Herbrechtingen /  Uhr
Die gute Nachricht: Die Menschen in der Region werden immer älter. Die schlechte: Der Bedarf an Pflegekräften nimmt ständig zu und kann kaum noch ausreichend gedeckt werden. Ein Ausweg: Umschulungen. Ein erfolgreiches Beispiel: Susanne Baß.

Um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, finanziert die Agentur für Arbeit Aalen im Pflegebereich zahlreiche Umschulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Ein Beispiel für den Erfolg solcher Angebote ist Susanne Baß. Die 44-Jährige hat eine Ausbildung zur Altenpflegerin an der Maria-von-Linden-Schule in Heidenheim und im Karl-Kaipf-Heim des DRK in Herbrechtingen absolviert.

Nach einer Ausbildung zur Fleischerin war Baß in zahlreichen verschiedenen Berufen tätig. 2009 absolvierte sie dann eine von der Agentur für Arbeit geförderte Maßnahme zur Demenzbetreuung. „Hierdurch habe ich meinen Einstieg in die Altenpflege begonnen, und die Tätigkeit im Pflegebereich hat mir sehr gut gefallen“, so Baß.

Vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten

Anschließend war sie als Helferin in der Altenpflege tätig, ehe sie sich ab September 2010 zur Altenpflegerin ausbilden ließ. „Meine Arbeitsvermittlerin Andrea Benz hat mich dazu ermutigt. Ich habe die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen, und meine Familie und ich sind sehr stolz auf mich. Hätte man mir vor ein paar Jahren gesagt, dass ich mit 44 Jahren mal examinierte Altenpflegerin werde, hätte ich das nicht geglaubt“, sagt Benz.

Die 44-Jährige bezeichnet ihre Tätigkeit als in jeder Hinsicht anspruchsvoll. Sie fordere absolute Disziplin. Man lerne während der dreijährigen Ausbildung viele Dinge, die einen anderen Blickwinkel auf den Pflegebereich verschafften. „Sie müssen sich in vielen Bereichen gut auskennen: was Medikamente und deren Verabreichung angeht, Infusionen legen, Spritzen injizieren, Erste Hilfe, unterschiedliche Krankheitsbilder, rechtliche Grundlagen und, und, und.“

Bernhard Wührl, Leiter des Karl-Kaipf-Heims, bescheinigt Baß einen überdurchschnittlichen Einsatz während ihrer Ausbildungszeit. „Sie lebt ihren Beruf und identifiziert sich mit den Zielen unserer Einrichtung. Bei uns steht der Bewohner an erster Stelle. Wir setzen unsere Mittel bedarfsgerecht ein und richten sie an den Bedürfnissen unser Bewohner aus. Dazu gehören auch Kooperationen mit der Musikschule und Kindergärten“.

Chancen, einen Job zu bekommen, stehen gut

„Ich konnte hier viel lernen, und die Bewohner sind mir richtig ans Herz gewachsen. Wenn man hier viel gibt, dann kriegt man auch viel“, spielt Susanne Baß den Ball zurück.

Insgesamt haben 13 Absolventen, die von der Agentur für Arbeit gefördert wurden, die Ausbildung absolviert. Von ihnen haben laut Andrea Benz acht bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

Seit 1991 bildet die Maria-von-Linden-Schule examinierte Pflegekräfte aus. „Stetig sinkende Arbeitslosenzahlen im Pflegebereich und die große Nachfrage der Arbeitgeber nach Pflegefachkräften zeigen den richtigen Weg, den die Agentur für Arbeit gemeinsam mit der Maria-von-Linden-Schule eingeschlagen hat“, sagt Josef Eggstein, Leiter der Geschäftsstelle in Heidenheim. Die Chancen, im Anschluss einen Arbeitsplatz zu finden, stünden gut. Deutlich werde das vor allem bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In den Gesundheitsberufen sei die Zahl der Beschäftigten überproportional angestiegen.