Dischingen Friedhof Dischingen: Eine Fächer-Stele als symbolisches Zeichen

Anhand eines 1:1-Modells machten sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses der Gemeinde Dischingen auf dem Friedhof ein Bild von der Stele auf dem anonymen Gräberfeld.
Anhand eines 1:1-Modells machten sich die Mitglieder des Technischen Ausschusses der Gemeinde Dischingen auf dem Friedhof ein Bild von der Stele auf dem anonymen Gräberfeld. © Foto: Patrick Vetter
Dischingen / Klaus Dammann 05.06.2018
Das 2016 angelegte anonyme Gräberfeld wird mit einer abstrakten Steinskulptur erkennbar gemacht.

Geplant wurden die Urnenstelenanlage und das anonyme Gräberfeld am Eingangsbereich des Friedhofs Taxis schon 2009. Jetzt steht eine erneute Erweiterung der Urnenanlage an. Das anonyme Gräberfeld, das vor zwei Jahren realisiert wurde, umfasst rund 130 Bestattungsplätze, von denen sechs belegt sind. Das Feld, in dessen Zentrum ein Baum steht, ist von Steinplatten eingefasst. Schon bei der Planung war auch angedacht, zur besseren Wahrnehmung einen Gedenkstein oder eine Stele aufzustellen.

Um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen, kamen die Mitglieder des Technischen Ausschusses der Gemeinde auf dem Friedhof zusammen. Bürgermeister Alfons Jakl schilderte, dass sich Reinhard Weinmann von der Steinwerkstatt Weinmann mit dem Thema befasst hatte. Von mehreren gestalterischen Möglichkeiten hatte Weinmann ein 1:1-Modell einer Fächer-Stele aufgestellt.

Gemeinsam sei den verschiedenen Formen ein christlicher Hintergrund, so der Gestalter. Ebenso werde bei allen Entwürfen auf Ornamentik verzichtet und stets handele es sich um Verbindungen von geraden und schrägen Linien. Weinmann regte auch an, zwei bis drei Pultsteine am Boden anzubringen, auf denen auf Wunsch die Namen der Verstorbenen angebracht werden könnten.

Drei Segmente für Dreifaltigkeit

Der Bürgermeister sagte, die dreiteilige Fächer-Stele sei der Favorit der Verwaltung. Die drei Segmente sollen symbolisch unter anderem für die Dreifaltigkeit stehen. Es gebe außerdem Platz für einen Gedenkspruch. „Ich finde es aber sehr groß“, sagte Jakl zu dem 170 Zentimeter hohen Modell. Eine schmalere Ausführung sei denkbar, so Weinmann. Stefan Kragler befürwortete unterschiedliche Höhen für die drei Teile der Stele.

Einstimmig votierte das Gremium dann für das Fächer-Modell. Auch eine gestufte Verkleinerung um 20 Zentimeter wurde befürwortet. Von den vorgeschlagenen Sprüchen für die Stele fand „Glaube – Liebe – Hoffnung“ die Zustimmung des Ausschusses. Aufgrund der gewünschten proportionalen Verkleinerung müssen die bisher auf rund 15 600 Euro kalkulierten Kosten neu berechnet werden.

Bei der Diskussion über Pultsteine mit der Möglichkeit für Namen blieben die Ausschussmitglieder bei ihrem Verständnis der Art des Gräberfelds: „Anonym ist anonym. Ich würde es nicht machen“, sagte Günter Burger. Dem schlossen sich in der Abstimmung alle an.

In der bereits zweimal erweiterten Urnenstelenanlage seien derzeit nur noch drei Nischen frei, berichtete der Bürgermeister. Man habe daher über eine weitere Erweiterung nachgedacht und einen quasi gespiegelten Standort zur bestehenden Anlage ausgewählt. Diese Platzwahl erhielt ebenso die einhellige Zustimmung des Ausschusses wie der Umfang der neuen Anlage mit zwei hochformatigen Stelen zu je zwei mal vier Nischen. Die Kosten liegen bei rund 18 300 Euro.

Beide Aufträge – Symbol-Stele und neue Urnenanlage – wurden vom Ausschuss an die Firma Weinmann vergeben.

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