sich rot verfärbende Kronen und Nadelverlust, Abplatzen der Rinde, beginnend meist unterhalb der Krone bei oftmals noch grüner Krone.

Besonders trockene und südexponierte Lagen kontrollieren

Bei der Kontrolle sollten zunächst Bereiche mit bereits vorjährigen Befallsherden überprüft werden wie auch südexponierte Lagen mit schlechterer Wasserversorgung oder Bereiche, in denen Sturmschäden zu verzeichnen waren.

Nachdem aktuell ein Überangebot an Fichtenstammholz am Markt zu verzeichnen ist, und zudem viele Sägewerke im August ihren Betriebsurlaub haben, ist eine rechtzeitige Abfuhr vor Ausflug der sich im Holz entwickelnden nächsten Käfergeneration vermutlich nicht immer gewährleistet.

Befallenes Holz aus dem Wald bringen

Folgendes wird empfohlen: Die Stämme entrinden, sofern noch Larven im Holz sind und der Käfer noch nicht entwickelt ist, Gipfelmaterial hacken, Käferholz aus dem Wald fahren und möglichst weit entfernt vom Wald lagern und als letztes Mittel, wenn andere Maßnahmen nicht möglich sind, die Vor-Ausflugs-Spritzung der Käferholz-Polter mit hierfür zugelassenen Mitteln unter Beachtung der Ausbringungsvorschriften.

Fragen beantworten die Revierleiter oder die Mitarbeiter der unteren Forstbehörde beim Landratsamt unter Tel. 07321.321-1390.

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