Ehrung Gedenkstunde für Theuß bei Dauerregen

Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner 10.09.2013
In Sichtweite seines Geburtshauses gedachten am gestrigen Dienstag bei Dauerregen knapp 100 Leute eines Steinheimers, der weit herumgekommen war und der letztlich im März 1945 von den Nazis in Plötzensee hingerichtet wurde: Sofonias Theuß wurde ein Stolperstein an der Pfarrstraße gesetzt.

Es ist dies erst der zweite Stolperstein, der in einer Gemeinde des Landkreises einem Opfer des Nazi-Regimes gewidmet wurde. Im Oktober 2009 wurde in Hermaringen, Karlstraße 29, ein Stolperstein für den Schreiner Georg Elser eingemörtelt, der mit einem fehlgeschlagenen Attentat auf Adolf Hitler den Krieg verhindern wollte.

Zur gestrigen Feier in Steinheim waren übrigens an die Pfarrstraße 20 auch die SPD-Bundestagskandidatin Claudia Sünder gekommen und etliche Nachfahren des „China-Theuß“. Die Zeit war leider viel zu knapp bemessen, als dass gerade die Gäste von auswärts, darunter der Künstler Gunter Demnig, der die Stolpersteine gestaltet, die Theuß-Sammlung in der Heimatstube hätten anschauen können.

Gerhard Oberlader und Bürgermeister Olaf Bernauer erinnerten mit lieben Worten an Sofonias Theuß, der 1875 geboren worden war. Der Träger des Kaiserlich-Japanischen Verdienstordens der aufgehenden Sonne war von der Ehrfurcht vor allem Lebendigen durchdrungen und wegen der Erlebnisse als Soldat auf den Schlachtfeldern zum Pazifisten geworden. Er übte scharfe Kritik an den politischen Zuständen im Dritten Reich.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel