Königsbronn EU finanziert neuen Freiraum zwischen Brenz und Pfeffer

Der Königsbronner Klosterhof steht im Mittelpunkt einer Machbarkeitsstudie, bei der es um die Aufwertung des Freiraums zwischen Brenz und Pfeffer gehen soll.
Der Königsbronner Klosterhof steht im Mittelpunkt einer Machbarkeitsstudie, bei der es um die Aufwertung des Freiraums zwischen Brenz und Pfeffer gehen soll. © Foto: Geyer Luftbild/Archiv
Königsbronn / Gerhard Stock 28.06.2018
Mit Hilfe von Leader-Fördermitteln soll in Königsbronn der Freiraum zwischen Brenz und Pfeffer gestaltet und aufgewertet werden. Jetzt liegt eine Machbarkeitsstudie vor.

Mit vergleichsweise wenig Aufwand viel bewegen und sich dabei von der EU mit Fördergeldern aus dem Leader-Programm finanziell unterstützen lassen: Das will Königsbronn auf Basis der Freiraumkonzeption fürs Klosterareal, die in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats als ambitionierte Planung zustimmend zur Kenntnis genommen wurde.

Im Vorfeld hatte das Gremium ein Fachbüro für Landschaftsplanung beauftragt, sich Gedanken darüber zu machen, wie in Königsbronn Altbekanntes als neuer Erlebnisraum präsentiert werden kann. Diplom-Ingenieur Urs Müller-Meßner, Geschäftsführer der Kienleplan GmbH in Leinfelden-Echterdingen, stellte hierzu in den Grundzügen eine Machbarkeitsstudie vor. Diese konzentriert sich auf den Ortskern und insbesondere auf den Bereich zwischen Brenz und Pfeffer. Um das Aufgabengebiet überschaubar zu halten, ließen die Planer allerdings manche, vom Gremium sogleich vermisste Posten wie zum Beispiel die Burg Herwartstein außen vor. Nicht alle Themen könnten „bespielt“ werden, so der vortragende Fachplaner.

Auch Ostalbhalle ein Thema

Vorrangiges Ziel, so Bürgermeister Michael Stütz, sei es, Leader-Fördermittel bewilligt zu bekommen. Hilfreich sei die Unterteilung in kurz-, mittel und langfristig umzusetzende Vorhaben. Bei der nun anstehenden Auseinandersetzung mit dem Plankonzept gelte es insbesondere auch zu berücksichtigen, dass die stark in die Jahre gekommene Ostalbhalle zur Disposition stehe.

Aus Sicht des Kulturvereins, der seit Jahren bereits im Klosterhof bei der Sanierung historischer Gebäude sehr aktiv ist, spricht für das Konzept, dass, so Vorsitzender Ulrich Knöller, „eigentlich mit wenig Einsatz relativ viel bewerkstelligt werden kann“. Je früher konkrete Arbeiten in Angriff genommen werden könnten, desto besser. Nicht zu verachten sei auch, dass bereits die Planung zu 60 Prozent mit Leader-Geldern unterstützt werde. Das Interesse der Öffentlichkeit an den historischen Schätzen des Orts sei groß, was man zum Beispiel auch an der stark gestiegenen Nachfrage nach sachkundigen Führungen merke.

Mit der Erkundung der örtlichen Museumslandschaft war bereits vor vier Jahren der Grundstein für die Studie zur Gestaltung der Freiräume zwischen Brenz und Pfeffer gelegt worden. Königsbronn, so Planer Müller-Meßner, sei ein geschichtsträchtiger Ort, das Thema Wasser allgegenwärtig. Allerdings offenbare die Gesamtbetrachtung Brüche, die zahlreich vorhandenen „Schätze“ und Potenziale seien auf den ersten Blick kaum wahrnehm- oder erlebbar, Uferbereiche zugewachsen und wenig zugänglich, die Fließgewässer nicht sichtbar.

Derlei Defizite gelte es, „gestalterisch und naturräumlich zu heilen“, etwa durch Verbinden und Verknüpfen. Bei der Erstellung des Maßnahmenkonzepts habe man das Gesamtareal in verschiedene Bereiche unterteilt und bewusst „groß gedacht“, Details könnten problemlos davon abgeleitet werden.

Klosteranlage im Mittelpunkt

Im Zentrum aller Überlegungen steht die alte Klosteranlage, von der nur noch ein Stück Mauer kündet. Mit Strukturen im Boden, etwa mittels Steinplatten oder auch Hecken, könne man nun beispielsweise den alten Kreuzgang nachzeichnen und so nicht nur die räumliche Ausdehnung sichtbar machen, sondern Besuchern auch bedeutende Geschichte in Erinnerung rufen. Weitere Vorschläge des Planers: Parken entlang der Bahn, Theaterbühne, neue Fußwege.

Als nutzbare Grünfläche erschlossen werden soll der Bereich Ostalbhalle (Brenzpark) mit Schaffung eines Zugangs zur Brenz und „Sitzen am Wasser“. Das damit verbundene Gefährdungspotenzial, auch im Blick auf die Schule, ist aus Sicht des Planers beherrschbar, dafür gebe es anderenorts viele Beispiele, etwa in Hermaringen.

Das Thema Industrialisierung wartet am Ochsenberger Weg auf augenfällige Präsentation, etwa durch eine Stahlplatten-Spur. Highlight ist der Flammofen, die Neugestaltung zum Industriedenkmal läuft bereits. Mit gärtnerischem Geschick aufgeweitet und sichtbar gemacht werden soll das versteckt wirkende Biotop Pfefferursprung.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt aus Planersicht der Straßenraum B19/Ortsdurchfahrt, Querungsmöglichkeiten gelte es mit Licht und Grün verstärkt zu visualisieren. Zu guter Letzt könne auch noch ein Rundweg helfen, den nun ins Visier genommenen innerstädtischen Freiraum aufzuwerten. Gerne aufgenommen wurde vom Fachmann der Hinweis von Ratsmitglied Hermann-Josef Boch, auf dem Klostergelände gebe es Zugeschüttetes, das freizulegen sich eventuell lohne.

Wie die Gemeinde Königsbronn von den Leader-Fördermitteln profitiert

Fördergelder aus dem Leader-Programm der EU halfen dabei, die alte Feilenschleiferei in Königsbronn zum Industriemuseum zu machen.

In Arbeit ist derzeit das Flammofengebäude auf dem SHW-Gelände, das ein zweites Industriemuseum werden soll. Die Kosten für die Umgestaltung wurden mit knapp 143.000 Euro ermittelt, 72.000 Euro davon fließen als Leader-Zuschuss, also 60 Prozent des als förderfähig anerkannten Aufwands.

Unterstützung erhofft sich die Gemeinde auch für das neue Projekt Freiraumgestaltung Klosterareal, das ebenfalls zur Leader-Förderung angemeldet wurde.

Die Brenzregion erhält schon seit dem Jahr 2000 Gelder aus dem EU-Programm Leader und konnte damit bisher über 200 Projekte fördern.

Das Fördergebiet Brenzregion umfasst große Teile des Landkreises Heidenheim sowie Teile des nördlichen Alb-Donau-Kreises (Verwaltungsverband Langenau). Die zuständige Aktionsgruppe befasst sich aktuell mit sechs Projekten und einer EU-Fördersumme von 150.000 Euro

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