Gerstetten Faschingsparty des RSV Heuchlingen: Wie der Phönix aus der Asche

Carolin Wöhrle 11.01.2018
Die Party des RSV Heuchlingen wäre vor einigen Jahren beinahe Geschichte gewesen. Mit einer simplen Idee und viel Einsatz konnte es doch weitergehen – und das erfolgreicher denn je.

Es ist noch nicht allzu lange her, da stand der Fasching des Heuchlinger RSV auf der Kippe: kaum Besucher und Vereinsmitglieder, die verständlicherweise an der Sinnhaftigkeit der Veranstaltung zweifelten: So viel Einsatz für so wenig Ertrag? „Der Fasching war im Prinzip tot“, sagt Matthias Schauz, Schriftführer des Vereins. „Viele im Verein wollten die Veranstaltung fallen lassen.“ Damals, vor etwa zwölf Jahren, hätte es also so oder so ausgehen können. Der Verein beschloss aber, noch einmal anzupacken und die Feier auf neue Beine zu stellen. Ein Vergnügungsausschuss wurde gegründet – ein Team von acht Leuten, das sich um die Organisation der Vereinsfeiern kümmert.

Die Idee zur Wiederbelebung des Vereinsfaschings war ein simple, aber offenbar hat sie funktioniert: jedes Jahr ein neues, originelles Motto und Bands, die ordentlich Stimmung in die Hungerbrunnenhalle bringen können. Konnte es wirklich so einfach sein? „Das war tatsächlich der Schlüssel, weil zuvor alles so eingefahren war“, sagt Schauz.

Etwa ein halbes Jahr vor dem Fasching setzen sich die Mitglieder des Organisationsteams zum ersten Mal zusammen. Dann wird über das Motto beratschlagt. „Wir sind uns da eigentlich immer recht schnell einig“, sagt Elke Pappa, die zum Team gehört. „Wenn das Thema stimmt, muss nur darauf geachtet werden, dass wir uns nicht mit anderen wie den Söhnstettern oder Bissingern überschneiden. Die haben mittlerweile auch bestimmte Mottos bei ihren Feiern.“

Von da an finden alle vier bis fünf Wochen Treffen statt. Großes Augenmerk liegt dabei auf der Organisation der Hallen-Deko. Und da wiederum wird das ganze Dorf mobilisiert: Im Albboten wird ein Aufruf gestartet, Deko zu spenden, muss was aus Holz gefertigt werden, ist das Sägewerk und die Schreinerei dabei. Erstmals hat der Verein in diesem Jahr Bastelnachmittage für alle Dorfbewohner – von den Kindern bis zu den Senioren – organisiert. Zum diesjährigen Motto „Wir wollen Meer“ sollte gewerkelt werden. Und es hat funktioniert: Die Deko steht. Matthias Schauz lobt die Heuchlinger Dorfgemeinschaft: „Es helfen so viele mit, die selbst nicht zum Fasching kommen.“

Wobei: In diesem Jahr kann der Verein auch schon viel Deko „recyceln“: Bei vergangenen Faschingsfeiern wie „Weltreise“, „karibische Nacht“ oder „Heuchlingen, ein Sommertraum“ hat sich bereits einiges angesammelt, was für dieses Jahr wiederverwendet werden kann. „Das ist der einzige Nachteil“, sagt Felix Bischoff, der ebenfalls zum Organisationsteam gehört: „Es sammelt sich einiges an über die Jahre.“

Musikalisch wird in diesem Jahr wieder das Duo Karacho die Party begleiten – ein seit sieben Jahren bewährter Act. Zu Beginn waren auch mal andere Gruppen auf der Bühne gestanden, etwa die Bachtalia. Mit ihnen kamen ihre Fans aus dem Umland nach Heuchlingen. Die Gruppen mögen nicht mehr dabei sein, einige ihrer Anhänger kommen aber nach wie vor zum Fasching auf die Gerstetter Alb.

Dieser ist allerdings nicht nur am Samstagabend für die Erwachsenen gedacht, sondern am Sonntag auch für die kleinen Kostümfans. Dafür wird sonntags schon früh am Morgen umgebaut. Und wieder packen alle mit an.

Der Heuchlinger Fasching ist eben Gemeinschaftsarbeit – vor und hinter den Kulissen.

Der Fasching des RSV steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wir wollen Meer“. Los geht's am Samstag, 27. Januar, um 20.29 Uhr in der Hungerbrunnenhalle. Einlass ist um 19.59 Uhr. Der Kinderfasching startet dann am Sonntag um 14.33 Uhr.