Herbrechtingen Experten schließen eine Hochwassergefahr aus

Der Denkmalschutz will es so: vor dem Alten Friedhof darf eine bestimmte Fläche nicht bebaut werden, damit Kirche und Kloster sichtbar bleiben.
Der Denkmalschutz will es so: vor dem Alten Friedhof darf eine bestimmte Fläche nicht bebaut werden, damit Kirche und Kloster sichtbar bleiben. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Günter Trittner 02.05.2018
Die Denkmalbehörde will im Baugebiet Beim Kloster die Sicht auf Kirche und Kloster freihalten. Deswegen darf eine Teilfläche nicht bebaut werden.

Es geht gerade mal um fünf Einfamilien- und Doppelhäuser, die gebaut werden sollen. Doch auch für die vergleichsweise kleine Fläche von 4200 Quadratmeter braucht es einen Bebauungsplan. „Beim Kloster – Erweiterung II“ lautet dessen Titel. Die „Erweiterung I“ entlang des Hirschgrabens war schon 2006 als Satzung beschlossen worden. Nachdem jetzt weitere Grundbesitzer auf der Fläche zwischen Graben und Altem Friedhof zugestimmt haben, ist auch hier eine aus städtebaulicher Sicht erwünschte Nachverdichtung möglich. Die Anbindung des kleinen Wohngebiets erfolgt über die Pfarrstraße.

Grünes Licht für Bauvorhaben

Mit seinem einstimmig getroffenen Satzungsbeschluss hat der Gemeinderat nun seinerseits grünes Licht für die Bauvorhaben gegeben. Vorab waren die Anregungen und Einwendungen der Träger öffentlicher Belange im Gremium beraten worden. Entwarnung gibt es beim Hochwasser. Auch wenn nach der Hochwassergefahrenkarte des Landes Teile der Fläche bedroht scheinen, so hätten terrestrische Messungen gezeigt, dass das Risiko eines 100-Jährigen-Hochwassers nicht gegeben sei. Wie Dieter Frank, der Fachbereichsleiter Bau, weiter informierte, sollten die künftigen Bauherren sich aber dennoch am Leitfaden „Kommunales Starkregenrisikomanagement“ des Landes orientieren und sich über Vorsorgemaßnahmen erkundigen. Das Landratsamt bestehe zudem darauf, dass zum Hirschbach ein Streifen von fünf Metern von allen baulichen Anlagen freigehalten wird.

Denkmalschutz kompromissbereit

Kritisch sieht das Landesdenkmalamt die geplanten Bauvorhaben. Denn dadurch verliere das Kloster wieder an Freiflächen und geschützter Umgebung. Man zeigt sich beim Denkmalschutz aber kompromissbereit, da im Osten noch ein Stück Wiese vor der Klostermauer bleibt. In Stuttgart geht man davon aus, dass dieser Freibereich „dauerhaft von einer Bebauung freigehalten wird.“

Einwände von Nachbarn

Auch zwei Nachbarn hatten sich gemeldet. Sie fürchten eine Erhöhung des Hochwasserrisikos, da aufgrund der Flächenversiegelung mehr Oberflächenwasser in den Hirschbach abgeleitet würde. Ein Anrainer befürchtete zudem, dass durch die Bebauung in Ufernähe die Habitate „bestimmter Tiere“ nachhaltig gestört werden könnten. So habe man hier Eisvögel, Wiedehöpfe, Staren, Frösche, Erdhummeln und einen Biber beobachtet. Dieter Frank verwies im Gemeinderat darauf, dass technisch nachgewiesen sei, dass keine Gefahr durch Hochwasser zu erwarten sei. Zudem diene das Bauverbot im Gewässerrandstreifen auch dem Schutz der Tiere.

Besser selbst nicht gebaut

Stadtrat Andreas Hof (Freie Wähler) hatte etwas Zweifel an der Aufrichtigkeit der Forderung nach Schutz der Tiere. „Dann hätten diese Nachbarn selbst nicht dort bauen dürfen, wenn sie in Sorge um die Tiere sind.“

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