Leutershausen/Niederstotzingen Verdacht der Untreue: Ermittlungen gegen Sandra Bonnemeier

Ärger gibt es um die Bürgermeisterin von Leutershausen, Sandra Bonnemeier, die vor zweieinhalb Jahren auch in Niederstotzingen kandidierte.
Ärger gibt es um die Bürgermeisterin von Leutershausen, Sandra Bonnemeier, die vor zweieinhalb Jahren auch in Niederstotzingen kandidierte. © Foto: Klaus Dammann/Archiv
Leutershausen/Niederstotzingen / Klaus Dammann 25.07.2018
Gegen die einstige Niederstotzinger Bürgermeister-Kandidatin wurde ein Verfahren wegen Untreue eingeleitet. Im Raum steht eine Summe von über 60.000 Euro.

Im Februar 2016 hatten der Wirtschaftsförderin aus Nordrhein-Westfalen nur sieben Stimmen gefehlt, um Niederstotzinger Bürgermeisterin zu werden. Die Stadt war damals durch den Wahlkampf mit teils unerfreulichen Begleiterscheinungen stark zerrissen.

Nach der Wahlniederlage versuchte es die heute 52-Jährige zunächst erfolglos andernorts. Als die 5600-Einwohner-Stadt Leutershausen im bayrischen Landkreis Ansbach per Zeitungsanzeige einen Kandidaten für das Stadtoberhaupt suchte, bewarb sich Bonnemeier und wurde im November 2016 mit fast drei Vierteln der Stimmen gewählt.

Medienberichten zufolge hat sich die Situation im Leutershausener Rathaus aber alles andere als positiv entwickelt. So habe es eine Beschwerde von fast der Hälfte der Stadtratsmitglieder bei der kommunalen Rechtsaufsichtsbehörde am Ansbacher Landratsamt gegeben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Beschwert habe man sich gegen das Verhalten von Bürgermeisterin Bonnemeier.

Es geht ums Geld

Vorrangig gehe es ums Geld, zitierte der „Bayrische Rundfunk“ den stellvertretenden Bürgermeister. So sei vor dem Rathaus für 23.000 Euro eine Info-Stele aufgestellt worden, ohne dass der Stadtrat Bescheid wusste. Für 40.000 Euro habe ein externer Berater die Stele mit digitalen Inhalten gefüllt.

Die „Süddeutsche“ schildert, dass es für die Aufstellung keine Genehmigung gab. Und mit dem Berater habe Bonnemeier schon früher geschäftlich zusammengearbeitet. Das Landratsamt habe den Abbau der Stele angeordnet.

Mittlerweile liege gegen Bonnemeier auch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Ansbach vor, die ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue aufgenommen habe, so die Zeitung weiter.

Zitiert wird die „Fränkische Landeszeitung“, die recherchiert habe, dass der Berater bis zu 200.000 Euro aus der Leutershausener Stadtkasse erhalten habe. Die Stadträte würden versuchen, herauszufinden wofür. Detailinformationen habe Bonnemeier mit Hinweis auf „Geheimhaltungspflicht“ verweigert, so die „Süddeutsche Zeitung“.

Bonnemeier selbst befinde sich derzeit im Urlaub, berichtet der Bayerische Rundfunk - sie sei für Stellungnahmen nicht erreichbar.

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