B 19 Erste Bürger beschweren sich wegen Umleitung

Diese Fußgängerampel hilft jetzt beim Überqueren der Heidenheimer Straße in Bolheim.
Diese Fußgängerampel hilft jetzt beim Überqueren der Heidenheimer Straße in Bolheim. © Foto: Foto: Jennifer Räpple
Bolheim / MICHAEL BRENDEL 07.05.2013
Mehr Fahrzeuge auf einen Schlag gab's wohl noch nie in Bolheim: Die am Montag eingerichtete Umleitungsstrecke hat zu einer deutlichen Zunahme des durch den Ort rollenden Verkehrs geführt.

Was sich am Montag um die Mittagszeit bereits angedeutet hatte, brachte den Feierabendverkehr am Spätnachmittag auf mehreren Abschnitten zeitweise komplett zum Erliegen: Zu viele Fahrzeuge, rote Ampeln und in regelmäßigen Abständen minutenlang geschlossene Bahnschranken – eine ungute Mischung, die in der einen Richtung zu einem Rückstau bis in die Heidenheimer Innenstadt, in der anderen zu Stop-and-go-Verkehr in Mergelstetten und Bolheim führte.

Da viele nach Feierabend heimwärts strebenden Autofahrer die Bolheimer Ortsdurchfahrt verstopften, hatte so mancher Anlieger erhebliche Mühe, sich in den Verkehr einzufädeln. Diese Klage bekam Dieter Frank, Leiter des Fachbereichs Bau im Herbrechtinger Rathaus, ebenso auf den Schreibtisch wie den Hinweis, das Überqueren der Landesstraße am nördlichen Bolheimer Ortseingang, um zur dortigen Bushaltestelle zu gelangen, sei ein höchst gefährliches Unterfangen.

Frank machte sich persönlich wiederholt vor Ort ein Bild von der Situation und sicherte zu, sämtliche Beschwerden und Anregungen sorgfältig zu prüfen und in ein in Kürze anstehendes Gespräch mit Vertretern des Regierungspräsidiums mitzunehmen.

Eine punktuelle Verbesserung gibt es seit gestern: Auf Höhe des DRK-Pflegeheims an der Heidenheimer Straße steht jetzt eine Behelfsampel, die auf Knopfdruck auf Grün umschaltet und das Überqueren der Straße erleichtert. Eine lange Ölspur zwischen Mergelstetten und Bolheim komplizierte die Situation am Vormittag freilich unvorhersehbar.

Dass sich gerade zu den Stoßzeiten auch der Busverkehr vor erhebliche Probleme gestellt sieht, berichtete Ulrich Jocham, stellvertretender Betriebsleiter der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft: Am Montagnachmittag standen HVG-Fahrzeuge auf den Überlandstrecken bis zu 25 Minuten im Stau. Auf den innerstädtischen Kursen in Heidenheim waren es etwa 15 Minuten, wobei vor allem die Linien 4 und 6 betroffen waren.

Ehe zu entscheiden sei, wo möglicherweise an Stellschrauben gedreht und der unternehmensinterne Ablauf modifiziert werden könne, so Jocham, müsse die weitere Entwicklung noch einige Tage beobachtet werden. Vielleicht suche sich der Umleitungsverkehr ja nach einer Eingewöhnungszeit teilweise andere Routen.

Gleiches entgegnete ein Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, gestern Vormittag in der Bolheimer Ortsmitte seiner Frau. Die hatte zuvor das Fahrzeugaufkommen ebenso knapp wie eindeutig kommentiert: „So viele Autos bei uns. Das ist doch eine Sauerei.“