Dischingen Fasching Dischingen: Vom Rathaus-Chef zum Wasserträger

Eine Riesengaudi war gestern der Rathaussturm des Dischinger Faschingsvereins. Drei ziemlich trickreiche Spiele mussten Bürgermeister Alfons Jakl und die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung durchstehen.
Eine Riesengaudi war gestern der Rathaussturm des Dischinger Faschingsvereins. Drei ziemlich trickreiche Spiele mussten Bürgermeister Alfons Jakl und die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung durchstehen. © Foto: Sabrina Balzer
Dischingen / Klaus Dammann 09.02.2018
Beim Narrensturm auf die Verwaltung ging es am Freitag um Spaß und Sitzkissen: In drei Gaudi-Spielen galt es, bequeme Polster für die harten Stühle der Egauhalle zu gewinnen.

Die organisierten Narren aus der Härtsfeldgemeinde konnten das Trauerspiel wohl einfach nicht mehr länger mit ansehen: Beim Seniorenball wie auch bei anderen Veranstaltungen in der Egauhalle muss der Großteil der Gäste mit dem Allerwertesten ungepolstert auf den Stühlen der Egauhalle Platz nehmen. Der Rathaussturm des Dischinger Faschingsvereins (FVD) wurde da als geeignete Möglichkeit erkannt, Abhilfe zu schaffen.

„Wir wollen auch bequem sitzen – und dafür sollt ihr schwitzen“, wurde denn auch rasch als Slogan von den Narren ans mehrere hundert Zuschauer zählende Publikum auf dem Marktplatz ausgegeben. Wer da schwitzen sollte, war klar: Mit einer „Evakuierungsprobe“ führten zwei Feuerwehr-Amateure zu Blaulicht und Megaphon-Durchsagen die Verwaltungsmitarbeiter aus dem Rathaus, den als Zauberer gewandten Bürgermeister Alfons Jakl an der Spitze.

Bei frischen Temperaturen um 0 Grad war Schwitzen nicht unbedingt leicht, doch die drei vorbereiteten Spiele sorgten schon dafür, dass es dem Rathaus-Chef und Co. gehörig warm wurde. Zu erspielen waren Punkte, von denen jeder durch den FVD in ein Sitzkissen für die Egauhalle umgewandelt werden sollte. Ein sinnvolles Ziel, für das sich die Gemeindeverwalter denn auch entsprechend kräftig ins Zeug legten.

Erstes Spiel: Plüschtiere packen

Eine Riesengaudi war schon Spiel Nummer eins. Aus Löchern in einem großen Kasten tauchten immer wieder für wenige Momente Plüschtiere auf. Mittels Müllgreifzangen sollten die Rathäusler die Viecher packen und herausziehen – jedes Tier ein Punkt bzw. ein neues Sitzpolster. Die Reaktionsfähigkeit der Spieler erwies sich schnell als stark verbesserungsbedürftig, dennoch wurden aber immerhin zwölf Kissen erspielt und bei den beiden FVD-Prinzessinnen auf der Bühne aufgetürmt.

Schon geschickter zeigten sich Jakl und seine Mitarbeiter bei ihrer nächsten Aufgabe, die darin bestand, das Rathaus zu entrümpeln. „In dem Laden hat es so viel Kruscht, da müssen sie mal ausmisten“, gaben die Narren den schwer geprüften Verwaltern mit auf den Weg. Jeweils zu zweit Rücken an Rücken mit Klebeband aneinander fixiert, wurde die Teamfähigkeit auf den Prüfstand gestellt. Während der Eine einen ausgemusterten Gegenstand hoch über den eigenen Kopf nach hinten warf, musste der Andere diesen mit einem Korb auffangen.

Die Zuschauer lachten laut, während alte Aktenordner oder Telefone durch die Luft flogen. Womöglich Schlimmeres wurde durch das Spielende glücklicherweise verhindert, denn plötzlich stand da als nächster Entsorgungsartikel eine erkennbar schwere Schreibmaschine . . . Geschick beim Werfen und Fangen brachte weitere 14 Polsterstücke ein.

Mit Eimern auf dem Kopf

Gelbe Säcke dienten als schützendes Outfit beim feuchten dritten Spiel, in dem Alfons Jakl und seine Mitarbeiter in die Rolle von Wasserträgern schlüpfen mussten. Mit Eimern auf dem Kopf galt es, das von den Faschingsprinzen aus dem ersten Stock des Rathauses herab gegossene Wasser aufzufangen und zu einer Messeinheit zu transportieren. Das Wassertragen beherrschten die Rathäusler zum Erstaunen der versammelten Narrenschar außerordentlich gut. Nochmals 28 Kissen wurden dank großzügiger Multiplikation erspielt. Und der FVD kündigte an, die Zahl auf insgesamt 100 Sitzpolster zu vergrößern.

Ehe die Narren den Gemeindeschlüssel einsackten, rechnete aber natürlich der entmachtete Schultes in Reimform noch kurz mit ihnen ab und prophezeite ihnen die Arbeitslosigkeit ab Aschermittwoch. Doch davon wollten die Gaudifreunde gestern noch nichts wissen – schließlich warteten im Rathaus kräftige Stärkungen für Geist und Seele auf sie.