Industrie Europaminister Peter Friedrich zu Gast bei Zeiss

Da staunte Peter Friedrich, Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten: Anlässlich seines Besuchs in Oberkochen führten ihm die Zeissianer auch eines der weltweit modernsten Mikroskope vor, das in der Augenchirurgie zum Einsatz kommt. Links Dr. Werner Nahm, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung.
Da staunte Peter Friedrich, Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten: Anlässlich seines Besuchs in Oberkochen führten ihm die Zeissianer auch eines der weltweit modernsten Mikroskope vor, das in der Augenchirurgie zum Einsatz kommt. Links Dr. Werner Nahm, Bereichsleiter Forschung und Entwicklung. © Foto: Holger Scheerer
Oberkochen / HOLGER SCHEERER 27.02.2015
Europaminister Peter Friedrich reiste am Donnerstag aus Stuttgart zu einer Stippvisite in der Carl Zeiss Meditec AG an, wo er vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Ludwin Monz und Dr. Werner Nahm, dem Bereichsleiter für Forschung und Entwicklung, begrüßt wurde.

Offiziell nennt sich das Amt, das der SPD-Politiker Friedrich im Kabinett Kretschmann innehat, Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten. Eingebürgert hat sich der Begriff Europaminister. Eines seiner Spezialgebiete in der Zeit seiner Zugehörigkeit zum Bundestag bildete die Gesundheitspolitik. Mit dieser hat auch Dr. Nahm zu tun, verantwortlich für die optischen Geräte, die die Meditec AG zur Marktreife bringt. Diese sind im Medical Solution Center im Hauptgebäude nicht nur ausgestellt, sondern werden auch für Schulungen verwendet. Ärzte können sie unter Laborbedingungen testen. Dr. Nahm liefert das Rückschlüsse auf die Praxistauglichkeit der Zeiss-Erfindungen.

Der Entwicklungsleiter erläuterte dem Gast aus Stuttgart die neuesten Innovationen auf dem Gebiet der Augen- und der Mikrochirurgie. Durch die stetige Verbesserung der Technik ist es heute möglich, mit einem modernen Mikroskop eine Augenoperation wie jene beim Grauen Star in einer Viertelstunde abzuwickeln, wobei in Oberkochen immer pro Linse und Auge gerechnet wird.

Der Schwerpunkt der ministerialen Stippvisite lag auf dem Thema der Digitalisierung. Während ein Mikroskop zum Operieren im Wesentlichen immer noch ein Mikroskop ist, wie es bei Zeiss bereits seit den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts hergestellt wird, hat sich auf dem Gebiet der Digitalisierung, das heißt bei der visuellen Darstellung ungeheurer Datenmengen innerhalb kürzester Zeit, sehr viel getan.

Dr. Nahm demonstrierte dem Gast ein Operationsmikroskop der neuesten Generation, bei dem der Chirurg auf dem Bildschirm nicht nur eine genaueste Vermessung dargestellt bekommt, sondern auch noch den zu operierenden Bereich in 3-D. Möglich wurde dies durch neueste Entwicklungen in der Halbleitertechnologie. Ein wesentlicher Grund für die Marktführerschaft von Zeiss bei den chirurgischen Geräten liegt daran, dass die Mikrochips von der Firma selbst entwickelt und hergestellt werden.

Der Unternehmensbereich, in dem die Mikroprozessoren gefertigt werden, nennt sich Semiconductor Manufacturing Technology. Wer diesen Bereich betreten will, muss sich erst einen Plastiküberzug über die Straßenschuhe stülpen, denn Staub ist der Todfeind dieser hochsensiblen Produktion. Vereinfacht ausgedrückt geht es in der Halbleitertechnologie immer um die Bereitstellung möglichst idealer und glatter Oberflächen. Dabei bewegt man sich nicht mehr im Millimeter-, sondern im Pikometerbereich (ein Milliardstel Millimeter). Bereits ein einzelnes Atom wäre eine zu große Erhebung auf einem Halbleiter.

Der Minister zeigte sich beeindruckt von der Führung durchs Haus und versprach einen erneuten Besuch in der nahen Zukunft.

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