Brücke Erster Versuch zu teuer: Neuer Voithsteg verzögert sich weiter

Ist das Vorhaben, einen neuen Voithsteg zu bauen, für eine Firma allein zu groß?
Ist das Vorhaben, einen neuen Voithsteg zu bauen, für eine Firma allein zu groß? © Foto: Archiv HZ
Hermaringen / Brigitte Malisi 09.08.2017
In einer neuen Ausschreibung werden die Arbeiten in drei Gewerke aufgeteilt.

Wann immer der Voithsteg auf der Tagesordnung des Gemeinderats steht, ist es programmiert, dass zusätzliche Besucherstühle im Sitzungssaal gebraucht werden.

Auch diesmal verfolgte ein Dutzend Anlieger gespannt die Entwicklung, wann sie endlich wieder ihre Fußgängerverbindung über die Brenz nutzen können. Seit Mitte 2015 ist die marode Holzbrücke gesperrt: Untersuchungen hatten gezeigt, dass die mögliche Gefährdung für Fußgänger groß ist. Die Gemeinde wollte auf keinen Fall ein Risiko eingehen.

Zumindest die Sorge, dass die Brücke nicht ersetzt werden könnte, müssen die Anlieger nicht mehr haben. Nachdem inzwischen die Zusage des Landes für einen Zuschuss in Höhe von bis zu 150 000 Euro eingegangen ist, steht das nicht mehr zur Debatte. Geduld ist aber auch weiterhin angesagt.

Eigentlich hätten die Arbeiten für die Erneuerung der Brücke schon in der Sitzung des Gemeinderates im Juli vergeben werden sollen. Es gab aber nur ein einziges Angebot und das lag mehr als 200 Prozent über der ursprünglichen Kostenschätzung von 140 000 Euro.

Das kam für die Räte auf keinen Fall in Frage. Stattdessen überlegte man, woran es liegen könnte, dass die Firmen kein Interesse zeigten. Volle Auftragsbücher wollten die Räte allein als Begründung nicht gelten lassen. Vielleicht, so wurde vermutet, sei der Gesamtauftrag doch eine Nummer zu groß für Handwerksbetriebe. Daher, so die Idee, solle man die Gewerke einzeln ausschreiben.

Das sei eigentlich nicht üblich, erklärte Geschäftsführer Ulrich Mäck vom Ingenieurbüro Gansloser, das mit der Planung betraut ist, in der jüngsten Sitzung. In seiner Argumentation machte Mäck deutlich, dass er von einer Aufteilung der Gewerke nicht viel hält. Da würden Arbeiten womöglich doppelt ausgeführt und das Ganze erfordere einen erhöhten Koordinierungsbedarf.

Ein Argument, das Robert Schmid (CDU-FWG) nicht gelten ließ: „Das ist das kleine Einmaleins der Bauwirtschaft“, fuhr er dem Planer in die Parade. Ein Problem sah Schmid viel mehr darin, dass sich die Entsorgung des kontaminierten Holzes nicht pauschal abrechnen lasse.

Vergabe Ende des Jahres

Die Räte einigten sich darauf, Abbruch und Neubau in drei Gewerken auszuschreiben. In der Hoffnung, dass die Firmen zum Jahresende mehr Luft haben, soll die Ausschreibung im Herbst stattfinden. Die Vergabe könnte dann Ende des Jahres erfolgen.