Herbrechtingen Herbrechtingen hat erheblich mehr Geld auf der hohen Kante

Mit der Zahl der verkauften Bauplätze wachsen auch die Grundsteuereinnahmen.
Mit der Zahl der verkauften Bauplätze wachsen auch die Grundsteuereinnahmen. © Foto: Geyer-Luftbild
Herbrechtingen / Michael Brendel 14.03.2018
Die Rücklagen der Stadt Herbrechtingen sind im vergangenen Jahr vor allem dank gestiegener Einnahmen deutlich gewachsen.

Die Nachricht kommt zur passenden Zeit: Während Herbrechtingen mit der neuen Bibrishalle das teuerste Hochbauvorhaben seiner Geschichte stemmen muss und mit der Sanierung des Schulzentrums die nächste Mammutaufgabe bereits ansteht, sieht es in der Stadtkasse komfortabler aus als erwartet.

Konkret: Als unter Federführung des Stadtkämmerers der Haushaltsplan für das Jahr 2017 ausgearbeitet wurde, stand die Notwendigkeit im Raum, 816 000 Euro aus der Rücklage zu entnehmen. Das hat sich freilich als überflüssig erwiesen, wie Thomas Diem jetzt erläuterte. Mehr noch: Aufgrund des günstigen Verlaufs wandern voraussichtlich 2,824 Millionen aufs städtische Sparbuch. Ergibt unterm Strich eine Verbesserung um 3,64 Millionen Euro – sofern sich der vorläufige Jahresabschluss als zutreffend erweist.

Geld bringt keine Zinsen

Nach aktuellem Stand befanden sich zum Stichtag 31. Dezember 2017 rund 7,87 Millionen Euro in der städtischen Rücklage. „Wir haben also ziemlich viel Geld“, stellte Diem zufrieden fest. Allerdings hat die Sache auch einen Haken: „Die Banken wollen es nicht.“ Mit einem reichen Zins-Segen geht das Guthaben also nicht einher. Gleichwohl dürfte es eine beruhigende Wirkung entfalten, sieht die Finanzplanung doch für 2019 eine Rücklagen-Entnahme in Höhe von gut 2,6 Millionen Euro vor. In den drei darauf folgenden Jahren soll dann mit Blick aufs Schulzentrum wieder etwas aufs Sparbuch.

Ende 2017 hatte die Stadt knapp sechs Millionen Euro Schulden. Mit Ablauf des Jahres 2018 werden es voraussichtlich 13,1 Millionen sein. Erreicht ist dann die selbst auferlegte Obergrenze von 1000?Euro je Einwohner. Nicht eingerechnet sind dabei die 3,6 Millionen Euro, die für den Rückkauf eines Grundstücks im Industriegebiet Längenfeld Ost nötig waren. Um den Hallenbau und die Sanierung des Schulzentrums unberührt zu lassen, wurde dafür ein separater Kredit aufgenommen, der bis 2022 komplett getilgt ist.

Hohe Einnahmen

Bleibt noch eine grundlegende Frage: Worauf lässt sich die positive Entwicklung der Finanzen eigentlich zurückführen? Verantwortlich sind in erster Linie unerwartet hohe Einnahmen. Bei der Gewerbesteuer (insgesamt 7,3 Millionen Euro) betrug das Plus 796 000 Euro, beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (7,8 Millionen) waren es 599 000, bei den Schlüsselzuweisungen vom Land (4,7 Millionen) 554 000, bei der Vergnügungssteuer (1,0 Millionen) 343 000, bei der Grundsteuer B (2,2 Millionen) 81 000.

Höhere Einnahmen

Merklich zu Buche schlugen außerdem die Zuschüsse für laufende Zwecke vom Land (2,5 Millionen) mit einem Plus von 306 000 Euro, Gebühren (3,2 Millionen) mit 208 000 Euro und der Anteil am Gewinn der Technischen Werke (550 000) mit 97 000 Euro.

Auf der anderen Seite konnten mehrere Ausgabeposten heruntergeschraubt werden. Für die Bewirtschaftung von Grundstücken und baulichen Anlagen waren beispielsweise statt der veranschlagten 1,7 nur 1,5 Millionen Euro aufzuwenden. Diem zufolge ist das auf einen geringeren Verbrauch von Strom, Gas und Wasser zurückzuführen.