Herbrechtingen Wie es zum Stromausfall in Herbrechtingen kam

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Herbrechtingen / Günter Trittner 06.08.2018
Ein Erdschluss gegen 21.18 am Freitag führte am Ende dazu, dass in fast ganz Herbrechtingen die Lichter ausgingen. Der Blackout währte bis kurz nach Mitternacht.

Marc Gräßle, der kaufmännische Geschäftsführer der Technischen Werke Herbrechtingen macht keinen Hehl daraus. „Das war eine große Geschichte.“ Auch drei Tage nach dem Stromausfall, der Freitagnacht fast die ganze Stadt ins Dunkel gesetzt hat, sucht man noch nach der Ursache des Blackouts. Fest steht, so Gräßle, dass das Übel seinen Lauf an der Mergelstetter Straße 18 genommen hat, wo es um 21.18 Uhr zu zu einem Erdschluss gekommen ist. Warum die Isolierung eines Stromkabel undicht geworden war, ist noch unklar. Am Montag wurden insgesamt vier Stellen mit Fehlerquellen aufgegraben.

In Folge des ersten Erdschlusses, so Gräßle kam es zu Kurzschlüssen und Schutzabschaltungen in Trafostationen. Ab 21.23 war das Wohngebiet um die Anhauser Str. /Baumschulenweg, das Bibris Schulzentrum mit Heizzentrale, Schwimmbad, Rathaus, das Wohngebiet um den Schießberg und das Industriegebiet an der A7 stromlos.

Reihenfolge der Ausfälle

Rasch wurde das defekte Kabelstück zwischen den Trafostationen Alt-Ulmerstr. 10 und Mörikestraße getrennt und vom Schaltwerk um 22.19 Uhr wieder in Betrieb genommen. Durch einen erneuten Erdschluss wurde klar, dass ein zweiter Fehler auf dem Strang vorliegen muss.

Um 22.25 gab es dann auf dem Abgang an der Mergelstetterstr. 18 und dem Abgang Grundweg 39 eine erneute Abschaltung. Zusätzlich zur ersten Störung war auch das Wohngebiet Hohe Wart betroffen.

Gegen 22.30 Uhr brannte es in der Trafostation Stettinerstraße. Hier war der Endverschluss Richtung Trafostation Richard-Wagner-Weg explodiert. Um 22.41 Uhr wurde das Wohngebiet Hohe Wart wieder eingeschaltet, um 23.11 Uhr das Industriegebiet A7.

Um 23.51 Uhr kam es zu einer letzten Schutzabschaltung im Bereich Stangenhausstraße. In der Trafostation Wartbergschule war der Endverschluss in Richtung Trafostation Elchweg explodierte. Um 0.13 konnte hier wieder die Versorgung hergestellt worden. Um 23.59 war das bereits das Wohngebiet Anhauser Str. /Baumschulenweg bis zum Schießberg wieder versorgt gewesen.

© Foto: privat

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Noch gut in Erinnerung

Dabei ist der letzte große Stromausfall noch gut in Erinnerung. Am 21. September 2017 waren ab 22.41 Uhr 1200 Haushalte ohne Energie gewesen. Auch damals kam es zu Folgeabschaltungen, so dass am Ende 4350 Haushalte betroffen gewesen waren.

Nach 90 Minuten waren die ersten Lichter wieder angegangen. Beim Stromausfall am 22. Januar 2014 war die Ursache des Schadens schnell ausgemacht: Weil ein Bagger gleich zwei 20 Kilovoltkabel gekappt hatte, waren für Stunden weite Teile der Innenstadt und der Industriepark A 7 ohne Strom gewesen.

Lange Leitung

Über 255 Kilometer ist das Stromnetz der Technischen Werke Herbrechtingen lang, fast 4000 Hausanschlüsse werden damit bedient. Seit 2009 sind die TWH Eigentümer. Betrieben wird das Netz aber von der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH, welche dieses gepachtet hat. Das Ulmer Partner-Unternehmen ist somit auch bei Störfällen für deren Behebung zuständig.

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