Herbrechtingen Es tröpfelt durch die Decke des Buigen-Centers

800 Quadratmeter Fläche auf dem Bibris-Centrum werden neu abgedichtet. Von hier dringt Wasser in die im Erdgeschoss liegenden Räume des früheren Einkaufszentrums.
800 Quadratmeter Fläche auf dem Bibris-Centrum werden neu abgedichtet. Von hier dringt Wasser in die im Erdgeschoss liegenden Räume des früheren Einkaufszentrums. © Foto: Markus Brandhuber
Herbrechtingen / Günter Trittner 28.06.2018
Die Sanierungsarbeiten wegen undichter Stellen reißen nicht ab. Nun muss das Dach über der Einkaufspassage abgedichtet werden.

Es ist keine Neuheit im Bereich des Bibris-Centers: Die Dächer des 1981 eingeweihten zweiten Teil der neuen Stadtmitte Herbrechtingens sind nicht mehr dicht. Die Rathaus-Tiefgarage war vor drei Jahren der erste Sanierungsfall. Im Sommer 2015 wurde über Wochen mit hoher Lärmentwicklung der Beton der Decke der Tiefgarage mit einem 1000 Bar kräftigen Wasserstrahl zerbröselt, damit eine neue dichte Oberfläche aufgebracht werden konnte.

Der Stadt hat diese Notoperation einen neuen Rathausplatz beschert und Ausgaben in Höhe von gut zwei Millionen Euro. Nun sind die Nachbarn dran. Dort tröpfelt es eine Etage höher in die seit Jahren leer stehende Ladenzeile im Erdgeschoss. Auf rund 400 000 Euro ist eine kleine Variante der Sanierung veranschlagt, die nun von den Eigentümer zu erbringen sind. Dazu gehören einige Privatpersonen, welche Büros, Praxen und Wohnungen auf dem Dachgeschoss gehören, die Kreisbau, der Investor, der vor wenigen Jahren die Ladenzeile im Erdgeschoss aus einer Konkursmasse gekauft hat und auch die Technischen Werke Herbrechtingen. Die waren als Kostenträger bereits bei der Sanierung der Rathaus-Tiefgarage mit im Boot und sind es nun wieder.

Landgericht hat entschieden

Das scheint auf den ersten Blick fragwürdig, da die Tiefgarage ja keinen unmittelbaren Kontakt zur undichten Fläche überhalb der Einkaufszeile hat, doch das für Wohneigentumssachen zuständige Landgericht Stuttgart hat vor rund zwei Jahren in letzter Instanz entschieden, dass diese Sanierungsarbeiten gemäß ihres Miteigentumsanteils auf alle Eigentümer umgelegt werden. Die ursprüngliche dem Verkauf zu Grunde liegende Teilungserklärung hatte zu unterschiedlichen Auffassungen unter den Eigentümern geführt, die anlässlich einer Balkonsanierung dann richterlich geklärt wurden. Dass Wasser über die erste Etage in die Ladenzeile eindringt, ist unbestritten. Noch weiß man allerdings nicht, ob man alle undichten Stellen ausgemacht hat. In einem ersten Schritt wurde vergangene Woche eine 805 Quadratmeter große Teilfläche freigelegt. Damit eine neue Isolierung aufgebracht werden kann, muss der alte Belag in Teilen entfernt werden.

Es kann sich aber herausstellen, dass das Dach weiter leckt. Ursprünglich war man von einer Fläche von 1800 Quadratmeter, die neu abgedichtet werden muss. Dafür war die Kostenschätzung auf einem Betrag von fast einer Million Euro angelangt. Die Arbeiten wurden in Folge in drei Abschnitte gegliedert, mit dem ersten wurde nun begonnen. „Es herrscht ein enormer Instandhaltungs-Rückstau“, sagt Carol Schwerdtner von der Kreisbau.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel