Retter Feuerwehrleute bekommen mehr Geld

Wenn's brennt, dann hilft ganz selbstverständlich die Feuerwehr. Nach vielen Jahren gibt's jetzt eine höhere Entschädigung für diese ehrenamtliche Tätigkeit.
Wenn's brennt, dann hilft ganz selbstverständlich die Feuerwehr. Nach vielen Jahren gibt's jetzt eine höhere Entschädigung für diese ehrenamtliche Tätigkeit. © Foto: Foto: Archiv/kdk
Herbrechtingen / MICHAEL BRENDEL 05.02.2014
Nicht nur die Ausstattung mit Fahrzeugen beweist, dass die Feuerwehr bei Stadtverwaltung und Gemeinderat große Wertschätzung genießt. Jetzt wurde auch die finanzielle Entschädigung für das ehrenamtliche Engagement erhöht.

Übungen, Aus- und Fortbildungen, Einsätze: Als Entschädigung für ihren Aufwand erhalten die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen Auslagen und Verdienstausfall ersetzt. In welcher Höhe das geschieht, regelt eine Satzung. Die zuletzt gültige stammt aus dem Jahr 1992.

Höchste Zeit, nachzubessern. Sagte der Beigeordnete Thomas Diem, „weil es sich um eine harte Arbeit handelt, die mit einer angemessenen Entschädigung versehen sein muss“. Die Mitglieder des Gemeinderats sehen das offenkundig genauso und stimmten geschlossen einer Erhöhung der geltenden Sätze zu.

Bislang gab's pro Einsatzstunde 8,20 Euro Aufwandsentschädigung. Beim Einsatzleiter kamen 5,20 Euro je Einsatz hinzu. Nun gilt ein einheitlicher Stundensatz von zehn Euro. Er steigt 2015 und 2016 um jeweils 50 Cent. Bei bis zu zweitägigen Aus- und Fortbildungen werden pro Stunde drei Euro gewährt (bisher 1,50 Euro), bei Verdienstausfall kommen neun Euro pro Stunde hinzu (bisher 6,50 Euro).

Aus Gründen der Einfachheit ein Pauschalbetrag

Aus Gründen der Vereinfachung erhalten Feuerwehrangehörige mit besonderen Aufgaben keine zusätzliche Entschädigung mehr pro Stunde, sondern einen Pauschalbetrag. In Absprache mit den Kommandanten ist keine Vergütung mehr für Funktionen vorgesehen, die lediglich mit einem geringen Aufwand verbunden sind.

Laut Kirstin Bosch, Leiterin des Sachgebiets Bürgerservice, wurden die Sätze entsprechend den umliegenden Kommunen erhöht. Auswirkung für die Verwaltung: 2013 fielen 37 000 Euro für Funktionsgelder, Übungs- und Einsatzentschädigungen sowie die Kameradschaftskasse an. 2014 sind es 45 000 Euro, 2015 dann 48 000, 2016 schließlich 52 000. Der Antrag Walter Fuchslochers (SPD), anschließend eine Dynamik in Höhe der Inflationsrate greifen zu lassen, fand keine Mehrheit. * Grundlegende Veränderungen gibt es auch beim Kostenersatz für Leistungen, die die Feuerwehr erbringt. Weil der Verwaltungsgerichtshof die seitherige Abrechnungspraxis für rechtswidrig erklärt hatte, war eine neue erforderlich geworden. Sie geht nicht mehr von der reinen Nutzungsdauer aus, „weil bei wenigen Einsätzen und Übungen sehr hohe Kosten pro Stunde zusammenkamen“, so Bosch.

Vielmehr sind jetzt die Vorhaltekosten zu ermitteln, die sich aus den Jahresstunden nach der Handwerkerklausel ergeben – gemeint sind die 1700 durchschnittlichen Arbeitsstunden pro Jahr. Gleichzeitig werden Kleingeräte nicht mehr separat abgerechnet, da oftmals Cent-Beträge anfallen, die in keinem angemessenen Verhältnis zum Aufwand stünden. Folge: Bei Kleinfahrzeugen schlägt die Stunde künftig mit 40 Euro zu Buche (bisher 50), bei Löschfahrzeugen mit 52 Euro (bisher je nach Typ 100 bzw. 125), bei Gerätewagen mit 58 Euro (bisher 125). Dass es unterm Strich für den Bürger dennoch teurer wird, liegt an den höheren Personalkosten. Diese lagen bislang bei 15 Euro pro Stunde, in Zukunft sind es 46.

Kostendeckung ist nicht das Ziel

Die Kostenerstattungen zielen nicht darauf ab, die gesamten Ausgaben der Feuerwehr zu decken. Gesetzlich erlaubt ist nur, den Aufwand für gebührenpflichtige Einsätze in Rechnung zu stellen. Dazu gehören Feuerwachen und das Ausrücken bei Fehlalarmen durch private Brandmelder.

Keine Kosten werden hingegen bei Pflichtaufgaben berechnet wie der Bekämpfung von Bränden, der Rettung von Menschen und Tieren aus lebensbedrohlichen Lagen sowie Hilfeleistungen bei Notfällen aufgrund von Naturereignissen.

Die Verwaltung erwartet aufgrund der neuen Kalkulationsgrundlage höhere Einnahmen. Zum Vergleich: Wäre sie schon 2012 angewandt worden, hätten die Einnahmen nicht bei 40 000, sondern bei 68 000 Euro gelegen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel